Gunsmith Cats – Revised Edition 1

Kenichi Sonoda
Gunsmith Cats – Revised Edition 1

Gunsmith Cats Revised Edition, Japan, 2005
EMA, Köln, 1/2009
TB, Manga, Action, Krimi, Comedy, 978-3-7704-6647-4, 456/1200
Aus dem Japanischen von Stefan Hofmeister

www.manganet.de

In den Jahren 1991 – 1997 veröffentlichte Kenichi Sonoda in dem japanischen Magazin „Afternoon“ aus dem Kodansha-Verlag die Serie „Gunsmith Cats“, um die Kopfgeldjägerinnen Rally Vincent und Minnie May Hopkins, die gegen Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre irgendwo in Chicago leben.

Auch wenn die Metropole nichts von ihrem Ruf als eine der Hauptstädte des Verbrechens verloren hat, haben die beiden jungen Frauen nicht immer so viel zu tun, wie wünschenswert wäre, deshalb betreibt Rally in einer abgelegenen Straße auch noch einen kleinen Waffenladen namens „Gunsmith Cats“.

Damit lebt sie aber auch eine ihrer größten Leidenschaften aus, denn sie liebt Pistolen, Gewehre und anderes über alles und schätzt diese als Ausdruck ihrer Selbstständigkeit. Und sie erhält als Händlerin auch Einblick in die Szene und kommt so manchem Deal schneller auf die Spur, als es den bösen Buben lieb ist.

Die Verfolgungsjagden führt sie am liebsten in ihrem getunten Shelby Mustang aus, den sie ebenfalls hegt und pflegt.

Minny May Hopkins ist von etwas anderem Kaliber. Die ehemalige Prostituierte kennt sich noch immer sehr gut in der Unterwelt aus, der sie einmal angehört hatte, und unterhält eine lockere Beziehung zu dem Drogenkurier und Fluchtfahrer Bean Bandit, der zwar zunächst mehrfach mit Rally zusammenrasselt, sich dann aber auch mit ihr anfreundet. Weitere Unterstützung finden sie in der Diebin und Einbrecherin Misty Brown und der Informationsbeschafferin Becky Farrah. Und nicht zuletzt steht mit Detective Roy Coleman auch das Gesetz auf Rallys Seite und greift stets dann ein, wenn es brenzlig wird.

Und so legen sie sich immer wieder mit großen und kleinen Fischen an. In diesem Band wird auch schon die Feindschaft mit Gordi begründet, einer geheimnisvollen Drogenhändlerin, die enge Verbindungen zur italienischen Mafia hat.

In den vielen Einzelabenteuern, die sich meist über nicht mehr als zwei oder drei Kapitel erstrecken, wird nur eine lose zusammenhängende Geschichte erzählt. Zwar bezieht sich das eine oder andere Kapitel auf seine Vorgänger, aber nicht so, dass man unbedingt zurückblättern muss. Die Fälle selbst sind nicht sonderlich kompliziert. Zumeist dienen sie bloß als Aufhänger für rasante Verfolgungsjagden und wilde Schießereien oder um die zwischenmenschlichen Gags der munteren Heldinnen zu transportieren.

Dabei fällt auf, dass die deutschen Texte oftmals harmloser sind als sie in der gegebenen Situation wirken müssten – man hat durchaus immer wieder das Gefühl, dass die Inhalte aufgrund der jungen Leserschaft entschärft wurden, gerade was die sexuellen Anspielungen und markigen Sprüche angeht.

Zwar sind die Heldinnen von ansehnlichem Äußeren und rücken sich manchmal ins rechte Licht, aber nicht die Erotik, sondern eher Action und Abenteuer stehen im Vordergrund der Geschichte, zusammen mit einem ordentlichen Schuss von manchmal recht brachialem Humor. Die Bilder sind klar und dynamisch gezeichnet. Allein die manchmal viel zu großen Soundeffekte stören in den eigentlich ausgewogenen Zeichnungen.

Bereits in den 1990er Jahren erschien der Comic in Deutschland, folgte damals aber der gespiegelten und etwas größer gezogenen amerikanischen Ausgabe von Dark Horse.

Heraus kommt eine freche und quirlige Action-Comedy, die zu den Klassikern des Genres gehört und spannend zu unterhalten weiß, da der Autor ausgewogene Geschichten präsentiert, in denen es sogar etwas wie eine Handlung gibt. (CS)

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Gunsmith Cats Revised Edition 1

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