Naked Girls Smoking Weed – Best of 420 Girls

Rob Griffin
Naked Girls Smoking Weed
Best of 420 Girls

(sfbentry)

GOLIATH Hardcover
Autor: Robert Griffin
English, Deutsch, Francais, Espanol, Italiano
7,5 cm x 5,5 cm
160 pages / 180 color photos
ISBN 978-3-936709-26-1

https://www.goliathbooks.de

Aus dem Hause des Frankfurter Verlags GOLIATH stammt der verrauchte Bildband „Naked Girls Smoking Weed“, der die schönsten Mädels aus dem Magazin „420“ (sprich „vier-zwanzig“) vorstellt. Eines vorweg: Wenn das wirklich die schönsten Frauen sind die Robert Griffin aufzufahren hat, dann ist das ein guter Grund gegen die Legalisierung von Marihuana, für die der Autor so vehement eintritt.

Das Äußere des Buchs ist schön gestaltet und das handliche Cover liegt gut in der Hand. Auf dem Titelbild ist ein nett gebautes Mädel zu sehen, das sich der Freude guter Joints hingibt. Die junge Frau ist auch nochmals auf der Rückseite des Buchs zu bewundern, wo sie ihre stramme Kehrseite präsentiert. Das macht schon mal Appetit auf mehr.

Nach einem fünfsprachigen Vorwort – in dem Robert „Rob“ Griffin seine Position vertritt und über die „420“ aufklärt – geht es auch schon los. Zentrales Moment ist dabei stets das Gras in all seinen Formen: Im Blumentopf, in Gärten, in Joints, in Bongs, an Mädels, auf Mädels und um Mädels. Überall sprießt das Gras, glücklicherweise sind die Büsche der Modelle jedoch gut gestutzt.

Griffin verbindet in seinem Buch sachliche Informationen über Marihuana mit heißen Bildern. So finden sich auf jeder Doppelseite ein paar Fotos und darunter ein paar Zeilen mit Informationen und Zitaten über Gras. Die Texte sind allesamt englisch und entstammen unterschiedlichen Quellen. Meistens sind die Quellen angegeben und nachvollziehbar, allerdings oft auch aus dem Kontext gerissen und von Rob Griffin willkürlich ausgewählt. Eine Objektive Betrachtung zur Thematik auf erotischer Basis findet zu keinem Zeitpunkt statt, auch keine tatsächliche Auseinandersetzung mit den Legalisierungsgegnern. Griffin lässt stattdessen die Bilder sprechen und setzt seine Modelle als Botschafterinnen ein. Und das geht schief.

Entweder war Griffin bei der Zusammenstellung der Bilder ständig bekifft oder er hat tatsächlich keine besseren Modelle gefunden. Die meisten der Frauen zeichnen sich durch eine picklige, teigige und unreine Haut aus, breitflächigen Gesichtern und unerotischen Posen. Offensichtlich wurde auch ein Grafikprogramm zur Nachbearbeitung benutzt, nur hat scheinbar niemand Griffin erklärt wie das funktioniert.

Als Beispiel mag nun die Blondine mit Bunny-Tattoo herhalten. Rein vom äußerlichen ist sie schon fragwürdig, denn die Spuren der plastischen Chirurgie sind offensichtlich. Aufgepumpte Titten und laszive Posen (was die gute Frau eben dafür hält) sind unfähig darüber hinwegzutäuschen. Vor allem diese Brüste, die dermaßen der Schwerkraft trotzen, dass der Leser jederzeit erwartet die gute Frau würde von ihren prallen Möpsen getragen der Schwerkraft ins Antlitz schreien und ebenfalls zum Himmel steigen – und somit aus dem Blick sein. Stattdessen zeigt sie auf Seite neunundsiebzig wie unfähig Modell, Beleuchter, Fotograf und Grafiker mit dem Licht umgehen. Und um das Maß vollzumachen, wird die Gute auf Seite vierundachtzig einfach mal gespiegelt. Gut erkennbar am Tattoo.

Auch die anderen Modell spielen weitgehend in dieser Liga und sind entsprechend in Szene gesetzt. Nun ja, Schlupflider, Hängebrüste und benebelter Blick inklusive. Nur bei den wenigstens erscheinen die großen und glänzenden Augen als erotisch verschleierter Blick. Stattdessen rücken immer wieder kleine und große Bongs ins Bild, an denen die Frauen nuckeln, lutschen und saugen. Das wirkt in seiner Umsetzung vollkommen unerotisch. Zudem mangelt es den Bildern an Dynamik und Lebendigkeit.

Gelingt es dem Leser dann doch einmal gefallen an den Bildern zu finden und sich in eine erotische Grundstimmung zu bringen, dann sorgen die ausgewählten Texte schnell wieder für Ruhe im Karton. So weist Griffin mit seinen Zitaten daraufhin, dass Gras sehr gut ist um das Böse zu bekämpfen, bei HIV und Appetitlosigkeit eingesetzt werden kann und sich auch hervorragend eignet, wenn Frau ihre Tage hat. Wer will denn so etwas lesen, wenn er sich erotische Bilder anguckt? Niemand! In einem Buch mit Nackt- und Aktmodellen wird pure Erotik erwartet!

Doch glücklicherweise gibt es auch Lichtblicke in dem Verbund aus Unfähigkeit, Ideenlosigkeit und Hässlichkeit. Einige der Frauen sind tatsächlich gut gebaut, wirken natürlich, wissen zu posen und spielen gekonnt mit dem vorhandenen Gras. Leider gibt es davon zu wenige in dem Buch und man möchte ihnen zurufen: „Lauf weg! Bring dich in Sicherheit! Da kommt Rob Griffin mit Joint und Kamera!“

Um Gefallen an „Naked Girls Smoking Weed“ zu finden, braucht es schon einen Joint, um Konturen, Formen und Farben aufzulösen, und sich mit der Unzulänglichkeit der Modelle zufrieden zu geben. Griffin transportiert hier weder seine Botschaft, noch wird er einem erotischen Anspruch gerecht. Schade.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

Bei Buch24.de

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