Fluch der Karibik 2 – Roman zum zweiten Kinofilm

Wolfgang & Rebecca Hohlbein
Fluch der Karibik 2 – Roman zum zweiten Kinofilm

Originalfilmtitel: Pirates of the Caribbean 2 – Dead Man’s Chest, Disney Enterprises, USA, 2006
Basierend auf dem Drehbuch von Ted Elliott & Terry Rossio
Egmont VGS, Köln, 1. Auflage: 7/2006
TB, Roman zum Film, Abenteuer, Fantasy, 978-3-8025-3541-3, 252/990
Titelfoto und 8 Seiten Farbfotos im Innenteil von Disney

www.disney.de/DisneyKinofilme/pirates/
www.movie.de/filme/fluchderkaribik/
www.hohlbein.net/

Statt vor dem Traualtar landen Will Turner und Elizabeth Swann im Gefängnis. Man will sie jedoch von allen Anklagepunkten – sie hatten dem Pirat Jack Sparrow zur Flucht verholfen – frei sprechen, wenn Will den geheimnisvollen Kompass beschafft, der sich in Jacks Besitz befindet. Notgedrungen lässt sich Will auf den Handel ein und begibt sich auf die Suche nach Jack.

Dieser hat mehr als genug eigene Probleme, denn Davy Jones, Kapitän der Flying Dutchman, verlangt, dass Jack seine Schuld einlöst und hundert Jahre auf dem Schiff der Untoten dient. Um diesem Schicksal zu entgehen, plant Jack, das Herz seines Gegenspielers zu bergen, das auf einer geheimen Insel in einer vergrabenen Truhe ruht.

Natürlich will Davy Jones sein Herz in Sicherheit bringen, denn wenn es zerstört wird, stirbt er. Allerdings kontrolliert derjenige, der es an sich nimmt, durch Davy Jones die Meere, was ein Grund für die Britischen East-India Trading Company ist, ebenfalls nach dem Versteck zu forschen. Als Will davon erfährt, glaubt er, dass er damit seinen Vater befreien kann, der an die Flying Dutchman gebunden ist.

Ein Wettlauf um das Herz von Davy Jones beginnt, und es sieht ganz danach aus, als wäre der gerissene Jack diesmal der Verlierer…

Man muss den ersten Teil von „Fluch der Karibik“ nicht gesehen (oder gelesen haben), um den Geschehnissen folgen zu können, aber es empfiehlt sich, denn es gibt ein Wiedersehen mit vielen bekannten Figuren, die durch das andere Abenteuer Freundschaften und Animositäten aufgebaut haben. Dieses komplizierte Beziehungsgeflecht verleiht der Handlung mehr Tiefe.

Vom Roman zum Film darf man allerdings keine Tiefe erwarten, denn er erzählt lediglich das Drehbuch nach – wie leider so oft –, ohne mit den Gedanken und Gefühlen der Protagonisten zu ergänzen; stattdessen entfällt eher das eine oder andere Detail. In Folge wirkt der Roman sehr oberflächlich, da er sich auf Beschreibungen der Szenen und die Wiedergabe von Dialogen beschränkt.

Das mag dem Fan vielleicht genügen, der das Buch liest, um seine Erinnerungen aufzufrischen und besonders spannende oder witzige Szenen noch mal vor seinem inneren Auge ablaufen lassen zu können. Hat man den Film jedoch nicht gesehen, dann macht sich das Fehlen einer Atmosphäre, mit der jeder ‚richtige’ Roman seinen Leser zu fesseln versucht, negativ bemerkbar.

Zwar vermochte man mit Wolfgang und Rebecca Hohlbein zwei populäre Autoren zu gewinnen, die nach dem ersten Buch nun auch die Fortsetzung routiniert verfasst haben, aber es handelt sich um eine reine Auftragsarbeit und kein eigenes Projekt, in das man Herzblut einfließen lassen würde. Die Namen werden gewiss für Verkaufszahlen sorgen, aber man wird enttäuscht sein, sind die Erwartungen zu hoch.

„Fluch der Karibik 2“ ist ein farbenfrohes Leinwand-Spektakel voller gelungener Tricks und passend ausgewählter Schauspieler, spannender Action-Szenen und humoriger Einlagen.

Das Buch dazu ist leider nur eine blasse Nacherzählung, die den Leser nicht in den Bann ziehen und auch nicht die Atmosphäre des Films vermitteln kann. So wendet sich der Roman hauptsächlich an eingefleischte Fans, die den Band als ‚Gedächtnisstütze’ betrachten. Wer ein ‚echtes’ Piraten-Abenteuer lesen möchte, ist mit einem anderen Titel besser beraten. (IS)

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Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2

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