E=mc²: Physik für Höhlenmenschen

Jürgen Beetz
E=mc²: Physik für Höhlenmenschen

(sfbentry)
Springer Spektrum
ISBN: 978-3642544088
Bildung, Sachbuch
Erschienen im Januar 2015
323 Seiten; 154 x 238 mm
Kartoniert

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Der Autor

Jürgen Beetz studierte nach einer humanistischen und naturwissenschaftlichen Schulausbildung Elektrotechnik, Mathematik und Informatik an der TH Darmstadt und der University of California, Berkeley. Bei einem internationalen IT-Konzern war er als Systemanalytiker, Berater und Dozent in leitender Funktion tätig. Von ihm ist im selben Verlag „1+1=10: Mathematik für Höhlenmenschen“ erschienen.
(Quelle: Springer Verlag)

Das Buch

Leserinnen und Leser, die den ersten Band (“Mathematik”) der Mini-Reihe “… für Höhlenmenschen” bereits kennen, werden sich in der steinzeitlichen Umgebung gleich zu Hause fühlen. Darüber hinaus werden sie dann auch schon über das nötige mathematische Handwerkszeug verfügen, um alles, was in diesem Buch an Rechnungen anfällt (keine Angst, so viel ist es nicht), locker nachvollziehen zu können. Da Mathematik und Physik in „E=mc^2: Physik für Höhlenmenschen” zwar hohes aber dennoch nur Schulniveau haben, sollte sich jedoch niemand wegen fehlender Mathe-Kenntnisse abgeschrecken lassen, zumal nicht jede Rechnung oder Gleichung nachvollzogen werden muss, um die Zusammenhänge oder Ideen zu verstehen. Mit Hilfe seiner steinzeitlichen Protagonisten Rudi, dem Physiker, Eddi, dem Mathematiker, sowie dem Seher Siggi und Willa erklärt er Sachverhalte und Gleichungen mit viel Prosa und oft in möglichst kurzen Sätzen, damit die Informationen einfacher zu verdauen sind, wie er Rudi an einer Stelle erläutern lässt. Und es stimmt wirklich. Auch wenn ich solchen “Gleichungen in Prosa” eher kritisch gegenüber stehe (wenn man mathematische Formeln gewohnt ist, sind diese meist einfacher zu verstehen), ist diese Art der Darreichung in kleinen Häppchen überaus verständlich und macht Formeln und Gleichungen erstaunlich gut nachvollziehbar.

Anhand der Erlebnisse der Höhlenmenschen werden leicht verständliche Beispiele konstruiert, anhand derer sich nach und nach die Physik und ihre Gesetze erschließen: Mechanik, Thermodynamik, Strömungen, Wellen, Elektrizität, Optik usw. Aber auch Atom- und Kernphysik, Relativitätstheorie, ein bisschen Quantenmechanik (was man eben in der Schule an Experimenten zu sehen bekommt), Astronomie und Kosmologie werden thematisiert. Dabei sind viele Beispiele nicht gerade ausgefallen. Um beispielsweise die Aussage von Kraft und Gegenkraft zu veranschaulichen, lässt der Autor Eddi kurzerhand baden gehen, als der versucht, mit einem großen Schritt aus einem kleinen Boot das Ufer zu erreichen. Das hat man alles so oder so ähnlich schon gehört. Allerdings passen die Beispiele prima in dieses Milieu.

Das letzte Kapitel (“Physik und Metaphysik”) beschäftigt sich mit etwas, was oft über den eigentlichen Physikunterricht hinausgeht, was von vielen gar zu gern unter den Teppich gekehrt oder als nebensächlich abgetan wird. Hier geht es darum, die Aussagen der Physik zu reflektieren, zu erkennen, wo die Grenzen von Gesetzen und Theorien liegen, in welcher Weise Idealisierungen vorgenommen wurden, inwieweit die Physik in die Philosophie reicht (in früheren Zeiten waren es immerhin die Naturphilosophen, die sich Gedanken um die Natur der Welt machten) und einiges äußerst Interessante mehr.

Wenn man sich einmal auf das Leben in der Jungsteinzeit eingelassen hat – in Wirklichkeit unterscheidet es sich oft nur marginal von unserer Lebensweise -, macht es richtig Spaß, Rudi und Eddi bei ihren alltäglichen Erlebnissen über die Schulter zu schauen und so von einem physikalischen Phänomen ins nächste zu stolpern. Natürlich gibt es auch signifikante Unterschiede, die sich in 10.000 Jahren menschlicher Kultur herausgebildet haben. Um beispielsweise die modernere Physik wie die Elektrizität zu erklären, muss der Autor schon einen Seher bemühen, von Relativitätstheorie, Kernphysik usw. ganz zu schweigen. Allerdings mindert das weder die “Glaubwürdigkeit” noch das Vergnügen an der Lektüre. Neben den netten und lehrreichen Erlebnissen verschafft der Autor immer wieder einen kleinen Überblick über geschichtliche Hintergründe, über Entdeckungen und Forschung (aus heutiger Sicht natürlich) und gibt, was ich bei Büchern dieser Art besonders wichtig finde, am Ende jedes Kapitels eine Zusammenfassung über das jeweils behandelte Thema. Am Ende des Buches befinden sich noch Anmerkungen, die meiner Meinung nach als Fußnoten direkt unterhalb der Textstellen besser und übersichtlicher platziert gewesen wären, sowie ein sehr ausführliches Register. Vor dem Register macht Jürgen Beetz noch auf ein paar bemerkenswerte Webseiten aufmerksam, die sich allgemein verständlich mit Physik und Mathematik beschäftigen.

Fazit

“Physik für Höhlenmenschen” ist allen zu empfehlen, die sich einen leicht verständlichen Überblick über die Physik auf hohem Schulniveau verschaffen wollen. Vollständig ist das Buch natürlich nicht, aber es erhebt auch nicht den Anspruch, ein Lehrbuch zu sein. Dafür macht die locker geschriebene Lektüre ungleich mehr Spaß, wenn man sich einmal auf die Geschehnisse in einer Steinzeitumgebung eingelassen hat.

Copyright © 2015 by Michael Bahner

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