Mit dir ohne dich

Wolfgang Hermann
Mit dir ohne dich

Haymon Verlag
ISBN 978-3-85218-624-5
Roman
1.Auflage 15.02.2010
Umschlag- und Buchgestaltung: Kurt Höretzeder,
Büro für Graphische Gestaltung, Scheffau/Tirol
Mitarbeit: Ines Graus
Coverfoto:
www.photocase.de
Umfang: 152 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

www.haymonverlag.at
www.wolfganghermann.at

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Zum Autor:

Wolfgang Hermann, geboren 1961, lebt in Vorarlberg. Studium der Philosophie in Wien. Lebte in Berlin, Paris, Tokyo und in der Provence. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, feierte u.a. mit seinen Faustini-Romanen große Erfolge. Mehrfach ausgezeichnet, u.a. Preis der Jürgen Ponto-Stiftung (1987), Anton Wildgans-Preis (2006) und Förderungspreis zum Österreichischen Staatspreis für Literatur (2007). Bei Haymon erschienen: Fliehende Landschaft. Roman (2000) und Mit dir ohne dich. Roman (2010).

Zum Buch:

Der Schriftsteller Richard Martin ist hoch geflogen und nun tief gefallen. Nach seinem sehr erfolgreichen Debütroman wird er hoch gelobt, die Presse und Talkshows reißen sich um ihn. Doch nachdem der erste Begeisterungsschwung vorbei ist, wird es ruhiger um ihn und seine Verlegerin erwartet gespannt das Folgewerk. Doch Richard fühlt nur Leere, er kann sich nicht konzentrieren und pflegt täglich seine Schreibblockade zudem alkoholisch aufzuwerten. Bis seine Frau ihn verlässt und ihn zur täglichen Leere noch die Stille des Alleinseins drangsaliert. Aufgeschreckt wird Richard in dieser Phase von dem anonymen Schreiben einer Frau namens Gloria, die ihn mit ihren eigenen Texten über ihr exzessives Sexualleben zu seinem zweiten Buch animieren will. Nach und nach erhält Richard weitere Texte als Fortsetzung ihrer Erlebnisse, die ihn einerseits neugierig machen, anderseits jedoch auch über den Sinn zweifeln lassen und abstoßen. Zudem scheint diese Frau ihn zu beobachten, seine Wege zu verfolgen und in seiner Abwesenheit seine Wohnung zu betreten. Und dies bereitet ihm zunehmend Angst. Die Kontrolle über seine Selbstbestimmung entgleitet ihm…

Mein Fazit:

Das interessante Cover und der Klappentext haben mich animiert, dieses Buch zu lesen. Dies ist jedoch eine etwas andere Art von Roman. Der Einstieg in die farblose Geschichte des Schriftstellers Richard ist mir zunächst schwer gefallen. Zu Beginn des Buches ertrinkt der Protagonist in Selbstmitleid, keine Ideen, verlassen von seiner Frau, Alkohohl, kein Ausweg…dies zieht sich über Seiten fort. Interessant wird es erst, als man langsam merkt, welche Abhängigkeitsverhältnisse sich durch die schriftlichen Erlebnisse der unbekannten Frau ergeben.

Für meinen Geschmack ist mir das Buch etwas zu sehr strukturiert, die kurzen Sätze wirken sehr hart und kurz aufkeimende Gefühle verlaufen sich in depressivem Alltäglichem. Trotzdem musste ich es zu Ende lesen, denn ich wollte wissen, ob Richard es schafft, aus diesem Sumpf wieder herauszufinden. Etwas unpassend waren mir zum Schluss die eingestreuten Familienverbindungen. Insgesamt wirkt dieses Buch kurzweilig, aber auch depressiv und etwas lethargisch nach. Ich glaube, es ist doch eine reine Geschmackssache, ab man sich damit anfreunden kann oder nicht.

Copyright © 2011 by Sandra Stockem

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.