Kunst versteht keine Sau …

Sandra Danicke
Kunst versteht keine Sau …

Belser Verlag, Stuttgart, 03/2012
HC, Sachbuch, Bildband
ISBN  978-3-7630-2613-5
Titelgestaltung von pohl & Rick Grafikdesign, Düsseldorf
Abbildungen im Innenteil aus verschiedenen Quellen

www.belser.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Sandra Danicke, geboren in Frankfurt/Main, promovierte in Kunstgeschichte und absolvierte eine Ausbildung zur Redakteurin. Seither publiziert sie in verschiedenen Kunst- und Kulturmagazinen und Tageszeitungen, darunter „DIE ZEIT“, „Süddeutsche Zeitung“ u. a. Der Belser Verlag veröffentlichte ihre Bücher „Rauchende Frauen – brandgefährlich“, „Kunst interessiert keine Sau …“ und aktuell „Kunst versteht keine Sau …“.

Letzteres fällt – genauso wie der andere „Kunst …“-Band – durch ein minimalistisches Cover auf. Statt hier schon etwas vom Inhalt preiszugeben, zieht es der Gestalter, um das Interesse des potentiellen Lesers zu wecken, vor, keine Beispiele zu zeigen, so dass das Buch von außen genauso ein Rätsel ist wie manche Kunstwerke, wie die hier gesammelten Fotos, Malereien, Plastiken etc.

„Kunst versteht keine Sau …“. Diesem Satz mag so mancher spontan zustimmen, vor allem wenn ihm dabei die jüngeren, die modernen Kunstwerke in den Sinn kommen. Wendet man das Buch, wird der Satz vollendet: „… na und!“. Darunter steht: „Mysteriöses, Kurioses und Rätselhaftes in der modernen Kunst“. Nun ahnt man, dass die Autorin das Thema humorig und durch gezielte Beispiele angeht.

Schlägt man den Band auf, verrät ein Inhaltverzeichnis, welche Künstler berücksichtigt wurden (den Bildnachweis und einige Angaben zur Autorin findet man am Ende des Buches). Vermutlich sagen die Namen nur jenen etwas, die sich mit moderner Kunst beschäftigen: Elmgreen & Dragset, James Lee Byars, Kris Martin, Jeff Wall etc. Im Vorwort erklärt die Autorin, dass es den meisten Künstlern gar nicht darum geht, dass sie selber und ihr Werk verstanden werden oder man auf Anhieb erkennt, wie es gemacht wurde. Wäre es so leicht, dann würde das Objekt schnell in Vergessenheit geraten, während etwas, das Rätsel aufgibt, länger in Erinnerung bleibt und vielleicht auch beeindruckt.

Diese Aussage wird an mehreren Beispielen verdeutlicht. Man erfährt etwas über den Künstler und das spezielle Werk, soweit Angaben dazu vorhanden und Interpretationen möglich sind: Anna & Bernhard Blume erstellten eine Foto-Serie, die das Spießbürgertum und den Alltag auf die Schippe nimmt, beispielsweise durch ein Kartoffelchaos in der Küche. Doris Salcedo verblüfft durch einen Riss, der sich durch die Ausstellungshalle zieht. Gregor Schneider legte einen ‚Toten‘ in den Ausstellungsraum, um die Besucher zu schockieren.

Hat man Sinn für komische, verblüffende oder makabre Kunst, dürfte man viel Spaß daran haben, die Bilder – durchgehend in Farbe – zu betrachten und die Texte zu lesen. Rund 60 Seiten sind eigentlich zu wenig, denn es gibt gewiss noch vieles mehr, das wert ist, in diesem Band vorgestellt zu werden, um den Leser zum Schmunzeln und Staunen zu bewegen.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Comments

  1. Mal sehn´, wer sich auf diese meine Meinung stürzt wie ein Habicht:

    Kunst kommt bei mir immer noch von Können. Punkt.

    Eine Beuys´sche Fettecke ist für mich ergo keine Kunst, sondern im besten Falle vielleicht Provokation. Wenn mir ein Künstler eine Dreiviertelstunde sein Werk erläutern muss, weil es aus einer schwarzen Fläche besteht, dann hakt bei mir im Gehirn etwas aus; ich höre richtig das Klicken des Schalters. Und wenn der Typ dann auch noch eine horende Summe dafür haben will, kann ich nicht anders, als mich verarscht zu fühlen und suche das Weite.

    Was ist denn eure Meinung zu (moderner) Kunst? Und was würden nach euer Ansicht nach solche Künstler wie Albrecht Dürer, Monet oder Chagall zu solchen Dingen wie Fettecken sagen?

    mgg
    galaxykarl 😉

  2. Sowas gefällt mir :D. Schöne Rezi!! In (wirklich) moderner Kunst kenne ich mich auch nicht aus, aber interessant sind die Erklärungen zu den einzelnen Werken und Hintergründe, unter denen sie entstanden sind, teilweise schon. Früher im LK hatte unser der Lehrer immer solchen Sachen vorgelesen, während wir am pinseln waren. Viele Bilder und Plastiken sieht man mit ganz anderen Augen – sie werden einfach spannender und machen mehr Spaß.

    Und Beuys, naja. Wir hatten den in der Schule nicht dran genommen. Als in der Staatsgalerie mal ein paar Installationen von ihm waren, fand ich die beigehängten Erklärungen auch recht haarsträubend. Und die Fettklumpen waren auch nicht sehr appetitlich.

    Kunst, künstlich, von Menschenhand erschaffen, nicht natürlich. Für mich stellt sie eine Sicht der Welt dar, wie sie der Künstler sieht. Manche wollen auf etwas aufmerksam machen (oft auf sich selbst z.B. durch Graffiti), manche vielleicht einfach nur Kohle machen.

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