Der gesprungene Kristall

R. A. Salvatore
Der gesprungene Kristall

Die vergessenen Reiche: Die Saga vom Dunkelelf 4
Forgotten Realms Vol. 4: The Legend of Drizzt – The Crystal Shard, USA, 2007
Panini Comics, Stuttgart, 8/2007
PB, vollfarbige Graphic Novel im Comic-Format mit Klappbroschur, Fantasy, Action, 978-3-86607-350-0, 144/1695
Aus dem Amerikanischen von Oliver Hofmann und Astrid Mosler
Titelillustration und Zeichnungen von Val Semeiks, Dan Davis, Jeff Austib, John Stanisci, Jeremy Freeman, John Lowe und Blond

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Jahre sind vergangen, seit Drizzt die Unterreiche verlassen musste und in den Norden zog. Jetzt lebt er in der Nähe von ZehnStädte und hat sich als Waldläufer verdingt, der Wache hält, patrouilliert und auf mögliche Gefahren achtet. Dementsprechend ist er einer der Ersten, der von der herausdämmernden Bedrohung durch die kriegerischen Stämme der Barbaren erfährt. Doch der Rat von ZehnStädte will ihm nicht glauben – bis es fast zu spät ist…

Nach dem offensichtlichen Erfolg der ersten drei Bände um den aus der Art geschlagenen Drow Drizzt Do’Urden kommt jetzt auch die zweite Trilogie um seine weiteren Abenteuer in der Oberwelt als Comic in Deutschland heraus. Ob sich das ganze auch dieses Mal lohnt, sei dahin gestellt…

Drizzt, noch immer verachtet, spielt wenig erfolgreich den leidenden Edlen, der unter den Schrecknissen seiner Art leidet. Viel zu sehr leuchtet denn doch an den falschen Stellen die Dunkelheit in seinem Inneren auf. Ob er nun Lolth folgt oder nicht, ist nicht ausschlaggebend; geht man von diesem Comic aus, ist er nahe daran, den Kampf zu verlieren und seine Menschlichkeit abzulegen.

Überhaupt mutet es schon etwas merkwürdig an, all diese Muskel bepackten Superhelden, die, teils recht spärlich bekleidet, mitten im Winter ganz in Schwarz verpackt durch den Schnee stapfen – und keiner sieht sie… Da scheinen nicht nur Riesen gewaltige Tomaten auf den Augen zu haben, auch die Zeichner hätten vielleicht ein bisschen cleverer sein können. Aber, nun ja, der Leser soll eben einen langen Geduldsfaden haben. Dennoch stößt spätestens die Pantherdame Guenwyvar doch ziemlich ab, scheint sie inzwischen wohl unter Räude oder etwas Ähnlichem zu leiden – zumindest steht ihr vormals herrlich glänzendes Fell jetzt teils sehr struppig und katzenuntypisch ab.

Überhaupt ist gerade bei den Zeichnungen ein deutlicher Qualitätsverlust zu verzeichnen. Drizzt scheint manchmal schneller zu altern, als für einen Drow gut ist (ob es vielleicht an zuviel Sonne liegt?) und sieht dann älter aus, als selbst sein Großvater es dürfte. Dafür hat er an Brust, Armen und Schultern doch recht an Muskelmasse zugelegt – was nicht so wirklich zu einem Elfen passen will, selbst wenn dieser Elf ein Drow ist. Bei Barbaren mag dies ja noch angehen, eingedenk der Schädigung durch diverse Barbarenfilme, allerdings sollte man selbst ihnen doch genug Grips im Kopf zugestehen, dass sie ihre Muskelmassen im tiefsten Winter lieber wenigstens unter einem Umhang verbergen, bevor sie erfrieren. Tja, und dann wäre da noch Cattie-brie zu erwähnen, die man kaum noch wieder erkennt.

Offensichtlich haben die Schönheitschirurgen auch in den „Vergessenen Reichen“ Einzug gehalten…

Andere Figuren, wie etwa der Halbling Regis oder der Ex-Magierlehrling Akar Kessell, dagegen sind von den Zeichnern immer wieder recht vernachlässigt worden, wirken sie doch recht eindimensional und teils wirklich skizzenhaft. Gerade bei dem direkten Duell der beiden wie auch später beim Kampf gegen Drizzt tritt dies regelmäßig zu Tage und senkt die Qualität des Bandes deutlich.

Alles in allem ein eher schwächelnder Beginn der zweiten Trilogie. Sowohl die Handlung wie auch die Zeichnungen stottern und wollen nicht so recht vorankommen. Bleibt die Hoffnung, dass die Folgebände qualitativ wieder zulegen werden. (RSch)

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Vergessene Reiche, Bd. 4: Die Saga vom Dunkelelf: Der gesprungene Kristall

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