Mit Napoleon in Ägypten

mit-napoleon-in-agyptenFrancoise Labrique, Uwe Westfehling (Hrsg.)
Mit Napoleon in Ägypten – Die Zeichnungen des Jean-Baptiste Lepère

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
Ausstellung vom 2.10.2009 – 10.1.2010
Verlag Philipp von Zabern, Mainz, 09/2009
HC mit Schutzumschlag
Sachbuch, Katalog/Bildband zur Ausstellung, Geschichte, Kunst
ISBN 978-3-8053-4103-5 (Buchhandelsausgabe)
ISBN 978-3-8053-4119-6 (Museumsausgabe)
Umschlagabbildung: Äg. L. P. 019a (Ausschnitt)
Abbildungen im Innenteil aus verschiedenen Quellen, davon eine aufklappbar

www.zabern.de
www.wallraf.museum/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Der Franzose Jean-Baptiste Lepère (1761 – 1844) war Architekt und entwarf u. a. die Schlösser Malmaison und St. Cloud und plante die Kirche St. Vincent-de-Paul in Paris, die von seinem Schwiegersohn Jakob Ignaz Hittorff abgewandelt und fertig gestellt wurde. Aus dessen Nachlass stammen viele Exponate der Ausstellung im Wallraf-Richartz-Museum zu Köln. Jean-Baptiste Lepère gehörte zu den Teilnehmern an der Ägypten-Expedition unter Napoleon Bonarparte, 1798 – 1801, eigentlich ein Feldzug, mit dem die britische Vormachtstellung im Mittelmeerraum beendet werden sollte. Das Unternehmen scheiterte, und Napoleon kehrte noch vor der Niederlage heimlich nach Frankreich zurück. Es folgten sein Staatsstreich und die Kaiserkrönung.

Die Aufzeichnungen der Gelehrten, Künstler und Handwerker wurden in der mehrbändigen Text- und Bildsammlung „Description de l’Égypte“ festgehalten, welche den Grundstein für die spätere Ägyptologie legte. Auch Jean-Baptiste Lepère ist mit zahlreichen Beiträgen in diesem Werk vertreten. „Mit Napoleon in Ägypten – Die Zeichnungen des Jean-Baptiste Lepère“ ist der Titel einer Ausstellung, zu der ein gleichnamiger Katalog erschienen ist, der Themen bezogene Artikel von verschiedenen Autoren und eine Fülle an Abbildungen bietet.

Die Texte liefern nicht nur Hintergrundinformationen zu Napoleons Feldzug und den Eindrücken, die insbesondere die begleitenden Wissenschaftler und Künstler sammelten, es wird auch beschrieben, wie Jean-Baptiste Lepère und seine Kollegen häufig Hand in Hand arbeiteten, um die beeindruckenden Bauwerke zu dokumentieren. Die Lepère-Sammlung und ihre Geschichte werden beschrieben, dabei auch Konservierungsprobleme angesprochen. Ferner finden sich Exkurse, die die Hieroglyphen, den ägyptischen Totenkult und Napoleons Gründe für die Ägypten-Expedition näher erläutern.

Den Artikeln schließt sich der eigentliche Katalogteil an mit Erklärungen zu den Exponaten, einer Zeittafel, einem Glossar und einer ausführlichen Bibliographie. Die Abbildungen – Fotos und Zeichnungen – sind in Farbe. Das Format reicht von der Größe einer Telefonkarten bis zu einer Seite; am Ende des Bandes wurde eine Zeichnung beigefügt, die aufklappbar ist und sich über drei Seiten zieht. Nicht nur die Fotos von den verschiedenen Objekten (z. B. von Tempelanlagen, Statuen, Spiegel) ziehen den Blick des Betrachters an – es sind vor allem die präzisen, detailreichen Zeichnungen, Stiche und Drucke, die faszinieren.

Jean-Baptiste Lepères Arbeiten sind oft fotorealistisch und so exakt, dass man sie manchmal kaum noch als Zeichnung erkennt. Bauwerke, Fresken, Statuen, Säulen …, alles wurde akribisch festgehalten, oft mit Schattenwurf, teilweise koloriert. Es ist eine wahrhaft großartige Sammlung. Der aufwändig gestaltete Katalog, eigentlich ein wissenschaftlicher Bildband, wendet sich an die Besucher der Ausstellung, an Ägyptologen, Historiker und Künstler, sowie an alle, die sich für das Thema interessieren und neben fundierten Informationen auch die wunderschönen Bilder zu schätzen wissen. Ein Prachtband!
 
Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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