Gletscher der Alpen

Jürg Alean
Gletscher der Alpen

Haupt Verlag, Bern (CH), 1. Auflage: 09/2010
HC, Sachbuch, Bildband, Natur & Tier, Glaziologie
ISBN 978-3-258-07608-9
Titelfotos von Jürg Alean
Fotos im Innenteil von Jürg Alean und aus anderen Quellen

www.haupt.ch
www.swisseduc.ch/about/redaktion/alean-juerg.html
www.glaciers-online.net/glossary/index-de.html

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Die Gletscher der Alpen stellen eine der bedeutendsten Süßwasserreserven Europas dar. Seit Einsetzen des Klimawandels sind sie im Schwinden – und damit geht auch ein Naturphänomen verloren, das die Landschaften nachhaltig prägte. Bizarre Felsformationen und Seenlandschaften künden heute noch von der gewaltigen Kraft des Eises, der Schmelzwasser und des malmenden Gerölls. In „Gletscher der Alpen“ berichtet Jürg Alean von der Faszination, die die Gletscher schon immer auf den Mensch ausübten, sind sie doch oft ein Bestandteil lokaler Märchen, Mythen und Sagen.

Dieses Interesse führte auch schon in früherer Zeit zu genauen Beobachtungen und Begehungen der Gletscher, wodurch der Grundstein für die moderne Glaziologie gelegt wurde und dem die Forscher von heute Aufzeichnungen verdanken, anhand derer sie die Veränderungen während der letzten Generationen verfolgen können. Überdies erwies sich das Eis als ‚Datenspeicher„, denn die darin befindlichen Ablagerungen geben wertwolle Hinweise über die Klimaentwicklung und außergewöhnliche Phänomene. Interessanterweise war das Gletschereis bereits in der Antike ein begehrtes Handelsgut, das dazu diente, die Küche zu bereichern und Lebensmittel für längere Zeit haltbar zu machen.

Man erkannte außerdem die Möglichkeit, mit dem erwärmten Wasser aus den Gletschern die Felder zu bewässern und es für die Stromgewinnung zu nutzen. Da man im Hochgebirge auch im Sommer Skifahren kann, bescherte der Massentourismus vielen Gebirgsdörfern eine neue Einnahmequelle. Darüber hinaus erklärt der Autor, wie ein Gletscher entsteht und wie er aufgebaut ist, welchen natürlichen (Jahreszeiten, Kalt- und Warmperioden) und unnatürlichen Veränderungen (Treibhauseffekt) er unterliegt.

Ein weiteres Kapitel ist der Flora und Fauna im Bereich der Gletscher gewidmet: Einfache Pionierpflanzen erobern schnell die Bereiche, aus denen sich die Eismassen zurückzogen, und weitere folgen, verschwinden aber sogleich wieder, wenn das Eis zurückkehrt. Dass Gletscher ständig in Bewegung sind, ist bekannt. Hin und wieder sind sie Auslöser von Katastrophen, wenn Gletscherstürze und Eislawinen ganze Bergdörfer unter sich begraben oder die immensen Wassermassen aus Gletscherseen besiedelte Täler fluten. Auch für Wanderer besteht stets ein Risiko durch Spalten und Schneebrücken.

Sachlich und zugleich unterhaltsam informiert Jürg Alean über die „Gletscher der Alpen“, so dass auch Laien seine Ausführungen gern lesen. Veranschaulicht werden die Erläuterungen durch zahlreiche beeindruckende Farbfotos, die die Schönheit der vom Gletschereis geformten Landschaft, der Gletscher selber und der vielfältigen glazialen Phänomene dokumentieren. Die Fotos haben wenigstens Diagröße und ziehen sich mitunter über zwei Seiten. Das Buch ist als Hardcover erschienen mit hochwertigem Papier und übersichtlichem Layout. Im Anhang finden sich ein Stichwortverzeichnis, eine Liste mit weiterführender Literatur und Weblinks, sowie der Hinweis auf ein Fotoglossar in engl. und dt. Sprache, das „Gletscher der Alpen“ begleitet: www.glaciers-online.net/glossary/index-de.html.

Die Mischung aus informativen Texten und großartigen Fotos machen den Titel zu einem wunderschönen Bildband für Personen, die sich für Naturschutz und Ökosysteme, die Alpen und das Bergwandern oder generell für die Schönheit der Natur interessieren. Auch als begleitendes Material im Erdkundeunterricht ist der Titel sehr zu empfehlen.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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