Herr der Maschinen

Jean Dufaux (Text), Philippe Xavier (Zeichnungen) & Jean-Jacques Chagnaud (Farbe)
Herr der Maschinen
Kreuzzug 23

(sfbentry)
Croisade: Le maitre des machines, Frankreich, 2009
Splitter Verlag, Bielefeld, 1. Auflage: 01/2010
HC-Album, Fantasy, History, Adventure
ISBN 978-3-940864-39-0
Aus dem Französischen von Resel Rebiersch
Titelgestaltung von Dirk Schulz unter Verwendung eines Motivs von Philippe Xavier

www.splitter-verlag.de
http://lambiek.net/artist/d/dufaux_jean.htm
http://lambiek.net/artist/x/xavier_p.htm
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Robert von Tarent wurde zum Anführer der Kreuzfahrer gewählt, die Hierus Halem befreien und den Leichnam des heiligen X3 bergen wollen. Ihr Vormarsch wird jedoch vom Heer des Sultans Ab’Dul Rasim und durch den tödlichen Wüstenwind gestoppt. Um die Machtposition ihres Geliebten Robert zu sichern, schließt Eleonore, die Gemahlin von Gunther von Flandern, einen Pakt mit dem Herrn der Maschinen, der entgegen ihrer Wünsche diese Gelegenheit ergreift, um Robert, der nach einem Blick in den Spiegel der Sünderin Magdalena immer mehr seinen Ängsten und dem Wahn verfällt, durch ein Gottesurteil aus dem Weg zu räumen.

Unterdessen wird Eleonores Schwester Syria, die in Gunther verliebt ist, von Ab´Dul Rasim aus dem Harem des grausamen Sarek Pascha errettet. Obwohl ein Orakel ihn warnte, verliebt sich der Anführer der Muslime in die schöne Christin, und sie ist durchaus geneigt, sich ihm hinzugeben, aber dann erinnert sie sich an Gunther, über dessen Schicksal sie nichts weiß. Dieser hat mittlerweile Kontakt zu den Juden von Samarand aufgenommen und möchte sie um Unterstützung für die Kreuzfahrer bitten. Im Gegenzug will er sie vom Aar, dessen Hüter die Juden sind, befreien, doch müssen die mutigen Ritter, die das monströse Wesen in seinem unterirdischen Reich aufstöbern, einen hohen Preis zahlen.

Die Story orientiert sich an realen Geschehnissen und historischen Persönlichkeiten (dazu gibt es auch ein Vorwort des Autors, ergänzt durch einige Abbildungen), wobei es den Künstlern gelingt, die unheilvolle Atmosphäre des Konflikts einzufangen, das Denken und Handeln der Protagonisten, die Kinder ihrer Zeit sind, glaubwürdig darzustellen und alles durch eine Portion Magie zu einer phantastischen Abenteuererzählung auszubauen, die vertraut und fremd zugleich erscheint. Bd. 1 der vierteiligen Serie „Kreuzzug“ stellte das Setting, die Akteure und die Problematik vor. Im zweiten Album wurden die Intrigen vorangetrieben und weitere Charaktere eingeführt. Im dritten Teil stehen die Hauptfiguren an einem Scheideweg: Sie müssen eine Wahl, die ihr Leben nachhaltig beeinflussen wird, treffen, mit Verlusten, hässlichen Wahrheiten und den Folgen ihres Tuns fertig werden.

Genauso wie die Christen untereinander zerstritten sind und über ihre Machtkämpfe den eigentlichen Grund ihres Hierseins fast vergessen haben – natürlich geht es den Kreuzfahrern in erster Linie um Ruhm und Reichtümer, und ihre Gier legitimieren sie durch den Auftrag ihrer religiösen Führer, die ebenfalls weltliche Interessen haben -, gibt es auch in den Reihen der Muslime Personen, die eigene Ziele verfolgen und keine Skrupel kennen. Als dritte Kraft halten sich die Juden bislang im Hintergrund. Welche Konsequenzen sich aus den jüngsten Bündnissen und Entwicklungen für alle Parteien ergeben, ist noch offen, und so bleibt die Spannung nach reichlichen Appetithäppchen gewahrt. Die Geschichte wird in wunderschönen, detailreichen Bildern wiedergegeben, klammert aber auch die grausigen Seiten von Verrat und Krieg nicht aus.

Die Sinnlosigkeit der Gräuel, die auf einige Fanatiker zurückgehen, wird deutlich gezeigt und steht in einem schockierenden Kontrast zu den wenigen ruhigen Szenen, die vage hoffen lassen, dass eine Verständigung trotzdem möglich ist und weitere Blutbäder vermieden werden können. Als Bonbon gibt es wieder zwei aufklappbare Seiten, die das tragische Schicksal von Robert von Tarent schildern, der zu viel wollte und einen schwerwiegenden Fehler beging. „Kreuzzug“ ist eine großartige Reihe, die es mit Titeln wie „Einhorn“, „Die Druiden“ und „Silbermond über Providence“ aufnehmen kann. Die Story ist spannend und voller Überraschungen, die Charaktere und menschlichen Tragödien können überzeugen, und die Illustrationen sind eine wahre Augenweide. Sammlern schöner Comic-Alben und den Freunden des historisch-phantastischen Genres kann man die Serie nur wärmstens empfehlen!

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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