Der Mann aus Washington

Morris, Laurent Gerra (Text) & Achdé (Illustration)
Der Mann aus Washington

Lucky Luke 84
Lucky Luke –L’homme de Washington’, Frankreich, 2008
Ehapa, Köln/Berlin, 1. Auflage: 3/2009
HC-Album, Ehapa Comic-Collection, Funny, Satire, Adventure, Western, 978-3-7704-3283-7, 48/1000
Aus dem Französischen von Klaus Jöken
Titelillustration von Achdé
Foto von D. R.

www.ehapa.de
www.ehapa-comic-collection.de
www.lucky-luke.com
http://lambiek.net/artists/m/morris.htm

Gerade als sich Lucky Luke mit Billy the Kid duellieren will, erreicht ihn ein wichtiges Telegramm, das ihn nach Washington zitiert. Dort erfährt Lucky Luke, dass er Rutherford B. Hayes, einen der Kandidaten für das Amt des Präsidenten, während seiner Wahlkampagne durch den Westen als Leibwächter begleiten soll.

Schon bald muss Lucky Luke feststellen, dass dieser Auftrag kein Zuckerschlecken ist, denn offensichtlich hat Perry Camby, Hayes’ politischer Gegenspieler, jemanden angeheuert, um sich den Rivalen vom Hals zu schaffen. Hayes wird in einem Saloon von einem als Tänzerin verkleideten Messerwerfer attackiert, der Zug wird von Banditen angegriffen, ein Sprengstoffattentat wird verübt, Indianer überfallen die Postkutsche – vor praktisch allem, was im Wilden Westen passieren kann, muss Lucky Luke Hayes beschützen.

Aber wer von ihren Begleitern ist der gedungene Killer, der immer wieder gnadenlos zuschlägt?

Zweifellos schufen René Goscinny und Morris einige Highlights der Serie „Lucky Luke“, die seit dem Tod der beiden von anderen Künstlern fortgesetzt wird – und auch immer wieder mit einem grandiosen Feuerwerk an Gags aufzuwarten weiß, die denen der Altmeister in nichts nachstehen, so auch der 84. Band „Der Mann aus Washington“.

Gerra und Achdé bedienen sich historischer Persönlichkeiten, allen voran Rutherford B. Hayes, der, wie das Nachwort verrät, der 19. Präsident der Vereinigten Staaten wurde. Die Anspielungen sind jedoch überwiegend zeitgenössischer Natur und beziehen sich auf den jüngsten Wahlkampf in den USA, bringen populäre Künstler wie Michael Jackson, Elvis Presley, Britney Spears usw. ins Spiel. Das wiederum ist eingebettet in Szenen, die typische Western-Klischees und die Eigenarten der Einwanderer und der nativen Bevölkerung in den verschiedenen Landstrichen und Ortschaften parodieren.

Praktisch auf jeder Seite darf man sich über komische Szenen und gelungenen Wortwitz amüsieren. Über diese Flut an Details, die konkret etwas auf die Schippe nehmen, geht fast die eigentliche Handlung unter, doch die Künstler versäumen nicht, alle Fragen zu beantworten und für ein rundes Ende zu sorgen, das an die Eingangspanels anknüpft.

„Lucky Luke“ ist ein Spaß für Jung und Alt, genauso wie „Asterix“, „Isnogud“, „Spirou & Fantasio“ etc. Allerdings wird nur das reifere Publikum die ganzen Feinheiten entdecken und verstehen können, wodurch sich der Titel wohltuend abhebt von der Masse der simpel gestrickten Comics und Mangas, die vor allem an Kinder und Jugendliche adressiert sind. (IS)

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Lucky Luke (Bd. 84). Der Mann aus Washington

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