Die Herrschaft der Drachen

J. Robert King
Die Herrschaft der Drachen
GuildWars 2

(sfbentry)
Guild Wars: Edge of Destiny, USA, 01/2011
Panini, Stuttgart, 04/2011
PB mit Klappbroschur, Fantasy, Adventure
ISBN 978-3-8332-2237-5
Aus dem Amerikanischen von Tobias Toneguzzo und Andreas Kasprzak
Titelgestaltung von tab indivisuell, Stuttgart unter Verwendung einer Illustration von Kekai Kotkai

www.paninicomics.de/
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www.jrobertking.com/  
www.kekaiart.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Fast 200 Jahre  ist es her, dass Primordus, der erste der großen Drachen, erwachte und anfing, Angst und Schrecken in Tyria zu verbreiten. Ihm folgten Jormag, der alte Eisdrache, der das Volk der Nornen aus seiner Heimat vertrieb, und Zhaitan, der Untotendrache. Eine dunkle Zeit begann, in der sich alle Völker der Wut und Grausamkeit dieser Wesen beugen mussten, denn keiner konnte sie bezwingen. Viele Helden versuchten es, doch ein jeder von ihnen fand den Tod und stärkte damit die Macht der Monster. Und so kam es, dass nach und nach alle resignierten und nur noch Betrunkene oder Narren den Kampf wagten.

Bis zu jenem schicksalhaften Tag, als die junge Norn-Bildhauerin Eir Stegalkin beschließt,  die Schreckensherrschaft der Drachen nicht weiter zu akzeptieren. Sie macht sich auf den Weg, eine Heldengruppe zusammenzustellen, wie die Welt sie zuvor noch nie gesehen hat. Zusammen mit den Asura-Wissenschaftlern Snaff und Zojia, dem Charr-Krieger Rytlock, dem Menschensöldner Logan und Caithe, der Sylvari, beginnt sie einen erbitterten Kampf gegen die Truppen der Drachen. Tatsächlich gelingt es den Abenteurern, sich als Heldentruppe Klinge des Schicksals einen Namen zu machen und einige Siege zu erzielen, denn noch nie wurden die Fähigkeiten so vieler unterschiedlicher Völker in einer Gruppe vereint. Doch werden ihre Kräfte auch ausreichen, wenigstens einen der großen Drachen zu bezwingen?

Die „Herrschaft der Drachen“ des amerikanischen Autors und Spiele-Designers J. Robert King ist das zweite Buch einer sich derzeit in Arbeit befindlichen Romanserie, die auf den beliebten „GuildWars“-Onlinerollenspielen basiert. Allerdings handelt es sich hierbei um ein eigenständiges Werk, das nicht den ersten Band fortsetzt, sondern eine unabhängige Geschichte erzählt. Eine Karte und eine Zeittafel am Anfang des Buches geben einen schnellen Überblick über die Welt Tyria und ermöglichen so auch dem „GuildWars“ unkundigen Menschen, sich schnell und unkompliziert in das ihm fremde Spiel-Universum einzufinden. Mit dem Prolog wird man als Leser dann auch schon mitten in die Geschichte um die ungewöhnliche Heldentruppe geworfen, in der es natürlich für Fans der Spiele eine Menge zu entdecken und wiederzuerkennen gibt.

Die detailreichen Charakter- und Völkerbeschreibungen orientieren sich sehr eng an den Rassen und der Heldenklassen der Spielwelt. Durch ihre treffenden, oft amüsanten Dialoge gelingt es dem Autoren aber, ihnen die nötige Individualität einhauchen, so dass sie schnell mehr werden als bloße Abbilder standardisierter Spielfiguren. Doch nicht nur die Beschreibungen, auch der Erzählfluss orientiert sich eng am Computerspiel. Levelartig durchlaufen die Helden ihre Kämpfe, nutzen Sprungtore, um sich schnell von einem Ziel zum nächsten zu bewegen, und erhalten immer wieder neue ‚Questen‘ von Nebenfiguren. Ein Umstand, der den Fans der Spiele sehr gefallen dürfte, der Nichtkennern von „GuildWars“ jedoch wenig zusagen wird. Denn gerade die vielen aneinandergereihten Kampfszenen im Zwischenteil erscheinen irgendwann zu wenig abwechslungsreich und zu vorhersehbar, als dass sich echte Spannung aufbauen könnte.

Erst im letzten Viertel schafft der Autor es, das Ruder wieder herumzureißen und seine Geschichte noch einmal richtig interessant zu machen. Das Ende überrascht dann mit einer so absolut unerwarteten Wendung, dass man sich sogar wünscht, die Geschichte würde noch weiter gehen. Alles in allem ist „Die Herrschaft der Drachen“ also eher ein Buch für alle die, die die „GuildWars“-Computerspiele kennen und mögen, da es für Nichtspieler, die die vielen Anspielungen und Referenzen nicht verstehen können, höchstens ein durchschnittlicher Fantasy-Roman mit ein paar Längen im Mittelteil  ist.

Copyright © 2012 by Birgit Scherpe (BS)

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