Gallia Lugdunensis

Alain Ferdière
Gallia Lugdunensis
Zaberns Bildbände zur Archäologie

Verlag Philipp von Zabern, Mainz, 02/2011
HC mit Schutzumschlag
Sachbuch, Bildband, Geschichte, Archäologie
ISBN 978-3-8053-4284-1
Aus dem Französischen von Andrea Rottloff
Titelkonzeption von Pauline Schimmelpenninck, Büro für Gestaltung, Berlin unter Verwendung einiger Fotos aus verschiedenen Quellen
Mit Beiträgen von Armand Desbat, Monique Dondin-Payre und William Van Andringa
135 Farb- und 18 Schwarz-Weiß-Abbildungen im Innenteil aus verschiedenen Quellen

www.zabern.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Unter der römischen Provinz „Gallia Lugdunensis“ versteht man ein Gebiet, das die heutige Bretagne, Normandie und Burgund umfasst – Regionen, die zu den beliebtesten Reisezielen zählen, da sie Synonyme für keltische und römische Denkmäler, reizvolle Landschaften, gutes Essen und hervorragende Weine sind. Auch so manches Abenteuer von „Asterix“ spielt in dieser Gegend, und man entdeckt auch den einen oder anderen aus dem Comic geläufigen Ortsnamen.

„Gallia Lugdunensis“ ist, neben Gallia Belgica und Gallia Aquitania, eine von drei römischen Provinzen, die von Cäsar erobert und unter Augustus willkürlich festgelegt wurden, wobei Landmarken (Flüsse, Gebirge etc.) eine größere Bedeutung spielten als die Territorien der ansässigen Stämme. Zahlreiche Städte, die viele Sehenswürdigkeiten bieten, gehen auf keltische Oppida und römische Siedlungen zurück, darunter das heutige Tours, Orléans, Rennes, Nantes, Le Mans u. v. a.

Die Römer übten einen großen Einfluss auf das Leben der Kelten aus, die sich den neuen Strukturen, die ihnen aufgenötigt wurden, teils freiwillig unterwarfen, teils dagegen aufbegehrten. Aufstände wurden prompt niedergeschlagen und die Anführer der Rebellen durch eine pro-römische Leitung ersetzt. Wer von vornherein Bündnisse schloss, profitierte davon, u. a. in Form des römischen Bürgerrechts.

Das Verwaltungssystem der Römer wurde ebenso eingeführt wie ihre Schrift und Währung. Dies hatte zwangsläufig Auswirkungen auf alle Bereiche des Lebens: den Grundriss von Ortschaften und Häusern, das Verkehrswesen, Landwirtschaft, Handel und Handwerk, Religion und Kunst. Die Details schildern Alain Ferdière und seine Mitautoren sachlich und wissenschaftlich fundiert. Alle Angaben werden durch Beispiele und Quellen-Angaben belegt sowie durch Fotos, Karten und Abbildungen veranschaulicht. Die schönen Fotos, die dem Buch Bildbandqualität verleihen, haben wenigstens die Größe eines Passfotos und nehmen bis zu zwei Seiten ein. Die Abbildungen von beeindruckenden Kunstwerken, Monumenten usw. zu betrachten, bereitet große Freude.

Allerdings darf man sich davon nicht täuschen lassen, denn „Gallia Lugdunensis“ ist kein ‚etwas besserer‘ Reiseführer für historisch interessierte Globetrotter oder ein Geschichtswerk für Hobby-Archäologen, die sich für die Region interessieren. Für den Laien sind die Texte zu wissenschaftlich geschrieben und beinhalten zu viele Details. Tatsächlich wendet sich der Band an ein Publikum, das reichliches Hintergrundwissen mitbringt: an Lehrer, die sich intensiv mit Frankreich in der Antike und dem Mittelalter befassten, an Studenten der Geschichtswissenschaften und Archäologie, an Historiker und Archäologen. Diese Gruppe findet in „Gallia Lugdunensis“ reichliche, tiefer gehende Informationen, die von ansprechenden Bildern und einem ausführlichen Anhang mit einem weiterführenden Literaturverzeichnis abgerundet werden.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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