Anatolia Story 28

Chie Shinohara
Anatolia Story 28

(sfbentry)
Sora wa Akai Kawa no Hotori 28, Japan, 2001
EMA, Köln, 03/2011
TB, Manga, Fantasy, Historical, Adventure, Romance, Drama
ISBN 978-3-7704-7316-8
Aus dem Japanischen von Claudia Peter

www.manganet.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Nach 27 Tankobons „Anatolia Story“ liegt nun der Abschlussband der Serie vor, der die Geschichte gefällig ausklingen lässt und mit einigen Bonus-Episoden aufwartet, die verraten, was die Zukunft für Yuri, Kail, ihre Familie und ihre Freunden bringt und was einige ihrer Nachkommen vor dem Untergang des Hethiterreichs erleben. Endlich haben Kail und Yuri alle Feinde besiegt oder als Verbündete gewinnen können. Sie feiern ihre Vermählung und die Ernennung Yuris zur Tawana Anna. Schon bald wird ihr Glück von vier Kindern gekrönt. Sie führen ihr Reich in eine Periode des Friedens und der kulturellen Blüte. Daran beteiligt sind auch die treuen Freunde des Paares, unter ihnen Oberstallmeister Kikkuli, der sich um die Aufzucht und Ausbildung der Nachkommen von Yuris treuem Hengst kümmert. Ein wichtiges Anliegen ist ihm die Niederschrift einer Abhandlung über Pferdezucht.

Auch als die Kinder von Kail und Yuri älter werden und an den Regierungsgeschäften teilhaben, kümmert sich die Tawana Anna immer noch persönlich um spezielle Angelegenheiten, selbst wenn sie sich dafür in Gefahr begeben muss, so auch im Fall der letzten Überlebenden des Massakers am Stamm der Yusura. Nach dem Tod von Yuri und Kail beginnen die Machtkämpfe unter ihren Nachkommen, die das Land schwächen, so dass die Hethiter eine Invasion der Ägypter unter Ramses II nur mit Mühe abwenden können. Der Friedensvertrag verpflichtete sie nicht nur zu Tributleistungen: Eine der Prinzessinnen soll die Nebenfrau des Pharaos werden, aber längst hat sie ihr Herz einem anderen und dazu noch zwielichtigen Ägypter geschenkt.

Chie Shinohara hielt sich weit möglichst an die historischen Überlieferungen und ließ einige belegbare Persönlichkeiten auftreten, schmückte die „Anatolia Story“ aber auch mit viel Fantasy, Drama und Romance aus, wobei sie sich des beliebten Motivs, dass ein junges Mädchen durch Zeit und Raum reißt und am Zielort zum Zünglein an der Waage wird, bediente. Das kennt man beispielsweise auch aus „Ab sofort Dämonenkönig!!“, „In A Distant Time“ und „Fushigi Yuugi“. Yuri, die sich schnell in der hethitischen Welt zurechtfindet, das Kämpfen lernt und humanistisches Gedankengut vermittelt, verliebt sich in Prinz Kail, den späteren König. Sie wird erwachsen und entscheidet sich dafür, an seiner Seite zu bleiben, als ihr die Möglichkeit geboten wird, in ihre eigene Zeit zurückzukehren. Was aus den Angehörigen des Mädchens wurde, die in den ersten Kapiteln auftauchen, ist kein Thema mehr.

Die beiden Hauptfiguren durchleben viele Abenteuer und Tragödien, erfahren dazwischen aber auch Momente des Glücks. Die Serie ist im Wechsel spannend und dramatisch, dann wieder heiter und romantisch – und es gibt keinerlei Längen, da die Mangaka nur so viele politische Ränke und Kriege beschreibt, wie unbedingt nötig, und stattdessen lieber an Einzelschicksalen verdeutlicht, wie hart und gefährlich das Leben in jener Zeit war. Auf diese Weise baut der Leser eine intensive Beziehung zu allen Charakteren auf. Die Zeichnungen haben sich seit Bd. 1 kaum verändert, und auch der Erzählstil blieb derselbe, so dass die Serie ausgesprochen homogen ist (anders als z. B. „Kenshin“, dessen Schöpfer Nobuhiro Watsuki dreimal den Stil wechselt und die laufende Handlung durch eine extrem lange Rückblende unterbricht).

„Anatolia Story“ wendet sich in erster Linie an Leserinnen ab 13 Jahre, die gern spannende Fantasy lesen. Nach all den Jahren, die der Titel bei EMA lief, dürften die meisten Sammler sehr froh sein, dass er nun endlich komplett vorliegt – und zweifellos hat jeder, der dem Titel treu blieb, die abenteuerliche Geschichte sehr genossen.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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