Hammer und Kreuz

Brian Wood
Northlanders 2: Hammer und Kreuz

Northlanders 11 – 16, USA, 2008/09
Panini Comics, Stuttgart, 02/2010
PB mit Klappbroschur, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat
Action, Abenteuer
ISBN 978-3-86607-928-1
Titelbild und Zeichnungen von Ryan Kelly, Farben von Dave McCaig
Aus dem Amerikanischen von Bernd Kronsbein

www.paninicomics.de
www.brianwood.com
www.funrama.blogspot.com
www.dave-co.com/

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Der 1972 geborene Brian Wood ist seit Abschluss seiner Ausbildung im Jahr 1997 Zeichner und Autor von Comics. Vor allem die Reihe „DMZ“ wurde zum Erfolg. Mit „Northlanders“ versucht er nun, ein ebenso spannendes wie vielschichtiges Bild eines Volkes zu schaffen, das schon immer für actionreiche Geschichten gut war: die Wikinger. Händler und Eroberer, wilde Piraten, wagemutige Entdecker und treue Beschützer – das sind nur einige der vielen Gesichter, die die Bewohner Skandinaviens zwischen dem 7. und dem 12. Jahrhundert an den Tag legten.

Zu den Ländern, die zeitweise unter ihre Herrschaft fielen, gehörte auch Irland. Im Jahr 1014 ist die Herrschaft an die Wikinger gefallen, die nach und nach den Adel entmachten und sich selbst als neue Herren des Landes aufspielen. Wer sich ihnen unterwirft, wird in Ruhe gelassen und in die Gesellschaft integriert. Nur die, die sich weiterhin weigern, die Eroberer anzuerkennen, müssen damit rechnen, von ihnen gejagt zu werden. Einer von diesem Rebellen ist ein Hüne, der sich Magnus nennt. Er wütet wie eine Ein-Mann-Armee unter den Männern, die sich auf den verlassenen Gehöften eingerichtet haben und nun versuchen, sich dort eine neue Existenz aufzubauen. Er verschont die Männer, Frauen und Kinder seines eigenen Volkes, metzelt aber alle Eindringlinge, derer er habhaft werden kann, aus dem Hinterhalt nieder.

Lord Ragnar Ragnarson erfährt von den Angriffen und setzt sich auf die Spur des geheimnisvollen Attentäters. Sehr schnell findet er heraus, dass Magnus nicht alleine ist, sondern bei seinen Angriffen von einem Mädchen begleitet wird, das er um jeden Preis zu schützen versucht. Auch wenn er immer wieder Fehlschläge einstecken muss und dabei Männer und Hunde verliert, Ragnar gibt doch nicht einfach auf, sondern hofft auf eine Gelegenheit, seinen Gegner in die Falle zu locken – und wenn es durch dessen eigene Tochter sein muss. Wer ist nun gut und wer böse? Der Ire Magnus, der sich auf einen Rachefeldzug eingelassen hat und dabei immer mehr zu einer wahnsinnige Bestie wird – oder der Lord, der allein seine Pflicht tut und den Killer zur Strecke bringen will, der seine Landsleute ermordet, die allerdings selbst die Einheimischen von ihren Gehöften vertrieben oder gar ermordet haben?

Bei all der Action, den Auseinandersetzungen und Kämpfen stellt der Comic auch diese Frage und lässt letztendlich offen, wer von den beiden den gerechteren Feldzug führt. Interessanterweise liegt der Fokus zunächst auf dem Iren und seiner Tochter. Nach und nach verschiebt sich aber der Blickwinkel und lässt einige Dinge in einem anderen Licht erscheinen. Das ist raffiniert gemacht und hält die Spannung bis zum Ende der Geschichte aufrecht. Die Zeichnungen sind so, wie man sie von einem klassischen Abenteuer-Comic erwartet – detailreich in den Hintergründen und dynamisch in den Kampfszenen, aber auch ordentlich recherchiert. Heraus kommt ein historischer Abenteuer-Comic, der eine in sich geschlossene Geschichte erzählt und vor allem den Lesern gefallen dürfte, die auch „Conan“ und „Red Sonja“ mögen.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

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