Die Luft, die du atmest

Carla Buckley
Die Luft, die du atmest

(sfbentry)
Originaltitel: The things that keep us here
Wunderlich
Rowohlt Verlag GmbH
ISBN 978-3-8052-0884-0
Belletristik / Roman
1. Auflage: Januar 2011
Aus dem Englischen von Karen Nölle
Umschlaggestaltung: Hafen Werbeagentur
Umschlagabbildung: ©  Vladimir Godnik/moodboard/Corbis
Foto der Autorin: © Brian Killian
Hardcover mit Schutzumschlag, 496 Seiten

www.rowohlt.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zur Autorin:

Carla Buckley wurde in Washington D.C. geboren. Sie hat in vielen verschiedenen Berufen gearbeitet, unter anderem als Pressereferentin für einen US-Senator, als Analystin für die Smithsonian Institution und als technische Redakteurin für einen Waffenlieferanten. Sie lebt mit ihrem Ehemann, einem Umweltwissenschaftler in Columbus, Ohio. „Die Luft, die du atmest“ ist ihr erster Roman. Sie arbeitet bereits an ihrem nächsten Buch.

Zum Buch:

Ann und Peter trennen sich als sie feststellen, dass die Gefühle, die sie füreinander hegen, nicht mehr so sind wie früher. Der Tod eines gemeinsamen Kindes hat sie über die Jahre entzweit und so kommt es, dass Ann mit den zwei Töchtern Kate und Maddie im ehemals gemeinsamen Haus bleibt und Peter fort zieht.

Ein Jahr später stellt Peter, der als Wissenschaftler tätig ist, fest, dass es in der näheren Umgebung  vermehrt zu Vogelsterben kommt. Schon einige Zeit ist klar, dass sich das Vogelgrippevirus verändert hat. Es bedroht nun den Menschen, zunächst nur im asiatischen Raum. Die Sterblichkeitsrate ist enorm hoch. Kurz darauf geschieht, was absehbar war: Die Vogelgrippe kommt näher, erreicht die USA und bedroht nun auch die Heimat von Ann und Peter. Schulen und öffentliche Einrichtungen werden geschlossen, Quarantäne wird ausgerufen. Peter sucht mit seiner engen Mitarbeiterin Shazia Zuflucht im Haus seiner Familie. Von Tag zu Tag werden die Lebensumstände dramatischer. Es fehlt an Lebensmitteln, der Strom fällt aus, die Heizung funktioniert nicht mehr, es gibt kaum noch ärztliche Versorgung, Wasserknappheit herrscht.

Carla Buckley schildert in ihrem Roman sehr eindrucksvoll die Emotionen in einer solchen Ausnahmesituation. Hier wird sehr gut deutlich, dass jeder Mensch anders ist und auch entsprechend anders reagiert. Im Roman wird das ausdrucksstark beschrieben als Ann ihrer Freundin Libby, bei der sie die Krankheit vermutet, den Zutritt ins Haus verwehrt und auch deren Baby Jacob, Anns eigenes Patenkind, vor der Türe liegen lässt. Ann fürchtet sich vor der Erkrankung, sie schützt mit ihrem Verhalten die eigenen Kinder. Was im Buch sehr egoistisch und unmenschlich erscheint, ist für eine Mutter durchaus nachvollziehbar. Hier haben einfach die eigenen Kinder Vorrang.  Peter wiederum ist ein anderer Mensch. Er hat das Herz am rechten Fleck und nimmt das Kind auf, er riskiert alles für das Leben dieses Babys.

„Die Luft, die du atmest“ schildert den Verlauf einer Pandemie mit dem Blickwinkel auf eine einzige Familie gerichtet. Hier wird der Alltag dieser Menschen geschildert, ihre Ängste und Sorgen, ihre Gefühle, kurze Momente des Glücks und der Verzweiflung. Wer von diesem Buch auch einen Blick auf ein größeres Umfeld erwartet, vielleicht sogar auf die Entstehung und Ausbreitung einer solchen Pandemie und deren Hintergründe, die Klärung von Fragen in Bezug auf die Vogelgrippe oder ähnliches, der wird hier vielleicht enttäuscht sein.

Die Geschichte wirkt sehr realistisch. Die Figuren mag man oder man mag sie nicht, so wie man jeden Menschen, den man kennen lernt, sympathisch oder unsympathisch findet. Carla Buckley verschönert in ihrem Roman nichts, nutzt aber auch keine reißerische Darstellung. Die bloße Schilderung dieser Ausnahmesituation Pandemie ist Spannung genug. Ein Buch, das nachdenklich macht und bewegt. Eine Geschichte, die gelesen werden sollte.

Copyright © 2011 by Iris Gasper

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