Architekturstadt Stuttgart: Bauten – Debatten – Visionen

Amber Sayah (Hrsg.)
Architekturstadt Stuttgart: Bauten – Debatten – Visionen

Belser Verlag, Stuttgart, 04/2012
HC, Sachbuch, Bildband, Architektur, Architekturgeschichte
ISBN 978-3-7630-2616-6
Titelfoto „Stadtbibliothek am Mailänder Platz“ von die arge lola
Fotos und Abbildungen im Innenteil aus verschiedenen Quellen

www.belser.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Die Schwabenmetropole Stuttgart machte zuletzt durch das umstrittene Großprojekt „Stuttgart 21“ Schlagzeilen. Doch ist der alte Hauptbahnhof, der einem modernen weichen soll, nicht das einzige Bauwerk der letzten Jahre, an dem sich die Geister schieden oder noch scheiden. Städte sollen menschenwürdig und lebenswert sein. Darum müssen sie sich den sich wandelnden Bedürfnissen anpassen und verändern in Folge natürlich ihr Gesicht. Alte Häuser, sofern sie nicht unter Denkmalschutz stehen, deren Erhalt Kosten verursachen würde, die in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen, heruntergekommene Viertel, die ihren Bewohnern keine Lebensqualität mehr bieten können, und sonstige Bauten, die ihren Zweck erfüllt haben, werden nach und nach durch zeitgemäße, zweckdienliche, offen gestaltete und – wie jeder Architekt gewiss hofft – optisch ansprechende Wohnungen, Geschäftszeilen und öffentlichen Einrichtungen ersetzt.

Das vorliegende Buch, das man durchaus als Bildband verstehen kann, verdeutlicht, wie viel in Stuttgart in den vergangenen Jahren gebaut und modernisiert wurde. Aber ist Stuttgart deshalb eine „Architekturstadt“, wie der Titel behauptet? Die Autoren antworten darauf lieber mit einem Jein, denn einerseits gibt es viele entsprechende Einrichtungen und ambitionierte Architekten, andererseits scheinen diese ihre Möglichkeiten nicht wirklich auszuschöpfen. In ihren Artikeln gehen mehrere Autoren, die i. d. R. ein Architekturstudium absolviert haben, Architekten oder Stadtplaner sind, im Detail und anhand von baulichen Beispielen diesem Punkt nach. Wie bei einer Stadtbegehung begleitet der Leser sie durch Stuttgart und erhält Einsichten in moderne Bauwerke wie das Kunstmuseum Stuttgart, das Porsche-Museum, die Wohnanlage Weimarstraße, die Neue Messe Stuttgart, die Kindertagesstätte Obertürkheim u. v. m.

Dies ist besonders für Stuttgarter und Personen, deren Weg sie regelmäßig nach Stuttgart führt, interessant, denn gewiss haben viele oft nur einen flüchtigen Blick im Vorbeifahren oder –gehen für die hier abgebildeten und beschriebenen Bauwerke übrig, wissen vielleicht gar nicht, worum es sich bei dem Objekt handelt, von den Innenansichten ganz zu schweigen. Großzügige Fensterfronten, weiträumige Plätze und Grünanlagen lösen die Betonburgen der Nachkriegszeit ab. Es fällt auf, dass die Architekten eine Vorliebe für klare geometrische Formen haben, dass viele Gebäude würfel- oder quaderförmig aufgebaut sind, die strengen, geschlossenen Fronten vielfach durchbrochen werden, damit ein offener, lichter Eindruck entsteht. Dann wieder findet man geschwungene Formen, die mit der geraden Strenge kontrastieren.

Wie der Titel ankündigt, geht es in den Texten außer um die „Bauten“ auch um die von ihnen ausgelösten „Debatten“ und jene „Visionen“, die ihre Schöpfer einst hatten und die ihre Kollegen auch weiterhin in sich tragen und realisieren möchten. Interessiert man sich für die moderne Architektur in Stuttgart oder ist man damit beruflich befasst, wird man in „Architekturstadt Stuttgart“ viele interessante Denkansätze und Kommentare finden, die von zahlreichen schönen Farbfotos gelungen abgerundet werden.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
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