Sophies Melodie

Susanne Schomann
Sophies Melodie

MIRA TASCHENBÜCHER
bei Harlequin Enterprises, Hamburg, Originalausgabe: 10/2012
TB, MIRA STAR 25620
Belletristik, Romance, Drama
ISBN 978-3-86278-462-2
Titelgestaltung von fredebold&partner, Köln/pecher und soiron, Köln unter Verwendung eines Motivs von Getty Images, München
Autorenfoto von Sabine Kayser/Fotostudio Blendenspiel, Hamburg

www.mira-taschenbuch.de
www.susanneschomann.de

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An die Hamburger Journalistin Sophie von Wenningen wird ein Job herangetragen, nach dem sich andere alle zehn Finger ablecken würden: Sie soll einige Wochen für Recherchen in Schottland verbringen und ein Buch über den populären Sänger Constantin Afra schreiben. Sophie ist zunächst skeptisch, ob das wirklich der richtige Auftrag für sie ist, denn sie hat viel Spaß an ihrer Kolumne in dem Magazin ‚Diskurs‘ und kein besonderes Interesse an arroganten Pop-Stars. Ein Foto, das den attraktiven Mann in tiefster Trauer bei der Beerdigung seiner Frau Melanie zeigt, ändert ihre Meinung. Sophie nimmt die Einladung nach Kellan Manor an. Dort lernt sie Conny kennen, seinen Bruder Fabian und dessen Frau Helen und die anderen Bandmitglieder Hans-Jürgen, Dirk und Lutz. Während alle den Gast freundlich aufnehmen, gibt sich Conny abweisend, so dass Sophie ihr Bauchgefühl bestätigt sieht, dass sie doch nicht die Richtige ist, um das Leben dieses übellaunigen, undurchschaubaren Mannes zu dokumentieren.

Trotzdem ist sie fasziniert von Conny, denn sie entdeckt auch andere Seiten an ihm. Als er ihr unverhofft gesteht, dass es ihm mit ihr nicht anders ergeht, landen sie sogleich im Bett und erleben höchste Wonnen. So ganz kann Sophie ihr unverhofftes Glück jedoch nicht fassen. Sie ist eine bodenständige Frau, die sich nichts aus dem Starrummel und Luxus macht, den ihr das Leben an Connys Seite bieten würde, und sie fürchtet, ganz plötzlich aus diesem Traum zu erwachen. Trotzdem will sie dieser Liebe eine Chance geben. Allerdings gibt es Dinge, die Conny ihr verschweigt und die sie vermuten lassen, dass er noch immer nicht über Melanie hinweg ist, sie vielleicht nie wird vergessen können. Um mehr über die Ehe des prominenten Paares und ihren eigenen Stellenwert zu erfahren, sieht sich Sophie genauer in Connys Schlafzimmer um – und wird ertappt.

Statt sich ihre Erklärungen anzuhören, beleidigt Conny seine Braut aufs Schlimmste und wirft sie hinaus. Sophie kehrt nach Hamburg zurück und versucht, ihr bisheriges Leben weiterzuführen. Sie leidet und ahnt nicht, dass es Conny nicht anders ergeht. Helen, die ihr zu einer sehr guten Freundin wurde, versucht zu vermitteln, vor allem als sie erkennt, dass Sophie schwanger ist …

„Sophies Melodie“ ist ein Melodram um eine selbstbewusste Journalistin und einen Sänger, dem schlechte Erfahrungen mit Frauen tiefe Wunden zufügten. Als sie einander kennenlernen, verlieben sie sich Hals über Kopf, doch Connys Schweigen und Sophies Wunsch, die Wahrheit zu erfahren, führen zu einem Desaster, das noch steigerungsfähig ist, denn die junge Frau erwartet ein Kind, das Conny um jeden Preis aufziehen will, auch wenn er sich nicht mehr auf Sophie einlassen möchte, von der er sich betrogen fühlt. Alles ist, wie die Leser wissen, nur ein großes Missverständnis, das nicht hätte sein müssen, hätte Conny angemessen und vernünftig reagiert.

Aber ein angemessenes und vernünftiges Verhalten legen die Charaktere von Anfang an nicht an den Tag. Der Superstar und die graue Maus, die gar nicht so grau ist, fallen schon nach wenigen Seiten übereinander her, und schon das macht deutlich, dass es einen großen Knall geben muss. Den Anlass liefern Sophies Schnüffeleien und die anschließende Überreaktion von Conny. Was er ihr alles an den Kopf wirft, ist haarsträubend und würde die Gefühle von jeder Frau für diesen Mann abtöten, aber die Protagonistin kann ihn einfach nicht vergessen und lässt sich auch später immer wieder demütigen. Natürlich gibt es – daran zweifelte niemand – ein Happy End, das nach all dem Drama dann aber doch sehr schlicht durch eine Nebenfigur eingefädelt wird.

Dass man der Story interessiert folgt, liegt weniger an der der Romanze, die mit einigen soft-erotischen Szenen garniert wurde, als an dem Geheimnis um Melanies Tod. Leider gibt es auch hierzu keine wirklich überraschenden Enthüllungen, und diese werden einschließlich der Konsequenzen auch noch auf den letzten Seiten ziemlich schnell abgehandelt, ebenso die tragische Familiengeschichte von Conny und Fabian. Folglich hat man den Eindruck, dass die Autorin gern ein Buch wie Daphne du Mauriers „Rebecca“, verfilmt von Alfred Hitchcock, geschrieben hätte, aber letztlich reichte es nur für eine weitschweifige Liebesgeschichte, während alle Aufhänger, die für Spannung hätten sorgen können, ungenutzt blieben. Nebenbei: Die Band hat keinen Namen, und das Mitglied Hans-Jürgen wird nach seiner Einführung nicht einmal mehr erwähnt – im Gegensatz zu Lutz und Dirk, die immerhin kleinste Rollen erhielten -, als wäre er vergessen worden.

Eine Liebe in den schottischen Highlands – das klingt großartig und ist werbewirksam (Diana Gabaldon & Co.). Allerdings finden sich keinerlei Beschreibungen der Gegend und auch keine Szenen außerhalb des Anwesens, so dass die Geschichte an jedem beliebigen Ort hätte spielen können. Es sind zudem keine Highlander involviert, sondern Hamburger. Der Klappentext verspricht mehr, als das Buch hält. Ist man jedoch, unabhängig vom Drumherum, mit einer melodramatischen Liebesgeschichte und ein wenig Erotik zufrieden, wird man ganz auf seine Kosten kommen.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

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