Romanino

Jonis Hartmann
Romanino

Chaotic Revelry Verlag, Köln, 05/2011
PB, Belletristik, History, experimentelle Literatur, Surrealismus
ISBN 978-3-9812457-5-2
Titelgestaltung von Jonis Hartmann

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Rom vor mehr als 2000 Jahren. Das Leben spielt sich am Fluss ab und ist zugleich fortwährend im Fluss. Sieben Menschen hadern mit ihrem Schicksal, versuchen, ihm zu entkommen, es zu verändern – und scheitern, da jeder allein ist und von niemandem Hilfe erhält, im Gegenteil. Jeder von ihnen folgt seinem Weg, manchmal kreuzen sich die Pfade, und die Summe aus den Geschehnissen ergibt den „Romanino – ein tragikomisches Historicon“, so der Text auf dem Backcover.

Man kann nur Vermuten, dass der Autor diesen Titel wählte, weil der Ort Rom, an dem die Geschichte spielt, darin vorkommt. Vielleicht stellt er aber auch eine Metapher dar in Anlehnung an den Renaissance-Maler Girolamo Romani, Romanino genannt, denn auch die Geschichte ist wie ein großes Gemälde aus vielen Details zusammengesetzt. Der Autor, der auch das Titelfoto (Füße im Uferschlamm) beisteuerte, schildert in eher zeitgenössischer Sprache, unter welchen Bedingungen seine Protagonisten leben, was ihnen widerfährt, welche Wünsche und Hoffnungen sie haben:

Sebastian, enttäuscht von der Frau, die er liebte, will sich im Fluss ertränken, wird jedoch von einem Schiffer gerettet und ein Stück mitgenommen. Der junge Mann landet in einem Bordell und glaubt, dank der Freuden, die er dort genießen konnte, von seinem Liebeskummer geheilt zu sein. Bei seiner Rückkehr nach Rom wird er von einem Krüppel in den Fluss gestoßen – wodurch sich der Kreis schließt, der zuvor stellenweise unterbrochen wurde durch die Geschichten der anderen Charaktere, darunter auch die Männer, die in Sebastians Schicksal eingriffen.
 
So ganz errät man nicht, worauf Jonis Hartmann hinaus will. Hinein interpretieren kann man zweifellos eine ganze Menge. Das Rom, das er beschreibt, könnte genauso gut jede beliebige Stadt in einem anderen Zeitalter, auch in der Gegenwart, sein. Jeder Mensch hat nur sein eigenes Wohl im Sinn und kümmert sich nicht um andere. Man begegnet sich und geht wieder auseinander, wobei man selten Einfluss auf das Leben dieser Bekanntschaft nimmt. Wer schon unten ist, der bleibt unten; wer oben ist, kann tief fallen. Was auch passiert, das Leben geht weiter, mit oder ohne den Einzelnen.

72 Seiten für EUR 12,95 ist wenig Lesestoff. Die Schrift ist zwar klein, das Layout aber recht großzügig. Man sollte ein Faible für experimentelle Literatur haben, denn „Romanino“ ist nicht sonderlich unterhaltsam, sondern bleibt durchgehend kryptisch.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

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