Rico, Oskar und die Tieferschatten

Andreas Steinhöfel
Rico, Oskar und die Tieferschatten

Carlsen Verlag, Hamburg, 2/2008,
HC, Jugendbuch, Drama, Krimi, 978-3-551-55551-9, 220/1290
Titel- und Innenillustrationen von Peter Schössow

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Eigentlich soll Rico ja nur ein Ferientagebuch führen. Schwierig genug für einen, der leicht den roten Faden verliert. Oder den grünen oder auch den blauen. Dann lernt er Oskar kennen, den Jungen der immer einen Helm trägt, und es bahnt sich eine erste Freundschaft an. In der Stadt geht ein Kindesentführer um, und diesem kommen die beiden auf die Spur.

Der berüchtigte ‚ALDI-Kidnapper’ oder auch ‚Mister 2000’, bringt Ricos bis dahin beschauliches Leben und die Gedanken in seinem Kopf ganz schön durcheinander. Doch zusammen mit Oskar verlieren sogar die Tieferschatten etwas von ihrem Schrecken, und auch ein Tiefbegabter kann mutig sein und seinem Freund zur Seite stehen.
 
Die Beschreibung ‚tiefbegabt’ stammt von dem erzählenden Kind selbst und verdeutlicht gleichzeitig, dass der Junge so ‚tiefbegabt’ gar nicht sein kann. Auf die Idee, sich selbst als tiefbegabt zu bezeichnen, im Gegensatz zu ‚hochbegabt’, muss man erstmal kommen. Und Rico kommt darauf, trotzdem ihm ‚manchmal ein paar Sachen aus dem Gehirn fallen und er leider nie so genau weiß wo’. Seine in die Erzählung eingestreuten Interpretationen diverser Begriffe, die er sich mit Hilfe eines Lexikons zusammen reimt, sind alleine schon das Lesen dieses Buches wert.

Sämtliche Figuren in dieser Geschichte sind nicht wirklich normal. Aber wer ist das letztlich schon? Die Bewohner des Mietshauses, in dem Rico mit seiner alleinerziehenden Mutter lebt, haben alle ihre Macken, sind aber meist bereit, ihr jeweiliges Gegenüber anzunehmen. Neben Oskar mit dem Helm begegnen wir auch einem Jungen, der seinem Freund zu gerne Geschichten erzählt. Dass dieser Freund taubstumm ist, spielt dabei überhaupt keine Rolle. So wie eben auch die Behinderung Ricos keine Rolle spielt, wenn ihm geholfen wird und er einfach als der akzeptiert wird, der er ist: ein kleiner Junge, der vielleicht etwas langsam im Denken ist, der sich verläuft wenn eine Strecke nicht nur geradeaus geht, der aber ein großes Herz hat und für seinen neuen Freund bereit ist, auch die größten Risiken einzugehen.

Die Sprache, in der die sehr witzige und zum Ende hin auch wirklich spannende Geschichte erzählt wird, ist kindgerecht und flüssig zu lesen. Das Buch macht sicher nicht nur Kindern viel Spaß, sondern weiß auch Erwachsene gut zu unterhalten!

Die zahlreichen Illustrationen von Peter Schössow ergänzen die Erzählung sehr gut und runden den sehr positiven Gesamteindruck ab. (ft)

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