Die Khmer

Stefano Vecchia
Die Khmer

The Khmers. History and Treasures of an Ancient Civilization, Italien, 2009
Verlag Philipp von Zabern, Darmstadt/Mainz, 09/2013
HC im quadratischen Format
Sachbuch, Bildband, Archäologie & Geschichte, Kunst & Architektur, Reise
ISBN 978-3-8053-4670-2
Aus dem Englischen von Cornelius Hartz
Titelgestaltung von Ines von Katja Holst, Frankfurt am Main unter Verwendung
eines Fotos: „Der Tempel von Bayon, Angkor, Kambodscha“ von akg-images/Gerard Degeorge
257 Farbfotos im Innenteil aus verschiedenen Quellen

Karte von N. N.
www.zabern.de

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Das heutige Kambodscha gehört zu den Ländern, über die man im Westen so gut wie gar nichts weiß, da die großen Nachbarn China, Japan, Indien, vielleicht noch Korea, Vietnam und Thailand die politisch und wirtschaftlich einflussreichsten Nationen sind. Mancher mag sich noch dunkel an Namen wie ‚Rote Khmer‘, ‚Lon Nol‘, ‚Vietcong‘ und ‚Pol Pot‘ sowie an die auf den Vietnamkrieg folgenden drei Bürgerkriege in Kambodscha in den 1970er Jahren bis fast ins Jahr 2000 erinnern. In diesen drei Jahrzehnten starben schätzungsweise zwei Millionen Menschen unter grausamsten Umständen. Auf dieses düstere Kapitel in der Geschichte Kambodschas geht Stefano Vecchia in „Die Khmer“ allerdings nicht näher ein. Vielmehr konzentriert er sich auf die Khmer als Kulturvolk, dessen Schaffen etwa vom 9. bis 13. Jahrhundert mit der Angkor-Epoche seinen Höhepunkt erreichte, wovon noch immer die gigantischen Tempelanlagen von Angkor Wat künden.

Archäologische Funde belegen, dass die Region schon im 6. Jt. v. Chr. besiedelt wurde und ab dem 3. Jt. v. Chr. der Bewässerungsanbau von Reis, bedingt durch die klimatischen und landschaftlichen Begebenheiten, bekannt war. Durch Händler und Pilger geriet die Bevölkerung vor allem unter den kulturellen Einfluss Indiens und Indonesiens. Die ersten buddhistisch-hinduistischen Skulpturen stammen aus dem 5. Jh. n. Chr.

Um diese Zeit wurden die Khmer zur dominanten Volksgruppe. Ihre Herkunft ist umstritten, doch geht man davon aus, dass es sich um paläo-indonesische Stämme gehandelt haben mag, zumal weiterhin enge Beziehungen zu dem Inselreich Srivijaya (Sumatra, Java/Indonesien) unterhalten wurde, das die Herrscherschicht stellte, die schließlich die Khmer zu einer Blütezeit führten. Der historisch belegte Jayarvaman II wurde 802 zum König gekrönt und gilt als Begründer des Khmer-Reiches. Er verstand sich als souveräner Gottkönig und Anhänger des Mahayana Buddhismus‘ mit einer Toleranz gegenüber dem Hinduismus. Unter seinen Nachfolgern entstanden die Bauten von Angkor Wat (1130 – 1150), und das Reich erfuhr seine größte Ausdehnung, bis es durch Konflikte mit den benachbarten Thai empfindlich geschwächt wurde, Gebiete abtreten und schließlich die Plünderung Angkors (1431) hinnehmen musste. Im Rahmen des Niedergangs des Khmer-Reichs verlagerte sich das politische Zentrum nach Phnom Penh.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Angkor von den Franzosen ‚wiederentdeckt‘. Die archäologischen Forschungen mussten immer wieder unterbrochen werden aufgrund der Welt- und Bürgerkriege. Plünderungen, Raubgrabungen und marodierende Truppen fügten den Ruinen großen Schaden zu, und auch der wachsende Tourismus, der für Kambodscha eine wichtige Einnahmequelle darstellt, bedeutet eine Gefahr für die prächtigen Monumente einer vergangen Zeit.

Die Ausführungen von Stefano Vecchia sind informativ, interessante und auch für den Laien gut verständlich. Man erfährt sehr viel über Kambodscha, die Khmer und ihre faszinierende Kultur – im Geschichtsunterricht an den Schulen war das nie ein Thema, und auch in den Medien ist Indochina kaum präsent. Erklärt werden außerdem die Bauwerke, Skulpturen und sonstigen Funde.  Die recht kleine Schrift ist etwas mühsam zu lesen, doch dafür wird man mit umfassenden Informationen und wunderschönen Farbfotos auf Kunstdruckpapier belohnt. Diese haben wenigstens Briefmarkenformat, sind aber meist größer und können bis zu zwei Seiten einnehmen. Den Fotografen sind wirklich beeindruckende Aufnahmen von der Anlage Angkor Vat gelungen, von den Steintürmen mit Gesichtern, aufwändig gestalteten Reliefs, Portalen, Skulpturen und vielem mehr.

Interessiert man sich für Kambodscha, Angkor Vat und die Kultur der Khmer oder plant man eine Bildungsreise in dieses Land, dann stellt „Die Khmer“ eine sehr empfehlenswerte Lektüre darf, der man viel Wissenswertes entnehmen kann und die durch herrliche Aufnahmen neugierig auf diese wenig bekannte Kultur macht.

Copyright © 2013 by Irene Salzmann (IS)

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