Marsmenschen auf Malle – Reportagen und Geschichten aus Mallorca

Bei Amazon.deWilhelm Ruprecht Frieling
Marsmenschen auf Malle – Reportagen und Geschichten aus Mallorca

Internet-Buchverlag, Berlin, 2. Auflage: 9/2008
PB, zeitgenössische Belletristik, Satire, Humor, Surrealismus, 978-3-941286-30-6, 124/1480
Titelgestaltung von Ulrich Bogun unter Verwendung eines Gemäldes von Jan Bouman
www.internet-buchverlag.de
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Alle Jahre wieder ergießen sich deutsche Touristenströme über die Sonneninsel Mallorca. Viele fliegen nur dorthin, um die Sau raus zu lassen – denn Ballermann interessiert sich bloß für Disco, Strand, Sangria-Eimer und willige Busenwunder. Kultur? Das Wort ist in seinem Vokabular nicht enthalten, und wenn er es hört, grübelt er vermutlich, ob das etwas zu trinken ist.

Entsprechend einseitig ist das Bild, welches man gemeinhin von dem Ferienparadies und seinen Gästen hat. Allerdings scheint es auch ein anderes, weniger bekanntes Mallorca zu geben, das man jedoch nur findet, wenn man die Insel abseits der Touristenhochburgen erkundet. Wilhelm Ruprecht Frieling hat gesucht und gefunden – und macht keinen Hehl daraus, dass ihm dieses Mallorca sehr viel besser gefällt.

In 15 Kurzgeschichten bringt er seine Impressionen auf bissige Weise zum Ausdruck. Dabei nimmt er sowohl die Verhaltensweisen der „Marsmenschen auf Malle“ und der „Klingonen auf Klassenfahrt“, diesen Aliens, die fremd wirken und sich auch gar nicht den Geflogenheiten anpassen wollen, auf die Schippe, aber auch die der kauzigen Einheimischen, die man „Beim Herrenfriseur“ trifft oder die „Die Schreckensnacht der Schnecken“ zu verantworten haben. Selbst dem, was das einheimische Getier beschäftigen mag, geht er nach in „Wenn schwarze Schweine träumen“.

Ob man nun selber einmal auf Mallorca war oder nicht, spielt keine Rolle, denn jeder kann über die skurrilen Anekdoten und eloquenten Schilderungen schmunzeln, so auch über die Probleme, die „Der schwarze Schimmel“ durch einen Übersetzungsfehler aufwirft, oder die verlockenden Anzeigen über erotische Dienstleistungen, die sogar das Gerademachen der Zähne anbieten – „Dauergeil in Palma“ durch S & M, oder was ist los…? Jedenfalls muss man ständig aufpassen, dass man nicht in die „Sex-Falle“ gerät.

Der Autor versteht es, durch manchmal schlüpfrige Titel und Anspielungen die Neugierde der potentiellen Leser zu wecken. Lässt man sich auf seine Geschichten ein, darf man sich über treffende, sarkastische Kommentare amüsieren. Wer weiß, so mancher mag sich sogar in den Geschichten wieder erkennen… Trotzdem schwingt in den Erzählungen auch die Liebe zu dem anderen Mallorca mit, das von den Marsmenschen weitgehend verschont geblieben, originär und sehr viel interessanter ist.

„Marsmenschen auf Malle“ beinhaltet ein buntes Allerlei an Eindrücken, das Globetrotter dazu einlädt, die Insel neu zu entdecken. Für Ballermann ist das natürlich nichts – und das ist auch gut so, damit nicht auch der Rest von Mallorca zur Marsianerkolonie verkommt. (IS)

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