Der Hobbit – Oder Hin und zurück

Tolkien, John R. R.
Der Hobbit
Oder Hin und zurück
 
Verlag Klett-Cotta, 15. Aufl. 09.2011
Hobbit-Presse
ISBN 978-3-608-93818-0
Hardcover mit Schutzumschlag (von HildenDesign, München)
Übersetzt von Wolfgang Krege
Seiten/Umfang 382 Seiten
2 Karten auf den Innenseiten

www.klett-cotta.de/hobbitpresse

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Die Bücher, Abhandlungen, Aufsätze und Rezensionen zum Werk Tolkiens sind sicher Legion. Natürlich kenne ich sie nicht auch nur in nennenswerten Teilen und deshalb konnte ich unvoreingenommen an die Lektüre von „Der Hobbit“ (Erstveröffentlichung 1937) gehen. In einer anderen Ausgabe wird der Titel auch als „Der kleine Hobbit“ bis heute immer wieder veröffentlicht und legt im Titel und auch in der abweichenden Übersetzung mehr das Gewicht auf den Charakter als Kinderbuch.

Sicher hat Tolkien die ersten Geschichten aus seiner Fantasywelt Mittelerde für seine und andere Kinder geschrieben. Trotzdem finde ich diese werkgetreuere Übersetzung von Wolfgang Krege besser, weil eben dem Sinne Tolkiens entsprechend. Ja, man kann es Kindern vorlesen, wenn man auf deren Alter achtet. Denn auch in diesem Buch geht es stellenweise recht hart zur Sache. Und deswegen ist es auch durchaus ein Buch für Erwachsene, erst recht für Fans von „Herr der Ringe“ (Erstveröffentlichung 1954), welche schon immer dessen Vorgeschichte erfahren wollten.

Ob nun Tolkien schon immer vorhatte, eine vereinfachte Version für Kinder und Jugendliche und eine Version für Erwachsene zu schreiben, kann vielleicht ein Tolkienforscher sagen. Jedenfalls besitzt die (Kinder)Geschichte massenhaft Parallelen zu seinem unerreichten Epos.

Hier ist es Bilbo Beutlin anstelle Frodos, der ein Abenteuer zu bestehen hat. Und die Bezeichnung trifft eher auf Bilbos Erlebnisse zu, als auf das Drama, das Frodo erleiden muss und glücklicherweise überlebt. Anstelle der 9 gemischten Gefährten aus Zwergen, Elben und anderen Hobbits, hat Bilbo es mit 13 Zwergen als Mitstreiter zu tun. Doch andere Elemente sind – zumindest für mich – überdeutlich angelegte Ideen für sein späteres Großwerk:
– Der Zauberer Gandalf aus Auslöser des Abenteuers
– Dessen Trennung von der Gruppe und sein rettendes Auftreten in der Gefahr
– Verfolgende Orkhorden
– Gollum und der Ring (siehe weiter unten)
– Wanderung durch Bergstollen (hier das „Nebelgebirge“, dort „Moria“)
– Finstere Wälder (hier „Düsterwald“, dort „Fangorn“)
– Elben und Menschen (auch Elrond tritt auf)
– Ein schicksalhafter Berg (hier „der einsame Berg“, dort der „Schicksalsberg“)
… und viele, viele weitere Parallelen.

Ach ja, Gollum und der Ring: Natürlich ist zu Beginn des Romans Gollum Besitzer des einen Ringes und er ist verzweifelt, als er ihn vermisst und er verfolgt Bilbo auch. Doch der setzt in „Der Hobbit“ den Ring mehrfach ein, um sich unsichtbar zu machen. Die dramatischen Konsequenzen, die Frodo bei solchen Einsätzen zu erleiden hat, finden hier nicht statt. Entweder, weil Tolkien sich diese Ideen noch nicht ausgedacht hatte oder er eben sein damaliges Zielpublikum nicht verwirren und verschrecken wollte.

Auch das fulminante Ende („Die Schlacht der fünf Heere“) hat sein härteres Pendant in „Herr der Ringe“ und – für heutige Geschmäcker – das sehr lange Romanende findet sich auch hier. Alles in allem habe ich diese rund 380 Seiten genossen. Wer Tolkienfan ist – und diesen Titel noch nicht besitzen sollte – sollte sich nicht scheuen, genau jetzt zuzuschlagen: Als Weihnachtsgeschenk ist „Der Hobbit“ definitiv besser als so mancher Elektromist, der sich unter dem Baum wieder finden wird. Kinder mit solchen fantastischen Geschichten an das Medium Buch, das Genre Fantasy und das Werk Tolkiens und das Land Mittelerde heranzuführen, ist sicher nicht die schlechteste Idee.

Copyright © 2011 by Werner Karl

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