Damaskus – Der Geschmack einer Stadt

damaskus-e28093-der-geschmack-einer-stadtMarie Fadel & Rafik Schami
Damaskus – Der Geschmack einer Stadt

Nach dem gleichnamigen Buch „Damaskus – Geschmack einer Stadt“
Hanser-Verlag, München, 2002
steinbach sprechende bücher, Schwäbisch Hall, 7/2008
3 CDs in Papp-Display, Hörbuch, Belletristik, Kultur, Geschichte, Essen & Trinken
ISBN 9783886987528, ca. 199 Min.
Gelesen von Rafik Schami und Andrea Hörnke-Trieß
Titel und Innenfotos von verschiedenen Künstlern
Extra: 40-seitiges Rezeptbuch

www.sprechendebücher.de
www.rafik-schami.de

1946 wurde Rafik Schami in Damaskus geboren, 1971 kam er nach Deutschland, um Chemie zu studieren, und blieb nach seiner Promotion im Land. Er zog in die Pfalz. Schließlich begann er zu schreiben und wurde 1989 mit „Erzähler der Nacht“ im deutschen Raum bekannt. Doch seine Heimat hat er niemals vergessen, auch wenn sie ihm selbst seit einiger Zeit verschlossen ist. Ein Projekt, dem deutschen Leser Damaskus und vor allem das christliche Viertel, in dem er aufgewachsen ist, näher zu bringen, drohte zu scheitern. Dann aber kam seine Schwester Marie Fadel auf eine Idee. Sie würde als Geschichtenerzählerin fungieren, und ihr Bruder sollte die Schilderungen in entsprechende Worte fassen. Da ihre Heimat aber mehr als nur ein Ort ist, beschlossen beide, der Stadtbeschreibung auch noch ein Kochbuch mit typisch syrischen Gerichten hinzuzufügen, um Interessierten auch die Sinnlichkeit des Orient näher zu bringen. Von der Idee und ihrer Ausführung erzählt Rafik Schami in den einführenden Kapiteln des Hörbuches, dann lässt er seine Schwester mit der Stimme von Andrea Hörnke-Trieß zu Wort kommen.

Sie erzählt von einem Damaskus fernab der Touren, die Reisenden nur ein unvollständiges Bild der Stadt geben. Zwar stellt sie auch die weltberühmte Omajaden-Moschee vor, zeichnet aber vor allem ein Bild des täglichen Lebens im christlichen Viertel. Sie berichtet von der Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner im Schatten großer Ereignisse, dem Miteinander von Christen verschiedener Konfessionen, Juden und Moslems. Sie beschreibt die Menschen aus ihrer Nachbarschaft liebevoll mit allen Marotten und Eigenheiten, klärt über Vorurteile auf und gibt humorvolle Anekdoten zum Besten. Leicht ist zu erkennen, dass auch in der streng patriarchalischen Welt der Mann nicht immer die Hosen anhat und manche Kinder leider zu sehr nach den Eltern schlagen, auch wenn man sie nach bestem Wissen und Gewissen erzieht.

Sie erklärt schließlich auch Hintergründe zu den Gerichten, so dass schließlich ein umfassendes, sehr warmherziges und lebendiges Bild der Stadt entsteht. Was ist „Damaskus – der Geschmack einer Stadt“ eigentlich? Ein Kochbuch, in dem die Hintergründe der kulinarischen Köstlichkeiten erklärt werden? Eine Kulturbeschreibung, die auch sehr intensiv auf Speisen und Getränke eingeht? Oder ein sehr persönlicher Blick zweier Geschwister auf eine Welt, die sie lieben und doch vermissen? Im Grunde alles zusammen, denn die Rezepte sind nicht nur so einfach dahin geschrieben, sondern mit allen möglichen Tipps und Anekdoten verbunden. Viele davon sind einfach nachzukochen, andere wieder sehr kompliziert und aufwendig. Die Stadtbeschreibung spricht auch noch Geschmack und Geruch an.

All das ist zudem noch stimmungsvoll mit Musik unterlegt und wird sehr lebhaft von der Sprecherin vorgetragen, so dass man nicht anders kann, als ihren Worten fasziniert zu lauschen und sich verzaubern zu lassen. Die Welt von „1001 Nacht“ erwacht in diesem Moment wirklich wieder zum Leben. Aus diesem Grund macht „Damaskus – Der Geschmack einer Stadt“ nicht nur Spaß beim Hören, sondern verlockt einen auch, das eine oder andere Gericht auszuprobieren, und macht Lust, die Stadt eines Tages vielleicht auch einmal selbst kennen zu lernen. (CS)

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