Science Fiction

Die Jahre der Aliens

Fünf Jahrzehnte besetzen übermächtige Außerirdische die Erde. Während einige Gruppe sie erbittert bekämpfen, arrangieren sich andere mit den Invasoren. Als diese plötzlich abziehen, stehen sich beide Parteien unversöhnlich gegenüber … – Altmeister Silverberg wirft einen ungewöhnlichen Blick auf ein uraltes SF-Genre. Die Fremden aus dem All bleiben vor allem Katalysatoren für sehr menschliche Konflikte, die in der Zukunft ebenso ausbrechen wie in der Vergangenheit: ein sarkastischer Roman mit vielen boshaften Seitenhieben auf stets aktuelle ‚Menschlichkeiten‘.

Das Licht der letzten Tage

Zwanzig Jahre nach der globalen Apokalypse versuchen die wenigen Überlebenden Fuß in einer zivilisationslosen Welt zu fassen, was vor allem denen Probleme bereitet, die sich an die Zeit vor dem Tag Null erinnern, wobei sie verdrängen, dass sie auch damals mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten … – Die Autorin verzichtet weitgehend auf die typischen „Post-Doomsday“-Elemente, sondern beschwört eine Stimmung des Verlustes. der Trauer und der Hoffnung herauf. Vergangenheit und Gegenwart wechseln einander ab, um zu unterstreichen, was sich geändert hat und was erhalten blieb.

Söldnerehre

Deviana Morris hat ihr Gedächtnis verloren und erinnert sich nicht mehr an die Ereignisse der letzten Monate. Dies ist das große Manko dieser Fortsetzung, denn leider kommt die Handlung knapp 150 Seiten lang nicht von der Stelle. Erst nachdem Deviana ihre Erinnerungen zurückerhält, nimmt die Geschichte Fahrt auf, dann schaltet die Autorin irgendwann auch noch den Turbolader zu und die Action fliegt durch die Decke.

Showdown

Außerirdische rüsten die New York State Library mit allerlei Hightech-Schnickschnack zur Arena um, in der sie sieben Gladiatoren zum Kampf auf Leben und Tod antreten lassen. Der Sieger erobert für sein Volk die Herrschaft über die Galaxis, die dann die auch im Kosmos offenbar üblichen 1000 Jahre währen wird. Unfreiwillig für die Menschheit am Start sieht sich der Unfallchirurg Stephen Swain, der anders als seine Gegner völlig ungerüstet in die Schlacht ziehen muss … Nullkommafünfdimensionale, actionlastige und absolut anspruchsfreie, aber durchaus spannend erzählte, auf Tempo getrimmte Science Fiction-Plotte, die durch endlose Verfolgungsjagden und mainstreamzensierte Metzeleien auf Überlänge gebracht wird.

Das Gespenst

Weltenretter-Rentner James T. Kirk wird reaktiviert, als das böse Spiegel-Universum die Föderation unterwandert und nach der Macht greift. Zusammen mit alten Freunden und neuen Verbündeten – darunter Jean-Luc Picard – wirft sich Kirk abermals ins Gefecht … – Start einer Trilogie, die in epischer Länge die ‚klassischen‘ Star-Trek-Helden mit der „Next Generation“ mischt und trotz der penetranten Zentralfigur ein richtig spannendes Garn spinnt: So gut KANN „Star Trek“ sein!

Beute (Prey)

Eigentlich als Wohltäter entwickelte Mini-Maschinen machen sich selbstständig und offenbaren dabei ihre Zweit-Wurzel als Instrumente eines zukünftigen Krieges, der im Mikrokosmos stattfinden soll … – Diese Schauermär wird als „science thriller“ verkauft und ist eine mit Klischees gespickte Variation bekannter Spannungselemente, die vor allem aufgrund der Prominenz ihres Verfassers zum Bestseller hochgehypt werden konnte, der tatsächlich nur Highspeed-Leerlauf bietet.

Alien 3

Auf der Flucht vor mordlüsternen Aliens stürzt das Rettungsschiff der Raumfahrerin Ripley auf einem Gefangenenplaneten ab. Der Empfang ist kühl, und das bessert sich nicht, als Ripleys blinder Passagier – ein Alien – die Kolonie zu dezimieren beginnt … – Auf der Basis einer frühen Fassung des dritten „Alien“-Films entstand dieser Roman, der trotz der Wirrnisse einer ins Trudeln geratenen Produktion anspruchslose aber spannende SF-Grusel-Unterhaltung liefert.

Die Eissegler von Tran-ky-ky

Der Absturz auf einen einsamen Eisplaneten endet für fünf Erdmenschen ausgerechnet zwischen den Fronten zweier verfeindeter Stämme, wo sie sich mit Entschlossenheit und Einfallsreichtum auf die Seite ihrer Retter schlagen, um sich deren Unterstützung für die weite Reise zur rettenden Station am anderen Ende dieser Welt zu verdienen … – Der erste Band der „Eissegler“-Trilogie ist ein seltenes Juwel des Genres: nie als Science Fiction mit literarischem Anspruch gedacht, liefert es, unverfälschte, rasante Unterhaltung mit lebendigen, liebenswerten Figuren, ohne in den Jahrzehnten seit seiner Entstehung an Frische verloren zu haben.

Nemesis

Geheime Forschungen an den Überresten einer außerirdischen Kreatur führen zur Erschaffung eines Mischwesens, das aus dem Labor ausbricht, durch den US-Nordosten tobt und dabei stetig wächst, bis es ganze Städte ausradieren kann … – Eine kleine Gruppe aus dramaturgischen Gründen eigentlich untauglicher aber heldenhafter Retter folgt dem Monster, dessen Untaten detailscharf beschrieben werden: Dies ist pure, klischeegespickte Horror-SF-Action, dessen wendiger Verfasser dem überraschungsfreien Stoff erstaunliche Unterhaltungswerte abringt: Monster- und Lesefutter.

Die Medusa-Chroniken

Ein zum Cyborg ‚umgestalteter‘ und unsterblicher Astronaut wird Zeuge eines Jahrtausends zukünftiger Geschichte als Triumphzug spektakulärer astronomischer Entdeckungen aber auch eines Krieges zwischen Menschen und intelligent gewordenen Robotern … – Mit der Novelle von Arthur C. Clarke und diesem SF-Garn gibt es keine echte inhaltliche Verknüpfung. Stattdessen spinnt das Autoren-Duo routiniert aber unterhaltsam eine eigene Story, die episodisch eine Zukunft beleuchtet, in der – in diesem Punkt sehr realistisch – die Menschheit höchstens naturwissenschaftlich und technisch dazulernt: Lesefutter.