Science Fiction

Kommando

Auf dem Raumschiff von Captain Caldswell eher untergetaucht als angeheuert, wird Deviana Morris weiterhin von Intrigen, Aliens u. a. Ärgernissen geplagt Dann bläst die eigene Regierung zur Jagd auf sie, und Deviana hat genug: Sie übernimmt das Kommando und geht zum Angriff über … – Im dritten und (vorerst?) letzten Abenteuer der Söldnerin Deviana Morris werden die begonnenen Handlungsstränge verknüpft. Sieht man von einigen Schwachstellen ab, ist die Geschichte hoch spannend, gut erzählt, atmosphärisch dicht und vor allem sehr smart konstruiert.

Dark Universe – Der Aufbruch

Nach einem Atomkrieg hausen die wenigen Überlebenden unter der Erde, wo sie sich ohne Licht nur mit den Ohren orientieren. Als von der Oberfläche fremde Wesen eindringen, muss man mit Traditionen brechen und alte Ängste überwinden … Unerhört plastisch schildert Autor Galouye einen rein ‚akustischen‘ Menschenalltag; durchweg spannend steuert die Handlung konsequent auf ihre logische Auflösung zu.

Die Gotteswelle

Einem Forscherteam gelingt es, Hirnwellen zur ‚drahtlosen‘ Steuerung von Maschinen einzusetzen. Was vor allem die Medizin revolutionieren sollte, fällt in die Hände einer geheimen Militärgruppe, deren Anführer von der Weltmacht träumt. Spät erkennen die Wissenschaftler die Wahrheit und beginnen sich zu wehren … – Mit Science-Fiction-Elementen angereicherter „Science Thriller“. Die Story ist simpel und wird nicht gerade wortgewandt präsentiert, die Figurenzeichnungen sind schlicht. Als dennoch spannendes Lesefutter genießbar sowie bereits fortgesetzt.

V5N6 – Tödliches Fieber

Moderatorin Stevie Flint entdeckt erst ihren toten Freund, dann wird sie krank: In London grassiert eine Epidemie, die ihre Opfer entweder tötet oder sie in mörderische Raserei treibt. Der verstorbene Freund gehörte zu einer Forschergruppe, die an einem Medikament forschten, das außer Kontrolle geriet. Stevie hinterließ er entsprechende Beweise, die ihr nun allerlei Bösewichte entwenden wollen … – Auftaktband einer Thriller-Trilogie, die Verbrechen und Seuchen-Grusel allzu routiniert aber recht spannend miteinander verknüpft.

Heimat Erde

Auf der zum Friedhofsplaneten umgestalteten Erde stoßen Reisende auf neues Leben, was von der kriminellen Verwaltung totgeschwiegen wird. Beim Versuch, die Geheimnisse der Erde zu lüften, geraten die Besucher an Mutanten, Roboter, Gespenster u. a. seltsame Zeitgenossen … – Zwar routiniert und wortgewaltig aber ohne echten Plot oder roten Faden spult der Autor in diesem Spät-Roman vor allem „Daheim-ist’s-am-schönsten“-Nostalgien ab, die er mit selten erklärten Rätseln aufpolstert: lesbar, aber keines der ‚guten‘ Simak-Werke.

Mondsplitter

Das Ende der Welt findet dieses Mal im Jahre 2024 statt, als ein Komet den Mond zerschmettert und ein gigantisches Trümmerstück auf die Erde zu fallen droht … – Routiniert abgespultes Katastrophen-Garn mit allen Elementen dieses Genres, was dem Leser eine schier unendliche Anlaufphase bis zur Apokalypse und viele, viele Handlungsfiguren beschert: Lesefutter für viele halb verdöste Feierabende.

S is for Space

Eine Novelle und 15 Kurzgeschichten, gesammelt erstmals erschienen 1966; diese Edition gilt als großer Klassiker, da der Verlag Bantam Books in den USA es als Taschenbuch in hoher Auflage herausbrachte. Für den deutschen Leser ist es trotz vieler anderer Veröffentlichungen von Bradburys Storys hierzulande sehr interessant, enthält es doch die ein oder andere bisher in Deutschland unveröffentlichte oder nur in kleiner Auflage veröffentlichte Geschichte.

Eiswelt

Obwohl sie von einem Planeten kommen, auf dem Schwefel als atembares Gas gilt, treibt es handelstüchtige Aliens auf die aus ihrer Sicht tödlich kalte Erde, wo sie ungeachtet aller Schwierigkeiten Kontakt mit einer Menschenfamilie aufnehmen … – Science-Fiction-Roman „für die Jugend“, geschrieben von einem Lehrer, der allerdings auch Schriftsteller war und den erhobenen Zeigefinger vermeidet. Die Aliens sind keine Feinde, primär die Physik sorgt für spannende Probleme, was heutige Leser abschrecken mag, aber nicht sollte, denn dies ist nostalgische SF-Unterhaltung der weiterhin lesenswürdigen Art.

Der Zeitsprung

Eine Atombomben-Explosion reißt den Bunker der US-Familie Farnham mitsamt seiner sechs Insassen in die Zukunft. Die neue Welt zeigt sich gleichermaßen paradiesisch wie gefährlich; der Neuanfang wird zusätzlich durch interne Streitigkeiten erschwert … – Während die Handlung als klassische Post-Doomsday-Story routiniert und spannend erzählt wird, kann die Figurenzeichnung nur als ärgerlich bezeichnet werden, da Autor Heinlein seine chauvinistischen Ansichten nicht unterdrückt und sich durch schauerliche Sexkapaden blamiert: ein zwiespältiges Vergnügen.