Science Fiction

Beute (Prey)

Eigentlich als Wohltäter entwickelte Mini-Maschinen machen sich selbstständig und offenbaren dabei ihre Zweit-Wurzel als Instrumente eines zukünftigen Krieges, der im Mikrokosmos stattfinden soll … – Diese Schauermär wird als „science thriller“ verkauft und ist eine mit Klischees gespickte Variation bekannter Spannungselemente, die vor allem aufgrund der Prominenz ihres Verfassers zum Bestseller hochgehypt werden konnte, der tatsächlich nur Highspeed-Leerlauf bietet.

Alien 3

Auf der Flucht vor mordlüsternen Aliens stürzt das Rettungsschiff der Raumfahrerin Ripley auf einem Gefangenenplaneten ab. Der Empfang ist kühl, und das bessert sich nicht, als Ripleys blinder Passagier – ein Alien – die Kolonie zu dezimieren beginnt … – Auf der Basis einer frühen Fassung des dritten „Alien“-Films entstand dieser Roman, der trotz der Wirrnisse einer ins Trudeln geratenen Produktion anspruchslose aber spannende SF-Grusel-Unterhaltung liefert.

Die Eissegler von Tran-ky-ky

Der Absturz auf einen einsamen Eisplaneten endet für fünf Erdmenschen ausgerechnet zwischen den Fronten zweier verfeindeter Stämme, wo sie sich mit Entschlossenheit und Einfallsreichtum auf die Seite ihrer Retter schlagen, um sich deren Unterstützung für die weite Reise zur rettenden Station am anderen Ende dieser Welt zu verdienen … – Der erste Band der „Eissegler“-Trilogie ist ein seltenes Juwel des Genres: nie als Science Fiction mit literarischem Anspruch gedacht, liefert es, unverfälschte, rasante Unterhaltung mit lebendigen, liebenswerten Figuren, ohne in den Jahrzehnten seit seiner Entstehung an Frische verloren zu haben.

Nemesis

Geheime Forschungen an den Überresten einer außerirdischen Kreatur führen zur Erschaffung eines Mischwesens, das aus dem Labor ausbricht, durch den US-Nordosten tobt und dabei stetig wächst, bis es ganze Städte ausradieren kann … – Eine kleine Gruppe aus dramaturgischen Gründen eigentlich untauglicher aber heldenhafter Retter folgt dem Monster, dessen Untaten detailscharf beschrieben werden: Dies ist pure, klischeegespickte Horror-SF-Action, dessen wendiger Verfasser dem überraschungsfreien Stoff erstaunliche Unterhaltungswerte abringt: Monster- und Lesefutter.

Die Medusa-Chroniken

Ein zum Cyborg ‚umgestalteter‘ und unsterblicher Astronaut wird Zeuge eines Jahrtausends zukünftiger Geschichte als Triumphzug spektakulärer astronomischer Entdeckungen aber auch eines Krieges zwischen Menschen und intelligent gewordenen Robotern … – Mit der Novelle von Arthur C. Clarke und diesem SF-Garn gibt es keine echte inhaltliche Verknüpfung. Stattdessen spinnt das Autoren-Duo routiniert aber unterhaltsam eine eigene Story, die episodisch eine Zukunft beleuchtet, in der – in diesem Punkt sehr realistisch – die Menschheit höchstens naturwissenschaftlich und technisch dazulernt: Lesefutter.

The Ark – Die letzte Reise der Menschheit

Ein Riesen-Raumschiff von der Erde als zukünftige Arche erreicht nach jahrhundertelanger Reise ihr fernes Planeten-Ziel. Die Vorbereitungen zur Landung werden von einem mysteriösen Mord u. a. Verbrechen überschattet, die den ermittelnden Bord-Polizisten Benson auf die Spur einer Verschwörung bringen, die der Expedition ein katastrophales Scheitern bringen könnte … – Tomlinson gelingt in seinem Buch eine extrem spannende Mischung aus Kriminalroman, Science Fiction und Gesellschaftsroman. Zwar ist die Geschichte nicht auf jeder Seite packend, unterhält jedoch auf etwas mehr als 400 Seiten durchaus beachtlich.

Das Raumschiff der Rätsel

Der erste Kontakt zwischen Menschen und Außerirdischen gestaltet sich erst schwierig und dann katastrophal, bis die zahlreichen Probleme mit Verstand und Mut gemeistert sind … – Die beliebte Story vom Treffen mit dem Unbekannten wird klug durchdacht und ohne vordergründiges Actiongetümmel, sondern spannend und mit vielen Überraschungen durchgespielt: ein kleiner aber ganz feiner SF-Klassiker.

Diagnose: Exitus

13 Storys erzählen von bibbernden Patienten, irren Ärzten, medizinischen Abartigkeiten u. a. Schrecken, die sich nicht nur der kranke Mensch im Umfeld von Spritzen & Skalpellen vorstellen kann … – Herausgeber Wagner, selbst Mediziner, sammelt einschlägige Geschichten aus 100 Jahren, wobei er jenseits abgehangener Klassiker weniger bekannte aber ebenso unterhaltsame Autoren heranzieht: eine überdurchschnittliche Kollektion.

Die Invasion

Vom sechsten Mond des Saturn wollen schleimige Parasiten, die ihre Opfer übers Rückenmark ‚fernsteuern‘, die Erde erobern. Wackere US-Agenten sagen ihnen den Kampf an und setzen schließlich zum Gegenschlag im All an … – SF-Klassiker, der vor kaum verhohlener Invasions-Paranoia aus der Ära des Kalten Krieges nur so trieft. Ansonsten ein merkwürdig sprunghafter, d. h. spannender aber absolut unlogischer Reißer, der nostalgisch amüsiert und mit einigen guten Detaileinfällen unterhalten kann.