Worte, die man mir nicht sagt

Véronique Poulain
Worte, die man mir nicht sagt
Mein Leben mit gehörlosen Eltern

Ullstein extra Verlag
ISBN 978-3-86493-034-8
Roman
Erschienen: 06.03.2015
Originaltitel: Les mots qu’on ne me dit pas
Aus dem Französischen von Lis Künzli
Umschlaggestaltung: semper smile, München
Umschlagmotiv: © shutterstock
Umfang: 160 Seiten, Klappenbroschur

www.ullstein-extra.de

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Zur Autorin:

Véronique Poulain wurde 1965 in Paris geboren. Sie begann ihre Karriere als Werbeleiterin beim Fernsehen. Später wechselte sie zum Film und war viele Jahre lang persönliche Assistentin des berühmten französischen Schauspielers Guy Bedos. Véronique Poulain wohnt mit ihrem Lebensgefährten und ihren zwei Kindern in der französischen Hauptstadt.

Zum Buch:

“Meine Eltern sind taub. Taubstumm. Ich nicht.“

Véronique Poulain erzählt die Geschichte von ihrem Aufwachsen mit ihren taubstummen Eltern bis zum heutigen Tag. Sie selbst hat diese Behinderung nicht – und ihr wird gerade in ihrer Kindheit einiges abverlangt. In kurzen Episoden erzählt sie von Ihrem Dasein in einer lauten und auch leisen Welt. Viele Situationen mit ihren Eltern in der Öffentlichkeit sind Véronique peinlich, da diese sich selbst nicht hören und dadurch auch auffällige Geräusche abgeben, die nicht immer “passend“ sind.
Auch von den Lippen ablesen ist zwar ein Vorteil, jedoch nicht, wenn es mehrere Wörter mit unterschiedlicher Bedeutung dafür gibt. Auch dies verhilft Véronique zu seltsamen Erlebnissen mit ihren Eltern. Als Leser komisch, für Véronique meist peinlich sind zum Beispiel Situationen, wenn Véronique einen Freund mit nach Hause bringt. Ihre Mutter teilt ihr dann hinter seinem Rücken ihre Eindrücke von ihm mit: Er hübsch. Er hässlich. Er nicht seriös. Er Sex gut? Bis sie ihr klargemacht hat, dass sie zu den Momenten besser verschwinden sollte …

Véronique sagt von sich selbst, dass sie sehr viel redet – jedoch nur mit Menschen, die ihr zuhören können. Im Beisein ihrer Eltern bekommt sie keine längere Konversation zustand. Und dass sie am meisten vermisst, dass ihre Eltern ihr nie “Ich liebe Dich“ sagen konnten. Doch sie kann es auch nicht – nur schreiben, als ihre Eltern ein Handy bekommen, nachdem sie schon lange ausgezogen ist.
Als Véronique selbst Kinder bekommt, hat sie Angst, dass die Behinderung vielleicht weitergegeben wird. Als erstes klatscht sie daher nach der Geburt in die Hände … und beide Kinder reagieren auf das Geräusch …

Fazit:

Eine interessante Geschichte über ein Mädchen, das ihre taubstummen Eltern zwar liebt, sich aber oft genug wünscht, sie wären einfach nur normal.
Viele Episoden sind sehr witzig beschrieben, aber es gibt auch genug Situationen, in denen mir Véronique wirklich leid tut. Und man versteht, dass man es mit hörenden Eltern wirklich um einiges einfacher hatte. Die Gespäche zentrieren sich auf die Gebärdensprache, die hier nur mit einzelnen Wörtern funktioniert.
Der Erzählstil von Véronique Poulain ist etwas gewöhnungsbedürftig, da er nicht flüssig ist, sondern die einzelnen Episoden etwas isoliert erscheinen, in Kurzgeschichtenart.

Daher hat man das Buch relativ schnell überflogen, ich hätte mir noch mehr eine intensivere oder ausführlichere Geschichte gewünscht. Aber als Einblick in die Welt der Gehörlosen war es interessant und sicherlich ausreichend. Hierzu möchte ich gerne noch auf den Film “Verstehen Sie die Béliers“ verweisen, der sich mit einer ähnlichen Geschichte beschäftigt!

Copyright © 2015 by Sandra Stockem

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