Biien der Schatten 3: Die Sandhexe

biien_03Guido Neukamm (Story/Text/Art) & Jörg Pitschmann (Text)
Biien der Schatten 3: Die Sandhexe

Comicwerk, Berlin, 3/2005
Comic-Heft, Dark Fantasy, Action, 32/300
Titelillustration von Guido Neukamm

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Eines Nachts lässt sich Biien am Lagerfeuer eines anderen Wanderers nieder. Die beiden Männer kommen ins Gespräch, und Biien wird gebeten, eine Geschichte zu erzählen:

Einst wurde Biien in die Ebene der Toten Zauberer gesandt, um sich dem Initiationsritus der Diebe zu unterziehen. Tatsächlich gelingt es ihm, die erste Prüfung zu bestehen, und die Sandhexe empfängt ihn. Als er sich der zweiten Prüfung stellen will, stören zwei Männer das Ritual, stehlen Biien das Geschenk für die Sandhexe und lassen ihn mit gebrochenem Rückgrat zum Sterben zurück. Biien schlägt der Sandhexe einen Handel vor: Sein Leben für ein neues Geschenk, das er ihr in 15 Jahren mitbringen wird.

Die 15 Jahre sind auf den Tag genau vorbei, und das Geschenk ist noch nicht vollständig…

Auch diesmal präsentieren Guido Neukamm und Jörg Pitschmann eine in sich abgeschlossene Story. Besonders reizvoll ist, dass sie mit einer Rahmenhandlung und einer Rückblende aufwartet. Wer sich über Biiens Rücken wunderte, erfährt nun, was es mit dem Muster, das sich über seine Wirbelsäule zieht, auf sich hat. Nebenbei wird erwähnt, dass er ein lausiger Flötenspieler ist – vielleicht wird dies in den nächsten Heften zum Running Gag?

Die Geschehnisse in der Vergangenheit haben erwartungsgemäß Auswirkungen auf die Gegenwart. Biien muss seinen Teil des Pakts erfüllen und begleicht damit auch eine offene Rechnung, was den Lesern einige actionreiche Szenen beschert, die mit den üblichen flotten Sprüchen gewürzt sind.

Die Serie wirkt wie eine Mischung aus „Conan“ und „Mad Max“ und bedient sich eines Endzeit-Szenarios mit Dark Fantasy-Elementen. Je besser man den Titelheldenkennen lernt, umso lebendiger erscheint er. Man muss die vorherigen Episoden jedoch nicht gelesen haben, um der Handlung folgen zu können.

Biiens Abenteuer werden immer komplexer, spannender und eigentümlicher. Man merkt, dass das kreative Team bemüht ist, sich von bekannten Vorlagen des Genres zu lösen und der Figur eine individuelle Note zu verleihen.

Die Illustrationen sind von gleich bleibender Qualität, dunkel, kantig und dynamisch. Die Kolorierung transportiert gelungen die bedrohliche Atmosphäre.

Abgerundet wird mit einer kleinen Galerie. Hier gefällt vor allem Guido Neukamms Biien, der zeigt, dass der Zeichner noch lange nicht an den Grenzen seiner Möglichkeiten angekommen ist.

„Biien der Schatten“ entwickelt sich langsam zum Geheimtipp für Comic-Fans, die sich für die einheimische Szene interessieren und actionreiche Fantasy mögen.

Zum Testen der Serie ist der Band ideal. (IS)

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