Diana auf allen Wegen

diana-auf-allen-wegenEmil F. Pohl
Diana auf allen Wegen

Verlag J. Neumann-Neudamm, Melsungen, 1/2007
HC, Belletristik, Erinnerungen, Waidwerk
ISBN 9783788811099
Titelbild und Fotos aus dem Archiv des Autors

www.neumann-neudamm.de

Verklärt durch viele Heimatfilme und einige wenige Dokumentationen ist das Bild, das sich viele Menschen von Jägern machen, nicht unbedingt immer richtig. Deshalb sind Erfahrungs- und Erlebnisberichte aus der Feder von Autoren, die selbst beruflich oder aus passionierter Leidenschaft auf die Jagd gegangen sind, besonders interessant, da sie deren Wahrnehmung ungefiltert beschreiben. Das ist auch bei Emil F. Pohls „Diana auf allen Wegen“ der Fall. Der Jäger erzählt von seinen Sternstunden während der Jagd, wozu nicht nur die Erlegung kapitaler Böcke gehört sondern noch viel mehr. Vor über fünfzig Jahren wurde er als junger Soldat von dem Anblick einer Diana-Statue so berührt, dass er sie nie vergessen konnte und das Bild ihn über viele Jahre Jagdleidenschaft begleitet hat.

Das Fieber endgültig geweckt wurde in ihm in den Pyrenäen. In einer abgelegenen Region wurde er von den Einheimischen nicht nur in deren Lebensart sondern auch in die Leidenschaft für die Hatz und Erlegung von Beute eingeführt. Das begründete eine ganze Reihe von Jagdreisen, die ihn in die Wachau führten nach Ungarn und an andere fast unberührte Landschaften Ost- und Mitteleuropas. Dabei beschreibt er nicht nur den Verlauf der Jagd, beginnend mit der Suche nach dem Wild und dem stundenlangen Auflauern, sondern geht auch auf die Landschaft und die Menschen ein, schildert seine ganz persönlichen Eindrücke und Erfahrungen, garniert das Ganze gelegentlich mit einer Anekdote und wird dann wieder ernst, wenn es zum entscheidenden Moment kommt.

All dass ist sehr persönlich und lebendig umgesetzt, auch wenn der Autor insgesamt sehr sachlich und nüchtern bleibt. Man merkt, dass er einer Generation entstammt, in der Gefühle – wenn sie überhaupt eine Rolle spielen durften – nur distanziert zur Sprache kamen, der Ablauf und die Methodik viel wichtiger waren als die Stimmung, die in ihm beim Anblick eines Nebel verhangenen Sees oder eines im Sonnenlicht badenden Waldes aufkam. Wie selbstverständlich benutzt er auch viele Fachbegriffe, die den meisten Laien eher verschlossen sind. So ist klar, dass er in erster Linie als Jäger für andere Jäger schreibt und nicht darüber nachdenkt, ob auch Laien Interesse an dem Buch haben könnten. Aus diesem Grund bleibt manches auch den Lesern, die nicht selbst schon einmal auf der Pirsch waren, fremd.

Daher ist „Diana auf allen Wegen“ in erster Linie für Jäger interessant, nicht aber für diejenigen, die ein wenig mehr von den Gefühlen verstehen möchten, die einen Waidmann bewegen, aus nicht beruflichen Gründen auf die Jagd zu gehen.

Christel Scheja (CS)

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