Die Mitternachtsrose

Lucinda Riley
Die Mitternachtsrose

The Midnight Rose, GB, 2013
Nach dem Roman „Die Mitternachtsrose“, Goldmann, München, 01/2014
der Hörverlag, München, 01/2014
8 CDs in Folien in kartonierter Klappbox
Hörbuch, Belletristik, Drama, Romance
ISBN 978-3-8445-1337-0
Laufzeit: ca. 488 Min.
Aus dem Englischen von Sonja Hauser
Gekürzte Lesefassung von Anke Albrecht, gelesen von Simone Kabst
Titelgestaltung nach einer Vorlage von UNO Werbeagentur, München
mit Motiven von Ann Cutting/getty images (Rose), World Pictures/Alamy (Landschaft), FinePic, München (Himmel)

www.hoerverlag.de
http://lucindariley.co.uk
www.simonekabst.de

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Die Inderin Anahita blickt an ihrem 100. Geburtstag auf ein langes, wechselvolles Leben zurück. Alle Höhen und Tiefen hat sie für ihren Sohn Moh aufgeschrieben, den sie verlor, als er drei Jahre alt war. Die englischen Behörden erklärten ihn für tot, aber die spirituell veranlagte Anahita weiß, dass er noch lebt. Zu gern würde sie ihn noch einmal sehen, doch dazu kommt es nicht mehr. Moh stirbt in der Fremde, ohne die Wahrheit zu erfahren, und auch Anahitas Zeit ist gekommen. Sie vererbt das Manuskript ihrem Urenkel Ari, einem erfolgreichen Unternehmer, der sich zunächst nicht damit belasten will.

Als jedoch die langjährige Beziehung zu seiner Freundin zerbricht und er zu spät begreift, dass er die falschen Prioritäten gesetzt hat, nimmt er sich eine Auszeit, um mit sich selber ins Reine zu kommen und sich neue Ziele zu setzen. Eines davon ist, die Geschichte seiner Großmutter aufzurollen und das Rätsel um den verschollenen Sohn zu lösen. Er reist nach England und folgt den Spuren nach Astbury Hall. Dort gastiert gerade ein amerikanisches Filmteam. Die Hauptrolle hat Rebecca Bradley inne, die endlich als ernsthafte Schauspielerin anerkannt werden möchte. Gleichzeitig will sie die Verlobung mit ihrem Kollegen Jack Heyward überdenken. Mit seinem Antrag hat er sie überrumpelt, aber wohl weniger aus Liebe als aus dem Wunsch heraus, seinen eigenen sinkenden Stern durch diese Meldung aufzuhalten. Dass er Drogenprobleme hat, macht die Aussicht auf eine gemeinsame Zukunft für Rebecca nicht attraktiver.

Außerdem fühlt sie sich zu ihrem kauzigen Gastgeber Anthony Astbury hingezogen, dessen verstorbene Großmutter ihr außerordentlich ähnlich ist. Tatsächlich gibt es in Rebeccas Vergangenheit einige Lücken, an denen sie selber nie rühren wollte. Es dauert nicht lange, bis auch Anthony um ihre Hand anhält, doch etwas hat der charmante Mann an sich, das sie Distanz wahren lässt. Obendrein ereignen sich seltsame Dinge, und sie leidet fortwährend an Kopfschmerzen. In Ari findet Rebecca einen Vertrauten und beginnt mit ihm zusammen, die Geheimnisse von Anahita und den Astburys zu erforschen.

Mit gutem Gewissen darf man Lucinda Riley als eine Meisterin des komplizierten Familiendramas, das sich über Kontinente und Generationen spannt, bezeichnen. Nach z. B. „Das Orchideenhaus“ und „Der Lavendelgarten“ rollt sie auch in „Die Mitternachtsrose“ die Schicksale verschiedener Menschen auf und verknüpft sie miteinander durch die Geheimnisse, die ihre Familien seit Jahrzehnten hüten. In dem vorliegenden Hörbuch vermischt sich der faszinierende Zauber Indiens mit der kühlen Nüchternheit Englands. Dies geschieht sowohl in Hinblick auf die Umgebung als auch auf die Akteure. Sind die Inder farbenprächtig. leidenschaftlich und bereit, das eigene Glück zu opfern zugunsten eines anderen, so unterwerfen sich die Briten und sogar die Amerikaner den strengen gesellschaftlichen Regeln, was die Frage aufwirft, welche der Kulturen an einem inhumanen Kastensystem krankt.

Die Autorin wechselt zwischen den Orten, Zeiten und Protagonisten als Bezugspersonen hin und her. Gerade dann, wenn es am spannendsten ist, endet ein Kapitel und lässt den Zuhörer zappeln. Infolgedessen bietet der Titel ein umfangreiches Puzzle, das vergangene Tragödien und Verbrechen mit gegenwärtigen Geheimnissen und Untaten verknüpft. Der Zuhörer darf spekulieren und kommt doch erst gegen Ende der Geschichte der Auflösung näher. Interessanterweise gibt es nur bedingt ein Happy End, d. h., die Option darauf. Auch kommt der Roman mit einem Minimum an Liebesbeziehungen und entsprechenden Ausführungen aus, denn das Drama ist der Autorin weit wichtiger als die abgedroschenen Liebeleien, die sich in immer mehr Genres ausbreiten.

Sie erzählt flüssig und zieht gerade durch die taktisch klug gesetzten Szenenwechsel ihre Leser oder Zuhörer in den Bann, und das ist es, was ein unterhaltsames Buch ausmacht. Wer diese Art der Lektüre schätzt, wird von Lucinda Rileys „Die Mitternachtsrose“, die Simone Kabst lebendig vorträgt, nicht enttäuscht.

Copyright © 2014 by Irene Salzmann (IS)

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