Die Racheagentur

Annie Sanders
Die Racheagentur

Originaltitel: Getting mad, getting even
Rowohlt Taschenbuchverlag
ISBN 978-3499255137
Roman
Deutsche Erstausgabe 2011
aus dem englischen Übersetzt von Antje Nissen
Umschlaggestaltung any.way, Sarah Heiß
Taschenbuch, 400 Seiten

http://www.rowohlt.de
http://www.anniesanders.co.uk

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zur Autorin

Annie Sanders, dahinter verbirgt sich nicht eine Autorin, sondern das Autorinnen-Duo Annie Ashworth und Meg Sanders. Beide sind Journalistinnen, beide leben in Stratford-upon-Avon und genießen es gemeinsam zu schreiben. Mit dem was dabei herauskommt begeistern sie nicht nur Leserinnen in England.

Zum Buch

Wie bereits Mario Puzo in „Der Pate“ formulierte, ist Rache ein Gericht, das am besten kalt serviert wird. Und eigentlich ist Rache etwas, womit Georgie und Flick – die beiden weiblichen Hauptfiguren des Romans – wenig am Hut haben. Georgie, eine bodenständige, zuverlässige, fast häuslich biedere Ehefrau und Mutter mit einem (leider unerfüllten, weiteren) Babywunsch; Flick, eher zynische Single-Frau aus Überzeugung, Gelegenheitsgeliebte mit einem gespaltenen Verhältnis zu Männern. Zusammen mit Joanna, verheiratet und kinderlos, betreiben sie eine Agentur, die sich um alles kümmert, wozu Otto-Normal-Verbraucher keine Lust hat oder worum er sich aus Abwesenheitsgründen nicht kümmern kann. Gegen eine Mitgliedsgebühr kümmern sich die „Domestic Angels“ um Haustiere, Handwerker, Partys, und, und, und.

Als eines Tages eine potenzielle Kundin den Slogan „Wir kümmern uns darum“ etwas anders auffasst, als er gemeint ist, werden aus den „Domestic Angels“ die „Avenging Angels“ – zumindest zeitweise. Die Rachengel werden unter der Hand gehandelt und kümmern sich ideenreich um untreue Ehemänner. Diese Aufträge sind zwar gut bezahlt, bergen aber auch ein gewisses Risiko in sich, denn Georgie und Flick lassen sich einiges einfallen, um die untreuen Ehemänner zu blamieren. Abgesehen davon ist auch die Motivation einer ihrer Kundinnen nicht ganz so, wie sie es sich gedacht haben. Doch all das schieben Georgie und Flick erst einmal beiseite, denn in ihrem Privatleben tut sich einiges und nicht alles davon ist gut. Georgie muss sich plötzlich fragen, wie gut ihre Ehe wirklich ist, während Flick – die schon immer die „falschen Männer“ anzieht, wie Motten das Licht – sich ausgerechnet in einen Mann verliebt, den sie im Rahmen eines Racheauftrages kennenlernt. Und ausgerechnet der scheint den Spieß umzudrehen, sodass aus einer Rache-Jägerin eine Gejagte wird.

Meine Meinung

Eifersucht und Liebeskummer, Alltagstrott und reichlich Aufregung. Racheaktionen, die neben „wow, perfekt, darauf muss man erst mal kommen“ automatisch ein „also das ist fast zu viel“ bei mir hervorgerufen haben. All das gewürzt mit etwas Humor und voilà der Lesequickie fürs Sofa oder die Badewanne ist da. Die Fülle an Charakteren stand anfangs etwas konträr zur Leichtigkeit des Klappentextes; die Autorinnen beleuchten nicht nur die beiden Protagonistinnen (was diese anfangs etwas blass herüberbringt), sondern auch mehrere andere Figuren. Was mir dagegen gut gefallen hat, war, dass Annie/Sanders Männer zwar reichlich gebeutelt dastehen lassen, Frauen aber auch nicht 100%ig gut davonkommen. Beim Thema „Davonkommen“ sei noch erwähnt, dass die Summe an Erfahrungen, die Georgie und Flick aus ihrem Racheengeldasein ziehen, die beiden zu einem Umdenken bewegt. Rache ist zwar süß, aber zu viel Süßes ist ungesund und nicht gut fürs Happy End.

Fazit

Ein Lesequickie, der trotz allem Humor einen ernsteren Zug trägt. Auf einer Skala von 1 – 5 Punkten würde ich dafür 4 Punkte vergeben.

Copyright © 2011 by Antje Jürgens (AJ)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.