Die Blutkönigin

die-blutkoniginGünter Ruch
Die Blutkönigin

Verlag Philipp von Zabern, Mainz, 02/2010
HC mit Schutzumschlag
Belletristik, History, Romance
ISBN 978-3-8053-4148-6
Titelfoto „Statue in Ruinengarten“, Kroatien von Ralf Asmus
Umfang: 255 Seiten

www.zabern.de
www.guenter-ruch.de/

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Günter Ruch studierte Mittelalterliche Geschichte, war als Journalist, Werbegrafiker und Pressefotograf tätig. Seine schriftstellerische Karriere begann er im phantastischen Genre, wovon man immer noch einen Hauch in seinen aktuellen historischen Romanen spürt.

„Die Blutkönigin“ spielt in den Jahren des Gallischen Kriegs, ca. 58 – 50 v. Chr., in einer Region nördlich der Eifel zwischen Rhein und Maas. Caesar, damals Feldherr und Statthalter, war bestrebt, seine Position auszubauen und in Rom an Ansehen zu gewinnen. Man vermutet, dass er den Krieg bewusst provozierte, um Pompeius, der in den Ostprovinzen große Erfolge feierte, zu überflügeln. Der Krieg ermöglichte es Caesar, weitere Truppen anzufordern und sie durch die regelmäßigen Plünderungen gut zu bezahlen. Das und sein Charisma bewogen die Legionäre, auch hinter ihm zu stehen, als er 49 v. Chr. Rom in den Bürgerkrieg stürzte und sich zum Diktator ernannte. Auch wenn die Handlung des Romans fiktiv ist, stützt sich der Autor weitgehend auf bekannte Quellen und bindet historische Persönlichkeiten wie die Eburonenfürsten Ambiorix und Catuvolc, die Legaten Lucius Aurunculeius Cotta und Quintus Titurius Sabinus u. a. ein.

Die junge Duana, Tochter des Kriegsmeisters der Eburonen, ist in Caradoc, den Sohn des Schmiedes, verliebt. Obwohl sich die jungen Leute einig sind, scheint es keine Zukunft für sie zu geben, da die Väter verfeindet sind. Während der eine das Vordringen der Römer mit Argwohn beobachtet, paktiert der andere mit den Besatzern, um reich zu werden. Duana und Caradoc müssen ihre Hoffnungen schließlich ganz begraben, denn Sinned, Tochter und designierte Nachfolgerin der Druidin Meredyd, wird bei einem Angriff von germanischen Kriegern getötet. Das Blutorakel soll entscheiden, wer ihre Position künftig einnehmen soll – und die Wahl fällt auf Duana. Die Liebenden haben keine andere Wahl, als sich zu fügen.

Während sich Duana der harten Ausbildung unterzieht, hadert Caradoc mit seinem Schicksal. Dass er ausersehen ist, den Hirschgott zu verkörpern, der der jungen Druidin an Beltane die Jungfräulichkeit nimmt, ist süß und schmerzlich zugleich. Derweil werden die Römer, insbesondere die Truppen des Titurius’, immer brutaler und gieriger. Als sie so hohe Abgaben von den Eburonen fordern, dass das Volk den kommenden Winter kaum wird überstehen können, sind sich die Fürsten endlich einig: Es gibt Krieg. Auch Caradoc folgt dem Ruf seines Königs Ambiorix, während Duana in der scheinbaren Sicherheit des Druidenhofes auf gute Nachrichten hofft …

Man merkt, dass der Roman aus der Feder eines Autors und nicht einer Autorin stammt. Günter Ruch hält sich so dicht an historische Fakten wie nur möglich und beschreibt ausführlich die Schlachten und Gräueltaten der Römer, während die Romanzen vergleichsweise wenig Raum einnehmen und dann auch eher mit erotischen oder sadistischen Einlagen für etwas Würze sorgen.

Duana und Caradoc sind nicht das einzige Paar, das in den blutigen Wirren dieser Ära auf etwas Glück hofft. Der Tribun Marcus Valerius, ein Beispiel dafür, dass nicht alle Römer verderbt und blutrünstig waren, verliebt sich in Maura, die treverische Sklavin des grausamen Titurius’. Die Handlung plätschert in weiten Teilen gleichmäßig dahin, ohne dass es nennenswerte Höhepunkte gibt, außer den Gewalttaten. Die historischen Fakten erdrücken beinahe die Romanzen und alle Momente, in denen Spannung aufkommen könnte. Dennoch ist das Buch unterhaltsam geschrieben, man nimmt Anteil am Schicksal der Protagonisten – auf wessen Seiten die Sympathien des Autors liegen, ist eindeutig – und akzeptiert nebenbei einen kleinen Exkurs in Geschichte.

Der Schwerpunkt von „Die Blutkönigin“ liegt auf dem gut recherchierten geschichtlichen Hintergrund, und nur in zweiter Linie ist das Buch ein Liebesroman. Wenn man das im Hinterkopf behält und sich für das Zeitalter des Gallischen Kriegs, die keltische und römische Kultur interessiert, dann bietet der Titel spannende und informative Unterhaltung.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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