Bubble Bath Girls

Andrew Einhorn
Bubble Bath Girls
amateur series

(sfbentry)

GOLIATH Verlagsgesellschaft, Gebundene Ausgabe (2005)
ISBN-13: 978-3936709155, 367 Seiten
Sprache: Englisch
Vorwort: Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Größe: 19 cm x 14 cm
345 Farbfotos

http://www.goliathbooks.de/

Was auf den ersten Blick wie eine Serie von Schnappschüssen eines Amateurs wirkt, lässt auf den zweiten Blick die erfahrene Hand eines Profis erkennen. Andrew Einhorn hat in seinem handlichen Bildband beinahe dreißig Hobby-Modelle versammelt, die – trotz ihrer unterschiedlichen ethnischen Herkunft – allesamt aus New York stammen. Thema des Buchs ist dabei das Badezimmer als zentrale Kulisse, doch gewährt Einhorn den jungen Mädels auch Ausflüge in Flur, Schlafzimmer und Küche. Er übt keinen Zwang aus, leitet nur an, führt mit sanfter Hand, die Kamera stets bereit.

Jedem einzelnen Modell wird ein kleines Kapitel gewidmet, die Blätter jeweils uniform in einer anderen Farbe arrangiert, so dass die einzelnen  Kapitel leicht zu erkennen sind, ebenfalls als Stilmittel dienen und den Betrachter auf die abgebildete Frau einstimmt. Natürliches Grün, ein mokkafarbenes Braun, mädchenhaftes Rosa – all das dient den Motiven, den Modellen.

„Bubble Bath Girls“ ist mit seinen gerade einmal neunzehn mal vierzehn Zentimetern sehr handlich, liegt gut in der Hand und bietet den beinahe dreihunderfünfzig Fotos genug Spielraum, um sich zu entfalten und die Girls ordentlich zu präsentieren. Die Anzahl der Seiten pro Modell sind unterschiedlich und auf jeder Seite befinden sich ein bis vier Fotos. Das Buch ist auch hervorragend verarbeitet und ziemlich strapazierfähig. Doch wichtiger als die Verarbeitung, sind natürlich die Modelle.

Andrew Einhorn hat die Mädels auf der Straße angesprochen, sie aus seinem Bekanntenkreis rekrutiert oder durch Mundpropaganda auf sich aufmerksam gemacht. Das dürfte einer der Gründe sein, warum „Bubble Bath Girls“ mit so vielen unterschiedlichen Hautfarben, Körperformen und Texturen aufwartet. Durch den Einsatz von Nässe und Trockenheit, Wärme und Kälte, leeren Flächen und dekorierten Bereichen, sorgt Einhorn für große Abwechslung und somit auch Spannung. Offensichtlich hat sich Einhorn auch große Mühe gegeben, Frauen mit dunkler Haut für sein Projekt zu gewinnen. Das spricht er in seinem Vorwort auch an, das in mehreren Sprachen vorliegt.

Farbvielfalt, Sprachvielfalt, Vielfalt in all ihren Formen und Ausprägungen, das macht „Bubble Bath Girls“ aus. Hier tragen die Girls auch mal nasse Feinrippunterhemden, liebkosen ihre Brustwarzen mit fruchtigroten Melonenvierteln, räkeln sich auf durchwühlten Bettlaken oder schmiegen sich an eine starre Gitarre, die zwischen ihren bloßen Schenkeln steht. Überhaupt spielen Requisiten eine große Rolle auf den Bildern. Viele stammen aus dem Besitz der Frauen, die von Andrew Einhorn dazu animiert wurden. Das steigert die Individualität der Girls um Einiges, denn in der Auswahl der Requisiten und dem Spiel damit, spiegeln sich auch die mannigfaltigen Charakterzüge der Mädels wieder. Und die Mädels selbst sind von ausgesuchter, natürlicher Schönheit.

Das Spiel im Badezimmer, das Spiel mit dem Wasser, der auf der Haut liegenden Feuchte, verbietet natürlich den exzessiven Einsatz von Make-up. Schminke wird also nur marginal und dezent eingesetzt, oftmals gänzlich weggelassen. Dadurch präsentieren sich die Girls natürlich, wirken authentisch. Andrew Einhorn weiß unaufdringlich zu fotografieren, den Mädels freien Lauf zu lassen und sie zum Lachen zu bringen. Lachen, das sieht man die Frauen oft. Ihnen sitzt der Schalk im Nacken, in ihren Augen glitzert pure Lebensfreude und Spaß am Shooting. Das führt zu  einer entspannenden Lockerheit, die sich ebenfalls auf den Betrachter überträgt.

Fast dreißig Girls sorgen dafür, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Mädels mit dunkler Haut, junge Asiatinnen, blasse Girls mit jüdischem Hintergrund und schaumige Schönheiten indischer Abstammung. Hier wird einiges geboten. Pralle Brüste die sich geck in den Himmel recken, Brüste die geschwollen der Schwerkraft folgen und wie reife Früchte in der Luft baumeln, Brustwarzen die feucht und hart um Aufmerksam bitten, wohlgeformte Hintern, lange Beine, buschige Schöße und karg bewachsene Intimbereiche. Da sind Brüste, die bondangegleich von einem breiten Lederriemen gefesselt werden und an den Seiten hervorquellen, blanke, vom Wasser raue Fußsohlen die sich ins Bild drücken, Haare, so lang, dass sie beinahe bis in den Schoß fallen, Slips, bis zu den Knien heruntergezogen, spitze Münder, die einem Kuss gleich Seifenblasen erzeugen und noch vieles mehr. „Bubble Bath Girls“ lädt zum Betrachten, zum Entdecken und zum Staunen ein.

Das liegt vor allem an den Umwelteinflüssen, denen die Girls beim Fotografieren ausgesetzt waren. Wie die Brüste von Katherine, die erst etwas hängen und deren Brustwarzen sich ein wenig in die Sicherheit der Warzenhöfe zurückgezogen haben. Doch im Laufe des Bades schwellen die Brüste sichtbar an, beginnen der Schwerkraft zu trotzen und Dank der kühlen Luft spannen sich die Warzenhöfe an und recken sich die Brustwarzen hart und mutig hervor. Innerhalb eines Shootings, mit nur einem Girl alleine, kommt es bereits zu so viel Veränderungen und Überraschungen, dass jede Seite neue Spannung aufbaut.

Und in diesem Stil geht es weiter, ist das ganze Buch gehalten. Obwohl die meisten Einstellungen und Modelle zu überzeugen wissen, gibt es auch den ein oder anderen speziellen Fall. Hier muss als extremes Beispiel Aaza dienen, ein dunkelhäutiges Mädel, dass Andrew Einhorn selbst als vom Aussehen her als sehr jungen und hübschen Michael Jackson beschreibt. Als Opener zu Aazas Kapitel wählt Einhorn dann eine Einstellung, in der das Girl nackt auf der Toilette sitzt und in die Kamera blickt, das Feuerzeug auf dem Boden liegend, vielleicht als Beleg für ein großes Geschäft. Das Motiv ist provokant, eindeutig kein Massengeschmack, bildet aber einen Kontrast zu den darauffolgenden Bildern, die in dunklen Tönen gehalten sind, umrahmt von einem freundlichen, hellen braun, um daraufhin einen noch stärkeren Kontrast mit Iris zu bilden, dem hellhäutigen Mädel mit den verschlafenen Augen und dem angenehmen Lächeln. Einhorn macht im Einleitungstext zurecht auf ihren durchtrainierten Körper aufmerksam, die schönen Füße und die lange Beine. Der Blick des Betrachters folgt ihrem gebogenen Körper, der sich auf den hellen Fließen zwischen den eng beieinanderstehenden Küchenmöbeln windet, erfreut sich an ihren kleinen und spitzen Brüsten, erkennt, dass das Girl in ihren weißroten Klamotten noch erotischer wirkt, betrachtet ihren dicht bewachsenen Schoß, die Haare, schwerelos, wie Algen gleich, im Wasser treibend; bewundert die Formen ihres Pos und genießt die tiefen Einblicke, die Iris hier gewährt.

Das ist überaus erotisch, ohne irgendwann in den Bereich des Pornos zu gleiten. Andrew Einhorn bewahrt Anstand und zeigt Respekt vor seinen Modellen. Er will überraschen, seinen Vorstellungsraum teilen, Spannung erzeugen, aufgeilen, aber keineswegs die Girls bloßstellen oder eine schnöde Vorlage zur Masturbation bieten. Nein, hier hat ein Künstler seine Hand im Spiel, weiß gefällige Bilder zu präsentieren und mit seinen Visionen zu überzeugen. Das hier ist Kunst auf hohem Niveau, gepaart mit Natürlichkeit und dem Hauch von Naivität und Unschuld. Naivität und Unschuld, das haftet auch Zephyr an, dem Girl, das Einhorn als schönstes Mädel des Buchs bezeichnet. Zephyr, eine exotische Schönheit mit orientalischem Flair, bezaubernd und geheimnisvoll, abweisend und anziehend zugleich, mit dem Körper eine Gazelle – worauf Andrew Einhorn ebenfalls hinweist und diese junge Frau auch entsprechend ablichtet. Erneut wird deutlich, wie nah der Fotograf seinen Modellen ist. Und genau das ist jedem einzelnen Foto anzumerken.

„Bubble Bath Girls“ ist ein erstklassiger Bildband, mit einem tollen Thema, anregenden und spannenden Fotografien. Erstklassig!

Copyright © 2010 by Günther Lietz

Bei Buch24.de

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