Liberté, Egalité, Fritten zum Tee – Warum die Engländer Frankreich erfunden haben

Stephen Clarke
Liberté, Egalité, Fritten zum Tee – Warum die Engländer Frankreich erfunden haben

1000 Years of Annoying the French, GB, 2010
Piper Verlag, München, 07/2011
PB 6479
Sachbuch, Belletristik, Geschichte, Humor
ISBN 978-3-492-26479-2
Aus dem Englischen von Johannes Sabinski
Titelgestaltung von semper smile, München unter Verwendung eines Motivs von nicolaschaller.com

www.piper.de
www.stephenclarkewriter.com

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Nicht nur die Deutschen und Franzosen betrachten einander als ‚Erbfeinde‘, auch mit den Engländern verbinden die Franzosen entsprechende Animositäten, da sie gleichfalls eine gemeinsame Geschichte haben. Stephen Clarke, ein in Paris lebender Brite, der bereits mehrere Bücher über die Dissonanzen beider Nationen verfasste, geht diesem Thema auch in „Liberté, Egalité, Fritten zum Tee“ nach.

Er beginnt mit der Eroberung Englands durch den Normannen Wilhelm der Eroberer und spannt den Bogen über die folgenden Kriege und Intrigen bis hin in die Gegenwart. Immer wieder versuchten die Herrscher sowohl von Frankreich als auch von England, ihren Einfluss auf das Territorium des Nachbarn auszudehnen, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Dabei beleuchtet der Autor die Geschehnisse aus den jeweiligen Sichtweisen, die sich nicht immer decken, und entlarvt so manche Behauptung als schlicht falsch, selbst solche Banalitäten, wer die Fritten oder den Champagner erfunden hat.

Auch wenn der belegte historische Hintergrund bemüht wird, so zieht Stephen Clarke aus diesem die für den Leser reizvollsten Details: die Geschichtsverfälschungen, die (erotischen) Schmuddeleien namhafter Persönlichkeiten und witzige Nebensächlichkeiten. Tatsächlich geht es ihm nicht darum, die gemeinsame Geschichte beider Nationen im Laufe der vergangenen rund 1000 Jahre aufzubereiten, sondern darum, sein Publikum, bei dem es sich um Laien und nicht um Historiker handelt, zu unterhalten. Das wird auch durch die legere Sprache und viele Vergleiche mit modernen Beispielen verdeutlicht.

In Folge ist der Titel Infotainment pur, so wie es TV-Seher, die sich ‚bilden‘ wollen, mögen. Was auf dem Bildschirm bunt und kurzweilig präsentiert wird, liest sich – auf über 500 Seiten – nur anfangs amüsant. Dann jedoch läuft sich das Buch mehr und mehr tot, weil die Schilderungen zu ausführlich sind, der Witz nach dem x-ten Aufguss kaum noch zieht.

Auf jeden Fall verfügt Stephen Clarke über ein umfassendes historisches Wissen und versteht es, Informationen unterhaltsam zu verpacken und seine Zielgruppe mit den Auskünften zu bedienen, die sie lesen wollen. Aber 500 Seiten Infotainment sind einfach zu viel des Guten. Kürzere Kapitel hätten dem Buch zum Vorteil gereicht. So bleibt nur, es häppchenweise zu lesen, wenn man das Thema interessant findet.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

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