Deimos

Warlord 2: Deimos
von Mike Grell
US-Format, Hardcover, sw + 16 Farbseiten, 192 Seiten
ISBN 978-3-941248-88-5

www.cross-cult.de
www.thewarlord.ca

Travis Morgan ist inzwischen gut etabliert in der Hohlwelt im Innern unserer Erde; einer Welt, in der sich Atavismen aller Art toll erhalten haben: Urzeittiere und wahrlich prähistorische Verhaltensweisen der Menschen: Es wird gerne zuerst gehauen, dann gefragt.

Der Held ist zumindest äußerlich auch wirklich ein Held. Im Ersten Kapitel dieses zweiten Buches gibt es auch sehr erhabene Statements in Sachen Freiheit und Gerechtigkeit. Allerdings zeigt der Warlord immer wieder, dass ihm das Zuhauen auch so was wie Spaß bereitet. Schön ist, dass dies zum Teil vom Autor auch ironisch gebrochen wird, er seine Figuren nicht zu ernst nimmt.

Der geneigte Leser und Betrachter wird ansonsten wie im ersten Band wieder in eine sehr exotische, wilde und gefährliche Welt geworfen. Die Handlung ist ordentlich straff, nicht sehr anspruchsvoll, aber spannend und bewegt sich auch auf einen Höhepunkt zu.

Travis ist nämlich Vater geworden und der eigentlich besiegte, tot geglaubte Bösewicht Deimos erfreut sich seiner Rachegelüste, die er auslebt, indem er den Sohn des Warlord entführt.

Bei der Reise durch die exotischen Gefilde Skartaris‘ erleben der Warlord, seine russische Begleiterin und sein Freund mit der Morgensternhand so einige Abenteuer.

So begegnet unser Held dem Tod persönlich – dieser tritt ihm aber in Form einer schönen Frau entgegen; na , das ist doch mal was!

Interessant, dass der Autor hier eine besondere Gestaltungsweise wählt: alle Penales sind gleich große Hälften einer Seite, längs aufgeteilt. In dieser Geschichte wird The Warlord fast philosophisch.

Erwähnenswert ist da noch eine sehr klassische UFO-Story: Aliens als letzte Überlebende ihres durch eine Supernova zerstörten Planeten suchen geeignete Menschendamen zum Erhalt ihrer Art.

Es gibt auch einen lustig anzuschauenden Mini-Magier, der über die Zeiten hinweg seinen Zauber auf die Abenteurergemeischaft ausübt.

Er findet seinen Sohn, der magisch gealtert ist und von Deimos als Waffe gegen seinen Vater eingesetzt wird. Hier gewinnt die Geschichte eine deutlich tragische Note.

Insgesamt machte die Lektüre wieder Laune; die Schwarz-Weiß-Zeichnungen zwingen zum genauen Betrachten, was sich durchaus lohnt, denn Grell kann zeichnen, das steht nun mal fest. Auch wenn die Posen seiner Figuren – wie schon zum ersten Band bemerkt – ziemlich theatralisch und überzogen wirken. Dazu, neben mitunter platten Wendungen, auch wieder flotte und ein wenig zynisch wirkende Sprüche.

Was Grell hier als Weltbild vermittelt, hat er sich im Vietnamkrieg angeeignet; aus dem Interview, der diesem Band angefügt ist, geht dies deutlich hervor; sicher ist es für den Leser nicht unwichtig zu wissen, was hinter dem Warlord steckt.

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