Archäologie im Mittelmeer – Auf der Suche nach versunkenen Schiffswracks und vergessenen Häfen

Michaela Reinfeld (Hrsg.)
Archäologie im Mittelmeer
Auf der Suche nach versunkenen Schiffswracks und vergessenen Häfen

Philip von Zabern, Darmstadt/Mainz, 2013
ISBN 978-3-8053-4675-7
Hardcover
Sachbuch, Archäologie, Schifffahrt, Bildung, Bildband, Reise & Expeditionen
192 Seiten mit 169 Farb- und 24 s/w- Abbildungen

www.zabern.de

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Vorwort

Sicher ist unsere unstillbare Neugier eine der herausragenden positiven Eigenschaften als Spezies. Wir müssen immer wissen, was hinter dem nächsten Hügel, hinter dem nächsten Berg liegt, auf dem wir stehen oder was sich darunter befinden mag. An Bord eines Schiffes oder auch nur kleinen Bootes auf dem Meer frage ich mich immer – kaum das ich an Bord bin – was unter der glitzernden Wasseroberfläche verborgen liegt, welche Schätze und Entdeckungen nur darauf zu warten scheinen, das wir uns hinabbegeben und zu graben beginnen.

Zum Buch

Natürlich hat man als Laie wenig Chancen, wirklich etwas Neues zu entdecken. Und im Grunde ist das auch gut so. Viele waren schon längst vor uns an dieser oder jener Stelle, ob nun als Sporttaucher, professionelle Schatzjäger oder ernsthafte Wissenschaftler. Letztere sind nicht unbedingt nach Schätzen aus Gold und Edelsteinen aus (wenn sie aber darauf treffen, nicht weniger glücklich sind als seriöse oder weniger seriöse Schatzsucher) sondern eher nach Schätzen des Wissens, des Verstehens.

„Archäologie im Mittelmeer“ setzt genau an diesem Punkt an. In 20 Abschnitten „reisen“ wir durch das gesamte Mittelmeer von Küste zu Küste, von Insel zu Insel und erfahren an Beispielen den heutigen Stand der Unterwasserarchäologie. In jedem einzelnen Beitrag werden andere Facetten der Arbeit unter Wasser beleuchtet.

Gleich der erste Beitrag „Schiffbruch zu Gunsten der Forschung – Neue Studien an der Uluburun III“ vermittelt ein sehr gutes Bild, wie heutzutage gearbeitet wird. An der Südwestküste der Türkei wurde 1984 ein Wrack eines rund 3.300 Jahre alten Schiffes gefunden, was man nach dem Fundort als „Wrack vom Kap Uluburun“ benannt hat. Rund 10 Jahre forschten die Archäologen an diesen Schiffswrack. Die Erkenntnisse flossen in den Bau einer Replik in Originalgröße – der Uluburun II – mit der man ausdehnte Schifffahrts- und Navigationstechniken erprobte und studierte. Doch damit nicht genug. Im Jahr 2006 baute man ein weiteres Schiff – eben die Uluburun III – … und versenkte sie nur wenige Dutzend Meter vom Originalschiff. Sinn dieser außergewöhnlichen Aktion war das Studium des Zerfalls eines Wracks. Wie verändert sich die Lage während des Zerfalls? Wir verteilen sich Ladung und Bruchstücke? Welchen zerstörerischen Einfluß haben die unterschiedlichsten Meereslebewesen auf die Überreste und wie ist der Zeitablauf des Zerfalls? Sicher haben viele Parameter Einfluß auf das Endergebnis und selbstverständlich kann man die Erkenntnisse der Uluburun III nicht auf jedes andere gesunkene Schiff 1 zu 1 übertragen. Aber die Abläufe und Mechanismen sind doch schon sehr aufschlußreich und helfen bei der Suche und Erforschung anderer Wracks.

In anderen Kapiteln erfahren wir etwas über spezialisierte Schiffsmodelle in griechischer und römischer Zeit. Z. B. flache Frachtschiffe für den Transport der Waren von der Küste ins Inland auf Flüssen, Verladetätigkeiten und –techniken, und auf die Ware (Öl, Wein, Fisch, Getreide u.v.a.) sinnvoll abgestimmte Behälter. Es gab sogar Schiffe mit fest eingebautem Bassin, in denen man Lebendfisch transportierte und absichtliche Löcher für die Zufuhr von Frischwasser sorgten. Selbst ausgedehnte Fischfarmen mit modern anmutenden Funktionen waren in der Antike bekannt und wurden beinahe schon industriell genutzt.

Fazit

„Archäologie im Mittelmeer“ ist kein langweiliges Fachbuch, sondern eher ein Tauchgang vom Wohnzimmer aus. Es macht einfach Spaß, mit den Forschern in die Tiefe zu tauchen und sich von ihnen ihre Arbeitsweise und Erkenntnisse zeigen zu lassen. Karten, Bilder und Zeichnungen von Funden komplettieren das Buch und liefern die Fakten zu den einzelnen Expeditionen und Forschungsarbeiten. Fast kann man es nicht erwarten, bis der Sommer kommt und man an seinem Urlaubsort im Mittelmeer den Spuren der Archäologen und der damaligen Zeit nachtauchen kann.

Copyright © 2014 by Werner Karl
www.wernerkarl.org

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