Oh! My Goddess Artbook

Kosuke Fujishima
Oh! My Goddess Artbook

Ah! My Goddess (Ah! Megami-sama), Japan, 2003
EMA, Köln, Originalausgabe: 9/2003
Vollfarbiges SC-Artbook, Manga, Fantasy, Comedy, Romance, 978-3-89885-753-6, 92/1800 (sfbentry)
Aus dem Japanischen von Miyako Toudaiji

www.manganet.de
www.tbs.co.jp/megamisama/

In Zusammenarbeit mit Kosuke Fujishima produzierte EMA das Artbook „Oh! My Goddess“ mit vielen weitgehend unbekannten Illustrationen zur gleichnamigen Serie. Tatsächlich ist es eine Originalausgabe – der Band ist kein lizenzierter und übersetzter Nachdruck aus Japan.

Auf diese Weise ermöglichte es der Verlag den einheimischen Lesern, auch Zeichnungen des Künstlers kennen zu lernen, die man sonst nie zu Gesicht bekommen hätte, da es sich um extra angefertigte Motive zu speziellen Anlässen handelt, die wahrscheinlich japanischen Fans ausschließlich in Manga-Anthologien und über diverse Merchandise-Artikel zugänglich gemacht wurden. Zwar kommentiert der Künstler jedes Bild mit einigen Worten, aber diese Information und das jeweilige Entstehungsjahr fehlen leider.

„Oh! My Goddess“ ist eine der Serien, die schon früh in Deutschland gestartet wurden, noch immer laufen und mit die meisten Bände (aktuell: Bd. 38, erschienen: 12/2008) hat. Da der Vorlauf aufgebraucht ist, muss man schon einige Monate warten, bis wieder ein neues Tankobon in die Läden kommt.

Die meisten Manga-Leser sind mit der Geschichte vertraut: Das Leben des trottelig-netten Studenten Keiichi Morisato wird völlig auf den Kopf gestellt, als die hübsche Göttin Belldandy bei ihm einzieht. Es ist Liebe auf den ersten Blick, aber er ist viel zu schüchtern, um ihr seine Gefühle zu gestehen. Wann immer er den Mut fasst, sich zu erklären, passiert etwas, und die Gelegenheit ist vorbei. Nach und nach nisten sich Belldandys Schwestern Urd und Skuld bei Keiichi ein, und auch die Feinde der Göttinnen lassen nicht lange auf sich warten.

Im Artbook geben sich alle ein Stelldichein: Keiichi, Belldandy, Urd, Skuld, ihre Freunde und Widersacher. Man merkt, dass Kosuke Fujishima besonders viel Vergnügen daran hat, die Protagonistinnen in sexy Posen und/oder einem Ambiente darzustellen, für das in der Manga-Handlung kein Platz vorgesehen ist. Mit feinem Stich und einer meist aquarellartig anmutenden Kolorierung setzt er die Figuren gelungen in Szene. Sehr viel Liebe zum Detail beweit er gleichermaßen bei den alltäglichen wie auch den eher phantastischen Gewändern. Dabei verrät er, dass er sich bei vielen Objekten an dem orientiert, was er selber besitzt (Keiichis Kleidung) oder womit er sich ausgiebig befasst (Motorräder).

Das Artbook wartet mit über 80 farbigen Zeichnungen auf, deren Größe vom kleinen Logo bis zum doppelseitigen Pin-Up schwankt. Keiichi in Motorrad-Kluft, Belldandy im Ringel-Pullover, Urd als Krankenschwester, Skuld mit Engelsflügeln… – alle Illustrationen laden zum längeren Betrachten ein und erfreuen das Auge. Man muss die Serie nicht lesen oder kennen, um Spaß an den wunderschönen Bildern zu haben.

Zehn Seiten mit kurzen Kommentaren runden ab. Hier erfährt man, mit welchen Arbeitsmitteln das eine oder andere Motiv erstellt wurde, was dem Künstler besonders wichtig bei der Konzeption war, welche Besonderheiten oder speziellen Details es aufweist.

Auch die Gestaltung des Artbooks kann man als gelungen bezeichnen: Softcover, hochwertiges Kunstdruckpapier und eine Transparentpapier-Einlage. Das Format hat eine eher ungewöhnliche Zwischengröße und ist etwas größer als z. B. das „Inu Yasha“-AB, aber kleiner als die „Arina Tanemura Collection“.

Für die Freunde schöner Bilder und die Sammler aufwändiger Artbooks ist der vorliegende Band geradezu ein Muss. Schade, dass EMA dieses Projekt nicht auch mit anderen beliebten Künstlern fortsetzte und Artbooks nach wie vor Ausnahmetitel sind, die meist nur in der Vorweihnachtszeit erscheinen. (IS)

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