Der schwarze Reiter

Peter Morwood
Der schwarze Reiter

The Horse Lord, USA/GB, 1983/1990
Piper Verlag, München, 1/2009
PB, Fantasy, Action, 978-3-492-29159-0, 460/895
Aus dem Irischen von Christian Jentzsch
Titelbild von Matthew Lau

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Neben diversen „Star Trek“-Romanen gehört wohl die 1983 erstmals erschienene Serie um den jungen Ritter Aldric Talvalin zu seinen bekanntesten Werken des irischen Autors Peter Morwood. Dieser wurde 1956 geboren und studierte Literatur an der Universität von Belfast, ehe er die Karriere eines Piloten der Royal Air Force einschlug.

Später zog er sich mit seiner Frau, der in den 1980er Jahren auch in Deutschland sehr bekannten Science-Fiction-Autorin Diane Duane, in das ländliche Irland zurück und wurde freischaffender Schriftsteller.

Aldric Talvalin ist der einzige Überlebende seiner Familie, die von Kalarr cu Ruruc mit Hilfe des Totenbeschwörers Duergar überfallen und heimtückisch abgeschlachtet wurde. Von seinem sterbenden Vater hat er den Auftrag bekommen, Rache zu nehmen und der Familie wieder zu einem Namen zu verhelfen, doch zunächst ist er nur ein Gejagter. Er irrt mit letzter Kraft durch den Wald und bricht schließlich vor einer heruntergekommenen Hütte zusammen.

Ein geheimnisvoller Mann namens Gemmel nimmt sich seiner an, entfernt den Pfeil aus seinem Rücken und beschließt, ihm zu helfen, weil Aldric seinem lange verstorbenen Sohn so ähnlich sieht. So pflegt er den Verletzten nicht nur gesund, sondern fängt damit an, ihn schließlich in den Künsten der Zauberei und des Schwertkampfes so weit zu schulen, dass er irgendwann vielleicht sogar eine Chance gegen seinen Feind hat.

Der Jüngling erweist sich schon bald als gelehriger und kluger Schüler. Er reift zu einem wahren Schwertmeister heran. Vier Jahre später hält Gemmel ihn für versiert genug, um sein Unterfangen in die Tat umzusetzen, und schenkt ihm neben Pferd und Rüstung auch die uralte magische Klinge ‚Witwenmacher’, die wie geschaffen für ihn zu sein scheint.

Doch damit er die dunkle Macht des feindlichen Totenbeschwörers ausschalten kann, der sich zusammen mit seinem Herrn mittlerweile in der Festung der Talvalins eingenistet hat, schickt ihn der alte Zauberer aus, um einen Zauberstab zu bergen.

Die Reise zu einer abgelegenen Insel wird für den jungen Ritter zu einer ersten Bewährungsprobe, in der er sich nicht nur mit Dieben und übermütigen Adligen sondern auch geheimnisvollen Drachen und blutrünstigen Piraten herumschlagen muss.

Peter Moorwood bedient sich in seinem Roman „Der schwarze Reiter“ Klischees, die in der Heroic Fantasy schon seit Jahrzehnten Gang und Gäbe waren und sind:

Ein junger Held zieht hinaus in die Welt, um Rache an denen zu nehmen, die seine Heimat zerstörten und seine gesamte Familie auslöschten. Dankbarerweise findet er einen weisen alten Lehrmeister, der ihm die notwenigen Dinge beibringt, ehe er auszieht, um das zu tun, weswegen er überhaupt lebt. Alles andere lässt er erst einmal außer Acht, auch mögliche Gefühle zu seiner Reisegefährtin, die sich an seine Seite gesellt. Kyrin ist kein hilfloser Love Interest, sondern eine Kampfgefährtin, die sich auch als Diebin ihrer Haut zu wehren weiß. Liebe und Romantik spielen im Buch allerdings keine Rolle.

Ungewohnt ist nur, dass der Autor keine barbarische oder antike Umgebung wählt sondern ein etwas zivilisiertes Setting. Interessanterweise vermischt er Ehrenkodex, Bewaffnung und Kampfstil der japanischen Samurai mit dem europäischen Mittelalter, so dass die Atmosphäre eine exotische Note erhält.

Der Verlauf der Geschichte ist sicherlich nicht neu, und auch die Charaktere bleiben sehr oberflächlich, aber die Handlung wird von Peter Morwood flott und unterhaltsam in Szene gesetzt. Er bietet eine gesunde Mischung aus Hintergrundbeschreibung, Dialogen und Action, die über die recht einfache Lösung ein wenig hinweg tröstet. Allein die Beweggründe, die Aldric zwingen, am Ende nicht sein Erbe anzutreten, sondern weiter ruhelos durch die Gegend zu ziehen, wirken zu aufgesetzt.

Das macht „Der schwarze Reiter“ zu kurzweiliger und leicht verdaulicher Unterhaltung mit einer abwechslungsreichen wenn auch nicht sonderlich originellen Handlung. (CS)

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