Sachbuch

Jack the Ripper – Anatomie einer Legende

‚Nur‘ fünf Opfer forderte Jack the Ripper im London des Jahres 1888, doch aufgrund der unerhörten Brutalität seiner Morde, des Ausmaßes der öffentlichen Panik sowie der Tatsache, dass er nie gefasst wurde, wurde er rasch zur modernen Legende. Die Nachforschungen der „Ripperologen“ füllen Bibliotheken, aber die Autoren Püstow & Schachner stellt nüchtern bzw. sachlich fest, dass eine Auflösung nicht in Sicht ist. Sie legen die bekannten Fakten dar; prägnant, objektiv und ohne Sensationseffekte, was dieses Buch in der Tat zu einem Standardwerk macht.

Von Eins bis Neun – Große Wunder hinter kleinen Zahlen

Mit Von Eins bis Neun – Große Wunder hinter kleinen Zahlen von Marc Chamberland ist ein weiteres Buch erschienen, das die Mathematik in ihrer Vielfalt und anhand möglichst interessanter Themen einer breiten Leserschaft nahebringen möchte. Aufhänger für diese Reise ist, wie der Untertitel schon verrät, die Zahlen Eins bis Neun. Das hört sich im ersten Moment noch nicht so aufregend an, zumal der Autor im Vorwort verrät, er habe sich auch noch gegen die Null entschieden, da man mit ihr keine Dinge abzählen könnte.

Götter, Gräber und Gelehrte

Die frühen Hochkulturen der Erde, ihre (Wieder-) Entdeckung und die Geschichte/n jener Wissenschaftler, die sich um die Erforschung der Vergangenheit bemühten, stellt Autor Ceram in einer Mischung aus Faktenschilderung und Roman vor. Kurz nach dem II. Weltkrieg entstanden, bewahrt dieses überaus lebendig geschriebene Buch trotz nachträglicher (aber oberflächlicher) Aktualisierung seines Inhalts vor allem in seiner Sprache den Geist der Entstehungszeit, was weder ohne Folgen noch Probleme bleibt: eine ebenso interessante wie zwiespältige Neuveröffentlichung.

Gibt es auf der dunklen Seite vom Mond Aliens? – 55 galaktische Kinderfragen an Professor Moore

Kinder, gleich welchen Alters, finden den Himmel, den Weltraum, Mond und Sterne faszinierend, auch wenn es manche vielleicht nicht zugeben mögen. Aber die Fragen verraten sie, ihre staunenden Blicke, wenn sie Antworten erhalten, die mindestens ebenso faszinierend sind wie ihre Vorstellungen. Und ihre Fragen beschränkten sich nicht immer auf offensichtliche Dinge wie viele Sterne es gibt, was ein Schwarzes Loch ist oder welche Temperatur die Sonne hat.

Wer war Jack the Ripper?

Thriller-Autorin Patricia Cornwell, weltberühmt durch die Serie um die kriminalistisch aktive Pathologin Kay Scarpetta, wartet in Sachbuch mit einem Knüller auf: der Entlarvung des historischen Super-Serienmörders Jack the Ripper! Ein deutscher Maler sei er gewesen, dämonisch schlau und nach dem Ende der West End-Mordserie weiterhin aktiv … – Jahre der aufwändigen Recherche in den Archiven und Labors der westlichen Welt und viele Millionen Dollar brachten dieses Buch hervor, das sich nahtlos einreiht in die lange, lange Reihe jener Werke, die immer neue Ripper-Gestalten in die Welt setzen, ohne jedoch liefern zu können, was allein überzeugen könnte: den ultimativen, schlüssigen Beweis.

Joe Goulds Geheimnis

Ein Journalist aus New York verfolgt über viele Jahre die Spuren eines unbehausten Stadtstreichers, der von sich behauptet, die Geschichte der Menschheit von ganz unten zu schreiben, und damit im intellektuellen Milieu Beachtung findet. Nach dem Tod dieses Mannes erzählt der Journalist dessen wahre Geschichte … und die ahnt man zwar, kann sie aber dennoch kaum glauben. Die Geschichte des Joe Gould wird von Joseph Mitchell mit harten Fakten, aber mitfühlend, fast poetisch erzählt und verdichtet sich zu einem Lebensbild, das tragisch und eindrucksvoll gleichzeitig ist.

Die Honigfabrik – Die Wunderwelt der Bienen – eine Betriebsbesichtigung

Zu manchen Büchern kommt man ganz unverhofft und ungewollt, wie auch zu Die Honigfabrik – Die Wunderwelt der Bienen – eine Betriebsbesichtigung von Jürgen Tautz und Diedrich Steen. Irgendwann lag es auf meinem Schreibtisch, und sofort assoziierte ich blühende Wiesen, lauen Frühlingsatem, flirrenden Blätterschatten und das allgegenwärtige Gesumme eines geschäftigen Bienenvolks. Aber auch klebrige Finger, kaum dass das Honigglas geöffnet ist. Bereits bei der Lektüre des Vorworts wird (selbst für Leser mit so wenig Bienen-Erfahrung) schnell klar, dass es sich bei den Bienen um wirklich faszinierende Insekten handelt, insbesondere die Anstrengungen der Menschen möglichst effizient und gefahrlos an Honig und Bienenwachs zu kommen, sind sehr interessant.

Leuchtfeuer

Im 19. Jh. entwickelt sich die schottische Familie Stevenson zu einer Dynastie, die sich auf den Leuchtturm-Bau spezialisiert. Die Autorin schildert die enormen technischen Herausforderungen, bezieht dabei das historische Umfeld ein und entwirft eine Familiengeschichte, die durch Perfektionsdrang und Patriarchen-Zwang verdunkelt wurde und trotzdem einen Schriftsteller von Weltruf hervorbrachte. Inhalt und Form stehen in perfektem Einklang und sorgen für ein Sachbuch von hoher erzählerischer Qualität.

K-19 und die Geschichte der russischen Atom-U-Boote

Ausgehend vom Atom-Unfall an Bord der K-19 im Jahre 1961 rekonstruiert der Verfasser die desasterreiche Geschichte der sowjetischen U-Boot-Marine, die überhastet konstruierte und schlecht gebaute Unterseeboote in den Kalten Krieg mit den USA warf und dabei skrupellos Menschenleben aufs Spiel setzte. Das lesenswerte, gut recherchierte und spannend geschriebene Sachbuch beschränkt sich nicht auf die Nacherzählung diverser Katastrophen, sondern bettet einzelne Ereignisse in den historischen Kontext ein und beschreibt auch das ‚Erbe‘, das die UdSSR der Welt in Gestalt radioaktiv verseuchter Meere und Häfen hinterließ.

Wildes Amerika

Vor 13000 Jahren wurde Nordamerika von Gletschereis geprägt und von Elefanten mit und ohne Fell, walrosszahnigen Raubkatzen, turmhohen Faultiere und bärengroßen Bibern bewohnt. „Wildes Amerika“ stellt die eiszeitliche Landschaft, die Pflanzen und vor allem die Tiere vor. Letztere präsentieren sich uns nicht nur als bleiche Knochen, sondern werden digital ins ‚Leben‘” zurückgerufen … – Begleitbuch zur BBC-Serie gleichen Namens; wissenschaftlich präzise aber inhaltlich simpel gestrickt. Das Interesse gilt eindeutig den à la „Jurassic Park“ nachgebauten Kreaturen, die qualitativ nicht mit den BBC-Sauriern der Serie „Im Reich der Giganten“ mithalten können: informativ aber nicht mitreißend.