Der Qa’dj

kreuzzugJean Dufaux (Text), Philippe Xavier (Zeichnungen) & Jean-Jacques Chagnaud (Farbe)
Der Qa’dj
Kreuzzug 2

(sfbentry)
Croisade: Le Qua’dj, Frankreich, 2008
Splitter-Verlag, Bielefeld, 1. Auflage: 05/2009
HC-Album, Fantasy, History, Adventure
ISBN 978-3-940864-38-3
Aus dem Französichen von Resel Rebiersch
Titelgestaltung von Dirk Schulz unter Verwendung eines Motivs von Philippe Xavier

www.splitter-verlag.de
http://lambiek.net/artists/d/dufaux_jean.htm
http://lambiek.net/artists/x/xavier_p.htm
www.indigo-online.de

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Bei dem vergeblichen Versuch, Hierus Halem zu erobern und den Leichnam des heiligen X3 zu bergen, stirbt Gregor von Arkos, und sein Heer wird aufgerieben. Seinem ehrgeizigen Nachfolger Robert von Tarent stehen in Folge zu wenige Ritter zur Verfügung, um den Kreuzzug fortzusetzen. Eleonore, seine Geliebte und Gemahlin von Gunther von Flandern, ist bereit, den hohen Preis des Herrn der Maschinen zu bezahlen, wenn er sie unterstützt. Sogar ihre Schwester Syria, die Gunther liebt und der ihre Gefühle erwidert, will Eleonore opfern. Die Karawane, mit der Syria reist, wird überfallen. Alle werden ermordet, und sie selber erwartet im Harem von Sarek Pascha ein grausames Schicksal. Für Sultan Ab´Dul Rasim ist es eine Frage der Ehre, die Christenprinzessin aus der Gewalt dieses Monsters zu befreien, doch was hat er mit ihr vor?

Unterdessen suchen Gunther und sein Freund Nakasch nach einem Weg, die drohende Niederlage der Kreuzfahrer abzuwenden. Aber um die Hilfe der Juden von Samarand zu erhalten, muss erst der mysteriöse Aar besiegt werden, über den zu wachen sie gezwungen sind. Gunther glaubt, dass er weiß, was zu tun ist, und wagt sich zusammen mit Osarias, dem Anführer der Juden, Balko, einem seiner Leute, und Nakasch in die unterirdische Welt des Aar vor, der plötzlich und gnadenlos zuschlägt …

Nachdem im ersten Band der zugrunde liegende historische Kontext, das Setting, die wichtigsten Protagonisten und ihre Konflikte vorgestellt wurden, konzentriert sich der zweite Teil auf die Handlung und die Fortführung der Intrigen. Zahlreiche Personen sind involviert, die Schauplätze wechseln, Verrat und Magie sorgen für unerwartete Wendungen. Die Geschichte kommt ein gutes Stück voran, doch ist „Kreuzzug 2“ ein typischer ‚Mittelband’, dessen Vorgeschichte man zum besseren Verständnis kennen sollte, in dem sehr viel passiert, der auch mit einigen spannenden Cliffhangern endet – aber keinerlei Antworten gibt. Alles ist offen, und man muss auf jeden Fall die beiden Folgebände lesen, will man erfahren, was als nächstes passiert und ob es wenigstens für einige der Sympathieträger ein Happy End gibt.

Die Geschehnisse, wenngleich sie fiktiv sind, basieren auf historischen Ereignissen, Charakteren und Mythen; anhand der Namen kann man so manche Vorlage erkennen. Dadurch, dass nicht mit Gewalt verfremdet und modifiziert wird, bleiben die logischen Folgen erhalten, die Story ist atmosphärisch dicht und stimmig. Die Protagonisten sind Kinder ihrer Zeit, die im Namen ihrer Religion das heilige Grab befreien und Ungläubige bekehren oder auslöschen wollen – dies gilt für alle verfeindeten Mächte -, die aber in Wirklichkeit nach Ruhm, Macht und Reichtum streben. Diejenigen, die versuchen, unnötiges Blutvergießen zu vermeiden, sind in der Minderzahl. In opulenten Bildern, die voller Details und ansprechend koloriert sind, beschreiben die Künstler die Vorgänge, ohne die Gräuel von Kampf und Krieg, von Fanatismus und Wahnsinn zu beschönigen – eine Warnung, dass es in bewaffneten Konflikten nur Verlierer gibt und die Unbeteiligten die größten Opfer bringen müssen. Als Bonbon gibt es zwei aufklappbare Seiten, die somit über vier Seiten in drei Panels das Heranrücken des Herrn der Maschinen und seines Heeres zeigen.

„Kreuzzug“ ist ein faszinierendes Epos, das historische und phantastische Motive gelungen mischt. Die Story ist vielschichtig, spannend, voll menschlicher Tragödie; die Illustrationen sind aufwändig und wunderschön. Hat man Freude an Serien wie „Einhorn“, „Die Druiden“ oder „Die Legende von Maelmort“, wird man auch von dieser Tetralogie begeistert sein.

Copyright 2010 © by Irene Salzmann (IS)

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