Hinter Gottes Rücken

Bastian Müller
Hinter Gottes Rücken

Donat Verlag, Bremen, 08/2012
unveränderter Nachdruck der Ausgabe des Krüger Verlags, Hamburg, 1947
HC, Belletristik, Anti-Kriegs-Roman, Drama, Zeitgeschichte
ISBN 978-3-943425-12-3
Titelgestaltung von Donat Verlag unter Verwendung eines Motivs von Günter Kunert, Kaisborstel
Autorenfoto von Archiv Hans Saebens bei Horst Wöbbeking, Worpswede
Mit Beiträgen von Gudrin Scabell und Helmut Donat

www.donat-verlag.de

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Bastian Müller (Friedrich Wilhelm Müller), 1912 – 1988, lebte als freier Schriftsteller einige Zeit in der Künstlerkolonie Worpswede. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er u. a. für verschiedene Rundfunkstationen, schrieb Romane, Erzählungen und Hörspiele. Sein 1947 im Krüger Verlag publizierte Roman „Hinter Gottes Rücken“, wenngleich weniger bekannt, wird von Kritikern in einem Atemzug mit Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ genannt und gilt als einer der bedeutendsten Anti-Kriegs-Romane.

Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, glaubt Wilhelm Müller noch, dass er wegen einer Operation als untauglich eingestuft und nicht rekrutiert wird. Dennoch flieht er mit seiner Frau Gabriele aus den deutschen Ostgebieten. Das Paar und Freunde von ihnen überleben den Krieg. Was sich in dieser schrecklichen Zeit ereignete und welche Folgen alles für Wilhelm, die ihm nahe stehenden Menschen und andere hatte, wird im Anschluss an den Prolog geschildert:

Auch Wilhelm wird schließlich einberufen und in den besetzten Ländern stationiert. Er bemüht sich, nicht aufzufallen, weder Kameraden und Vorgesetzte noch Einheimische zu verärgern – und am Leben zu bleiben. Als der Krieg vorbei ist, liegt Deutschland, liegen viele Existenzen in Trümmern. Nichts ist mehr, wie es einst war, und Wilhelm begreift schnell, dass es auch nie wieder so werden wird. Für die traumatisierten Besiegten, die auf den Großmut der Sieger hoffen, geht der Kampf ums Überleben weiter.

Zweifellos verarbeitete der Autor, dessen Protagonist den gleichen Namen trägt wie er, eigene Eindrücke und Erlebnisse, die er während seiner Wanderungen in den 1920er Jahren und später als Soldat sammelte. Anhand von Einzelschicksalen beschreibt er in einfachen Worten und ungeschönt das Entsetzen der deutschen Bevölkerung, als der Krieg beginnt, die Angst um geliebte Menschen und die Versuche, sich irgendwie durchzuschlagen und später die zerstörte Heimat wieder aufzubauen. Er gibt Zeugnis von Feigheit und Tapferkeit und all dem Leid, dem auch die deutsche Bevölkerung während der Kriegsjahre und danach ausgesetzt war, Zivilisten und Soldaten, die wider Willen gehorchen mussten, um nicht von den Kameraden umgebracht zu werden.

Wilhelm Müller bleibt sich die ganze Zeit als Pazifist treu. Er passt sich in einem gewissen Rahmen an, will jedoch niemandem ein Leid zufügen und hilft sogar den Menschen in den von den Deutschen besetzten Gebieten, indem er ihnen Lebensmittel u. a. heimlich zusteckt. Zu seinem Glück wird er nicht an die Front versetzt, doch überall spielen sich Tragödien ab, die ihn in seiner Sehnsucht nach Frieden nur bestärken. Letztlich gibt es nur Opfer auf beiden Seiten, die froh sind, als der Krieg zu Ende ist. Die Hoffnung auf Gnade und Hilfeleistungen durch die Sieger hinterlässt vor allem Enttäuschung, und erst nachdem diese bewältigt wurde, wird ein Neuanfang gewagt. „Fangen wir doch an!“ Mit dieser Aufforderung schließt der Roman. Darauf folgen biografische Hinweise zum Autor Bastian Müller und interessante Betrachtungen zu seinem Werk, verfasst von der nahe bei Worpswede lebenden Kulturjournalistin Gudrun Scabell und dem in Bremen ansässigen Historiker, Autor und Verleger Helmut Donat.

„Hinter Gottes Rücken“ ist ein ergreifendes Buch, ob man sich nun gern mit dem Thema „Zweiter Weltkrieg“ befasst oder nicht. Bastian Müller war ein Zeitzeuge, der schonungslos darlegt, was damals passierte, mit und in den Menschen. Als Lektüre für Personen, die sich für die Geschichte des 20. Jahrhunderts interessieren, und Schüler ab der 9. Klasse (Deutsch/Geschichte) sehr zu empfehlen.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)
 
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