Mein Vater und die Gummi-Ente …

Uta Dahmen, Annette Röser
Mein Vater und die Gummi-Ente …
Demenz – angehörige erzählen: Gespräche und Erzählungen von und mit Angehörigen

SingLiesel Verlag, Karlsruhe, 05/2015
HC mit Schutzumschlag
Therapie/Medizin & Gesundheit, Belletristik
ISBN 978-3-944360-82-9
Titelgestaltung von Röser MEDIA GmbH & Co., Karlsruhe
Autorenfotos von N. N.

www.singliesel.de

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Bislang sind im SingLiesel Verlag Bücher und Produkte für Menschen mit Demenz erschienen, mit denen sie sich selbst oder unter Anleitung von Angehörigen beschäftigen können. Neu ist nun ein Band über Menschen mit Demenz, der die Erfahrungen schildert, die Angehörige, darunter auch Prominente, und Pflegekräfte mit den ihnen Anvertrauten machten, sowie eine Vielzahl humoriger Anekdoten, die aufzeigen, dass das Nachlassen des Gedächtnisses noch lange nicht das Ende eines guten Lebens sein muss.

Die Betroffenen berichten, wie geschickt viele Menschen mit Demenz diese Veränderung vor anderen lange verbergen, aber auch wie schwierig es oft ist, den Angehörigen, dessen Charakter sich unter Umständen stark verändert, nicht ständig mit seinem früheren Ich zu vergleichen und ihn neu kennenzulernen, auf seine Bedürfnisse einzugehen und die Kraft aufzubringen, den Alltag mit ihm zu meistern. Man braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man sich dabei Hilfe sucht und den Menschen mit Demenz zeitweilig oder eines Tages dauerhaft in einer Einrichtung unterbringt, wenn er Rundumbetreuung benötigt, da nur so die eigenen Reserven für ein Fortbestehen des Miteinanders wieder aufgefüllt werden können.

Es gibt natürlich auch heitere Momente, die wichtig für alle sind und die man dann besonders wertzuschätzen weiß, wenn man erkannt hat, dass die Uhren des Menschen mit Demenz langsamer gehen, er manches neu lernen muss und dies mit einer durchaus kindlichen Sichtweise schafft, dass oft treffende Bemerkungen oder faszinierende Aktionen kommen, die man nicht mehr erwartet hätte. Dabei sollte man den Betroffenen stets korrekt behandeln und seine Würde wahren.

Was leider noch immer ein Manko ist, das sind die Tabuisierung des Themas und die nicht ausreichenden Betreuungsmöglichkeiten. Wer selbst ein Familienmitglied in einem Seniorenheim unterbringen musste, weiß, wie wenige Pfleger auf zu viele Insassen entfallen, wie problematisch die Freizeitgestaltung mit einer Gruppe von Personen ist, die sich in unterschiedlichen Stadien des körperlichen und geistigen Nachlassens befinden. Zu selten und zu kostspielig sind Modelle, in denen Senioren/Menschen mit Demenz in WGs leben dürfen und einander unter der Anleitung von Therapeuten helfen. Die kleinen Aufgaben, die jeder gemäß seiner Möglichkeiten erfüllt, und die Zuwendung tragen dazu bei, dass so mancher eine Weile ein relativ selbständiges Leben führen kann. Hier ist der Staat gefordert, der noch immer den demografischen Wandel mit seinen Begleiterscheinungen ignoriert.

Die titelgebende Anekdote „Mein Vater und die Gummi-Ente“ schildert, die Freude eins Seniosr mit Demenz am Schwimmen mit seinem Enkel. Als jedoch mehrere Spielzeuge im Becken landen, nimmt er sich der kleinen Ente an und fordert, dass alles andere raus muss. Von da an ist das Gummitier lange sein Begleiter. Diese und andere rührende Geschichten machen deutlich, dass es auch schöne Stunden mit und für Betroffene gibt, selbst wenn Angehörige stets sehr viel Kraft aufwenden müssen. Das Buch öffnet gewiss vielen die Augen und zeigt, dass man mit diesen Sorgen nicht allein ist und dass noch sehr viel getan werden kann bzw. muss.

Copyright © 2015 by Irene Salzmann (IS)

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