Cap Zero

Jean-Michel Charlier (Text) & Albert Uderzo & Jijé (Joseph Gillain) (Zeichnungen)
Cap Zero
Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure – Gesamtausgabe 3

(sfbentry)
Die Ballonfahrer-Asse/7: Cap Zero/8: Piraten des Himmels/9: Sondereinsatz, Frankreich, 1964 – 67
Les Aventures de Tanguy et Laverdure – L’intégrale 2: Cap Zéro, Frankreich, 1997
Egmont Ehapa, Köln, 03/2010
HC-Album, Ehapa Comic Collection
Adventure, Action, Funny
ISBN 978-3-7704-3317-9
Aus dem Französischen, Konzept und redaktionelle Beiträge von Horst Berner
Fotos, Zeichnungen und Abbildungen im Sekundärteil aus verschiedenen Quellen

www.ehapa-comic-collection.de
www.dargaud.com
www.jmcharlier.com/
www.lambiek.net/artists/u/uderzo.htm
http://lambiek.net/artists/j/jije.htm

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

In „Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure – Gesamtausgabe 3“ wird die im vorherigen Band begonnene Geschichte „Canon Bleu antwortet nicht mehr“ fortgesetzt. Außerdem gibt es zwei weitere Abenteuer und einen humorigen Kurz-Comic. Der illustrierte Sekundärteil ist diesmal ziemlich kurz, würdigt aber, dass sich Albert Uderzo von Jijé (Joseph Gillain) ablösen ließ.

Eine ultramoderne Mirage wurde entführt, und Laverdure befindet sich in der Gefangenschaft der Verbrecher. Verzweifelt bemüht er sich, eine Spur zu hinterlassen, falls Tanguy zurückkehrt, um nach ihm zu suchen. Aber die Zeit wird knapp, denn Laverdure soll beseitigt werden, weil er zu viel weiß. Unterdessen ist Tanguy tatsächlich stutzig geworden, aber den Freund zu finden, verlangt von ihm, dass er eine Menge Risiken auf sich nimmt.

Tanguy, Laverdure und ihre Kameraden führen in Schwarzafrika die neue Mirage III C vor. Nach einigen seltsamen Vorfällen sickert das Gerücht durch, dass Präsident Yamago ermordet werden soll. Offenbar plant man, seine Maschine abzuschießen. Tanguy ahnt, wer dahintersteckt, und versucht, dem Attentäter das Handwerk zu legen. Tanguy und Laverdure müssen wegen eines Spezial-Einsatzes ihren wohl verdienten Urlaub verschieben. Was sie am Zielort erwartet, ist ein wahres Urlauber- und Skifahrer-Paradies, das den anfänglichen Ärger schnell vergessen lässt. Auch das Einweisen eines indischen Luftwaffenpiloten scheint kein größeres Problem darzustellen. Ein Sabotageakt bringt jedoch die Mirage in Misskredit …

Die einzelnen Geschichten sind einander nicht unähnlich. Sie spielen zwar an verschiedenen Orten und warten mit wechselnden Nebenfiguren auf, doch fast immer geht es darum, dass der Ruf eines Piloten oder seiner Maschine geschädigt werden soll, feindliche Mächte militärische Geheimnisse und neue Technologien stehlen wollen, Sabotageakte und Attentate verübt werden. Allerdings sind das typische Themen der 1960er Jahre, und stets taucht rechtzeitig der Überheld auf, um in „James Bond“-Manier das Problem zu lösen. Hier ist Tanguy die zentrale, allen überlegene Figur. Sein Begleiter Laverdure, der mit einigen Schwächen ausgestattet ist, wirkt darum viel menschlicher und sympathischer.

Beispielsweise schenkt er sein Herz grundsätzlich der Falschen oder trinkt einen über den Durst und gerät dadurch in Schwierigkeiten, die oft größere Dimensionen annehmen, als man geahnt hätte. Trotzdem ist er ein guter Freund und zuverlässiger Kamerad, der seinen Fehler sogleich wieder auszubügeln versucht. Frauen haben in dieser technisch und militärisch geprägten Welt keine größeren Auftritte und fungieren lediglich als schmückende Statistinnen oder Spioninnen. Interessanterweise durfte in „Sondereinsatz“ Corine etwas aktiver mitmischen, offenbar nach dem Vorbild der „Bond“-Girls, und sie erleidet auch prompt dasselbe Schicksal wie diese, weil sie auf der falschen Seite steht.

Man muss „Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure“ als typische Comics ihrer Zeit sehen, als noch klar getrennt wurde in Titel für Jungen und Mädchen, bei der Rollenverteilung von Mann und Frau, in Gut und Böse, jede Handlung irgendwann belohnt oder bestraft wurde und die Vorgaben für das Genre deutlich definiert waren, damit der Titel auch bei der Zielgruppe ankam. Die realistisch gezeichnete Flieger-Serie wendet sich in erster Linie an männliche Leser, die sich vor allem für den technischen und militärischen Aspekt der Handlung interessieren und spannende Abenteuer mit einem guten Schuss Humor lesen wollen. Durch das Hinzuziehen von Jijé hat sich nicht viel geändert, doch wirken seine Illustrationen etwas lebhafter, moderner, und er scheint auch viel Spaß daran zu haben, Laverdure in peinlich-komische Situationen zu bringen.

Wer die Reihe noch von früher kennt und sich beim Lesen gern nostalgischen Gefühlen hingibt, wird gewiss viel Freude an der schön gestalteten Sammler-Ausgabe haben.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
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