Inventurdifferenz

Britta Mühlbauer
Inventurdifferenz

Deuticke
Paul Zsolnay Verlag
ISBN 978-3-552-06227-6
Belletristik
Erschienen: 29.07.2013
Umschlaggestaltung: David Hauptmann, Hauptmann & Kompanie
Werbeagentur, Zürich, unter  Verwendung eines Fotos von
© plainpicture / Hanka Steidle
Hardcover mit Schutzumschlag, 384 Seiten

www.deuticke.at

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Die Autorin:

Britta Mühlbauer, geboren 1961, studierte Musik, Romanistik und Germanistik. Sie veröffentlichte bisher Erzählungen in Literaturzeitschriften und Anthologien und lebt in Wien. 2008 erschien ihr Roman „Lebenslänglich“ bei Deuticke, 2013 der Roman „Inventurdifferenz“.

Das Buch:

Marlies ist aus Wien geflohen. Etwas muss dort vorgefallen sein, etwas Schreckliches. Nun ist Marlies in Mittelamerika auf der Suche nach einer ehemaligen Bekannten, nach Hanna. Der Grund für die Flucht und die Suche bleiben dem Leser zunächst verborgen, doch mit Hilfe von Rückblicken kommt er der Lösung dieser Frage immer näher. Die Autorin arbeitet hier mit zwei Zeitschienen und beschreibt das hier und jetzt, also Marlies Aufenthalt in Zentralamerika und die Vergangenheit im Wechsel. Marlies ist eine vom Leben gebeutelte Person. Gezeichnet durch ein Feuermal im Gesicht, hat sie bereits als Kind einiges zu erleiden gehabt und das scheint bis heute anzudauern. Zwar ist sie mit ihrem Job in einer Security Firma ganz zufrieden, aber sie möchte viel lieber im Personenschutz arbeiten als solche Aufträge zu haben wie eine „Inventurdifferenz“ in einem Baumarkt klären zu müssen. Allerdings lernt sie bei ihrem Einsatz im Baumarkt eben jene Hanna kennen, die sie später sucht. Auch eine alte Schulfreundin, Valerie, kreuzt Marlies Lebensweg erneut.

„Inventurdifferenz“ ist ein verstörender Roman, der nichts verschönt und Charaktere präsentiert, die mehr abstoßen als alles andere. Gerade das aber macht den Reiz der Geschichte aus. Marlies lebt mit ihrer inneren Wut und versucht diese zu beherrschen. Das fällt manchmal leicht und manchmal schwer. Durch Hanna wird in ihr ein Stück weit mehr Wut ausgelöst, denn Hanna sieht sich als Frau in einer von Männern dominierten Baubranche und Welt, und führt Marlies vor Augen, dass Frauen für ihre Rechte einfach kämpfen müssen. Ein Ereignis kommt zum nächsten und dann ist die Wut auf einmal nicht mehr beherrschbar.

Der Roman ist nicht auf Anhieb spannend, aber Britta Mühlbauers Erzählstil ist so außergewöhnlich, dass der Leser bei der Stange gehalten wird und sich gegen Ende einem grausamen Verbrechen gegenübersieht für das er sogar, zumindest teilweise, noch Verständnis haben wird.

„Inventurdifferenz“ gibt es hier nicht nur im Baumarkt sondern auch in Marlies selbst. Ihr Soll und ihr Ist weichen voneinander ab, und sie hofft über Hanna wieder zu sich selbst zurück zu finden. Sie erhofft sich Verständnis und Unterstützung.

Eine Geschichte über die Rolle von Frauen in der Gesellschaft, die wirklich lesenswert ist. Der Leser sollte sich auf Schonungslosigkeit und Grausamkeit einstellen, aber diese gehören hier einfach dazu.

Copyright © 2013 by Iris Gasper

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