Sachbuch

AC/DC – Maximum Rock ’n‘ Roll

Mehr als 40 Jahre Geschichte einer dem Zeitgeist den Stinkefinger zeigenden Rockband werden auf mehr als 600 opulent gestalteten Seiten aufgeblättert. Den Schwerpunkt bilden die aufregenden Anfänge, wobei neben grundsätzlichen Fakten unwichtige Kleinigkeiten aufgegriffen werden, die den Lesern ‚beweisen‘ sollen, dass AC/DC unkonventionelle Teufelskerle sind. „Maximum Rock ’n‘ Roll“ ist stattdessen das erschreckend beliebige Porträt einer aufregenden Band, deren Werdegang ebenso ehrfürchtig wie unkritisch nacherzählt und mit langweiligen Fotos illustriert wird.

Wer hat denn den gedreht?

Bevor sie starben und ihr einmaliges Insiderwissen mit ins Grab nahmen, befragte der junge Journalist und spätere Regisseur Peter Bogdanovich Filmschaffende, die in der „Goldenen Ära“ Hollywoods gearbeitet und Meisterwerke auf die Leinwand gebracht hatten. Viele Jahre später stellte Bogdanovich diese Interviews in einem grandiosen Sammelband vor, der eine große Zeit des klassischen Kinos kundig und ebenso informativ wie anekdotenreich aufleben lässt: ein Meisterwerk!

Methodisch korrektes Biertrinken – Radioaktiver Bierschaum, leuchtende Gurken und eine Rakete mit Schnapsantrieb

Der erste Gedanke, den ich beim Betrachten des Covers von Methodisch korrektes Biertrinken hatte, war, dass genau das in den Vordergrund gestellt wurde, was einen typischen Physiker ausmacht: der Spaß am Experimentieren (auch wenn der angekokelte Daumen vielleicht nicht geplant war), die Formel (selbst die gewieftesten kommen nicht darum herum) und das Bier. Neben den abgebildeten Atomen ist insbesondere das Bier allgegenwärtig, einerseits als offensichtlich wichtiger Bestandteil des Nahrungsspektrums (das kenne ich aus eigener Erfahrung), andererseits als Möglichkeit, die oft staubige Formelwüste erträglicher zu gestalten (siehe Formel auf dem Cover). Zumindest auf den ersten Blick scheint sich also ein fröhliches und recht feuchtes Lesevergnügen anzubahnen – wenn da nicht die Physik mit ihrer Exaktheit und ihren Ruf, Spaß abweisend zu sein, wie ein Damoklesschwert über jeder Art Lektüre dieser Art hängen würde.

Horror Cinema. Die besten Gruselfilme aller Zeiten

In zehn Kapiteln, die sich an prominenten Sujets orientieren, werden das Genre Horrorfilm und in einem zweiten Teil 50 historisch relevante Horrorfilme vorgestellt. Während das Bildmaterial auch in seiner Wiedergabequalität über die gesamte Distanz überzeugen kann, bleiben zumindest die Autoren des ersten Teils an der Oberfläche, referieren oft kaum mehr als Filmtitel und verbreiten Allgemeinplätze. Die deutsche Fassung fasst frühere Verlagstitel zwischen zwei Deckeln neu zusammen. Inhaltliche Fehler der Erstausgabe wurden korrigiert, ältere Texte aktualisiert, und der sensationell günstige Kaufpreis versöhnt zusätzlich mit den genannten Mängeln.

Unter Wasser

Seit Jahrzehnten taucht Fotograf und Biologe Curtsinger vor allem in die kalten, dunklen Meere und Seen dieser Welt. Ihm gelangen Bilder von Tieren, die so noch niemand in ihrer natürlichen Umgebung sah. Haie, Wale und Robben aber auch scheinbar unspektakuläre Wesen wie Quallen, Schwämme oder Seeflöhe mutieren vor seiner Linse zu atemberaubenden Fabeltieren, die in kurzen, informativen Texten (Autor: ebenfalls Curtsinger) als integrale Bestandteile ihrer speziellen Ökosysteme beschrieben werden: sowohl ein Augenschmaus als auch ein Lesevergnügen.

Jack the Ripper – Anatomie einer Legende

‚Nur‘ fünf Opfer forderte Jack the Ripper im London des Jahres 1888, doch aufgrund der unerhörten Brutalität seiner Morde, des Ausmaßes der öffentlichen Panik sowie der Tatsache, dass er nie gefasst wurde, wurde er rasch zur modernen Legende. Die Nachforschungen der „Ripperologen“ füllen Bibliotheken, aber die Autoren Püstow & Schachner stellt nüchtern bzw. sachlich fest, dass eine Auflösung nicht in Sicht ist. Sie legen die bekannten Fakten dar; prägnant, objektiv und ohne Sensationseffekte, was dieses Buch in der Tat zu einem Standardwerk macht.

Von Eins bis Neun – Große Wunder hinter kleinen Zahlen

Mit Von Eins bis Neun – Große Wunder hinter kleinen Zahlen von Marc Chamberland ist ein weiteres Buch erschienen, das die Mathematik in ihrer Vielfalt und anhand möglichst interessanter Themen einer breiten Leserschaft nahebringen möchte. Aufhänger für diese Reise ist, wie der Untertitel schon verrät, die Zahlen Eins bis Neun. Das hört sich im ersten Moment noch nicht so aufregend an, zumal der Autor im Vorwort verrät, er habe sich auch noch gegen die Null entschieden, da man mit ihr keine Dinge abzählen könnte.

Götter, Gräber und Gelehrte

Die frühen Hochkulturen der Erde, ihre (Wieder-) Entdeckung und die Geschichte/n jener Wissenschaftler, die sich um die Erforschung der Vergangenheit bemühten, stellt Autor Ceram in einer Mischung aus Faktenschilderung und Roman vor. Kurz nach dem II. Weltkrieg entstanden, bewahrt dieses überaus lebendig geschriebene Buch trotz nachträglicher (aber oberflächlicher) Aktualisierung seines Inhalts vor allem in seiner Sprache den Geist der Entstehungszeit, was weder ohne Folgen noch Probleme bleibt: eine ebenso interessante wie zwiespältige Neuveröffentlichung.

Gibt es auf der dunklen Seite vom Mond Aliens? – 55 galaktische Kinderfragen an Professor Moore

Kinder, gleich welchen Alters, finden den Himmel, den Weltraum, Mond und Sterne faszinierend, auch wenn es manche vielleicht nicht zugeben mögen. Aber die Fragen verraten sie, ihre staunenden Blicke, wenn sie Antworten erhalten, die mindestens ebenso faszinierend sind wie ihre Vorstellungen. Und ihre Fragen beschränkten sich nicht immer auf offensichtliche Dinge wie viele Sterne es gibt, was ein Schwarzes Loch ist oder welche Temperatur die Sonne hat.

Wer war Jack the Ripper?

Thriller-Autorin Patricia Cornwell, weltberühmt durch die Serie um die kriminalistisch aktive Pathologin Kay Scarpetta, wartet in Sachbuch mit einem Knüller auf: der Entlarvung des historischen Super-Serienmörders Jack the Ripper! Ein deutscher Maler sei er gewesen, dämonisch schlau und nach dem Ende der West End-Mordserie weiterhin aktiv … – Jahre der aufwändigen Recherche in den Archiven und Labors der westlichen Welt und viele Millionen Dollar brachten dieses Buch hervor, das sich nahtlos einreiht in die lange, lange Reihe jener Werke, die immer neue Ripper-Gestalten in die Welt setzen, ohne jedoch liefern zu können, was allein überzeugen könnte: den ultimativen, schlüssigen Beweis.