Old Man Logan: Die Rückkehr

Brian Michael Bendis, Ivan Brandon
Old Man Logan: Die Rückkehr

Old Man Logan 1 – 5 + Secret Wars: Battleworld 3: A thousand Cuts (Old Man Logan, Kapitel 1 – 5 + Tausend Schnitte), Marvel, USA, 2015
Panini Comics, Stuttgart, 05/2016
PB, Comic, Superhelden, SF, Action, Drama, 9783957986177, 148/1499

Aus dem Amerikanischen von Jürgen Petz
Titelillustration von Andrea Sorentino

Zeichnungen von Andrea Sorrentino, Aaron Conley, Marcelo Maiolo

www.paninicomics.de

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http://ivanbrandon.com/

https://twitter.com/and_sorrentino

https://twitter.com/aaronconley77?lang=de

http://maiolo.deviantart.com

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Logan lebt mit Danielle Cage und Bruce Banners Baby in Battleworld, einem apokalyptischen Ödland, das sich aus verschiedenen Realitäten zusammensetzt und von Schurken terrorisiert wird. Eines Tages fällt ihm dort der Kopf eines Ultrons vor die Füße, der von jenseits des Walls, einer gigantischen Mauer, gekommen sein muss, wo der gottgleiche Victor von Doom regiert. Logan spürt, dass dieses Artefakt eine Spur in seine Vergangenheit sein könnte, und macht sich auf den Weg, Antworten zu finden.

Brian Michael Bendis selbst hat den Vergleich seines „Old Man Logan“ zu Frank Millers Meisterwerk „Die Rückkehr des Dunklen Ritters“ gezogen. Was auf jeden Fall zutrifft ist, dass „OML“ ein großartiger Trip für Auge und Hirn ist.

Der italienische Künstler Andrea Sorrentino („Ich, der Vampir“), der schon DCs „Green Arrow“ mit seinen Bildern um einige Stockwerke nach oben katapultiert hat, scheint immer besser zu werden. Seine ‚überbelichteten‘ Bilder, die verfremdeten Farben – ein nicht zu unterschätzender Verdienst von Colorist Marcelo Maiolo -, die Bild im Bild- oder Puzzle-Effekte vermengen sich zu einer nahezu halluzinatorischen Erfahrung, sodass die Geschichte fast eine untergeordnete Rolle spielt.

Trotzdem wird der Kopf ordentlich durchgepustet, denn der bekannte Status quo des Marvel-Universums existiert hier nicht. Logan, der seinen eigenen Erinnerungen nicht trauen kann, streunt wie „Mad Max“ oder wie Stephen Kings Revolvermann Roland Deschain durch das unwirtliche Italowestern-Ödland, ungewiss, was ihn in der nächsten Sekunde erwartet und wer Freund und wer Feind ist.

Die ganze Story wirkt zudem durchgehend surreal; einmal, weil man hier auf Motive und Figuren des bekannten Marvel-Kosmos‘ trifft, die doch in gänzlich anderen Konstellationen agieren, zum Zweiten, da Logan selbst kaum Einfluss auf seinen Schicksalsweg nehmen kann und sich ohne eigenes Zutun ständig neuen Situationen ausgesetzt sieht, die er in seine unzuverlässige Erinnerungen einzufügen sucht.

So ist „Old Man Logan: Die Rückkehr“ wie ein klassisches Märchen oder eine antike Sage aufgebaut, in der der Held stets neuen Gefahren gegenübersteht und über sich selbst hinaus wachsen muss. Am Ende erfolgt eine regelrecht mythische Überhöhung Logans, der als eine Art Auserwählter den bevorstehenden Angriff gegen Victor von Doom anführen soll. Bester Nährboden also für die folgende fortlaufende „Old Man Logan“-Serie, geschrieben von Jeff Lemire und weiterhin gezeichnet von Andrea Sorrentino, womit das „Green Arrow“-Dream-Team wieder vereint ist.

Mit „Old Man Logan: Die Rückkehr“ setzt Superstar-Autor Brian Michael Bendis („Daredevil“, „Jessiva Jones“, „Powers“) die „Old Man Ligan“-Storyline von Kollege Mark Millar als Teil des „Secret Wars“-Crossovers fort. Um alle Anschlüsse parat zu haben, schadet es jedoch nicht, diese zu kennen.

Als kleiner Bonus ist in dem Paperback noch eine Nonsens-Geschichte aus „Secret Wars: Battleworld 3“ enthalten, in der hunderte von verschiedenen Wolverine-Inkarnationen aufeinandertreffen, um sich gegenseitig den Garaus zu machen. Zeichnerisch umgesetzt von Aaron Conley würde diese Story ganz gut ins „Mad-Magazin“ passen.

Die Miniserie setzt Mark Millars „Old Man Logan“ kongenial fort und mystifiziert den von der Vergangenheit gezeichneten alten Logan zum Auserwählten. Atemberaubend umgesetzt von Ausnahmekünstler Andrea Sorrentino und Colorist Marcelo Maiolo.

Copyright © 2016 by Elmar Huber (EH)

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