Pulp Fetish

Fred Berger
Pulp Fetish

(sfbentry)

GOLIATH Hardcover (5/2010)
English, Deutsch, Francais, Espanol, Italiano
176 Seiten, 180 Farbfotos
ISBN 978-3-936709-27-8

Aus dem Hause GOLIATH stammt der Bildband „Pulp Fetish“, in dem Fred Berger (Gründer des Subkulturmagazins „Propaganda“) seine Vorlieben für Western- und Kriegsthemen auslebt. Dabei bedient sich Berger ungeniert des Pulps, des Schunds, und bannt ihn auf Hochglanzpapier. Stets in die Motive eingeflochten sind subkulturelle Codes und Anspielungen, die den Bildband für jeden Fan der Szene um einiges spannender gestaltet.

Das Buch liegt jedenfalls gut in der Hand und bietet auf 176 Seiten insgesamt 180 Farbfotos. Neben ihrem anzüglichen, pulpigen Charakter, kommen sie auch mit einer gesunden Priese Augenzwinkern daher, sind intensiv und beeindruckend. Ebenso eindringlich ist auch die stete Dominanz des Stärkeren dem Schwächeren Gegenüber. Seien es nun die USA die über den roten Stern ragen, sich die Stiefel lecken lassen oder die Squaw, die dem Cowgirl ihren Revolver in den Arsch schiebt.

Cops, Gangster, Cowboy, Indianer, Piraten und auch Nazis sind ebenfalls Schwerpunkte der Schüsse. Dabei hat Berger ein gutes Auge für seine Modelle und diese passend ausgewählt und inszeniert. Es sind keine Hochglanzmodelle, die mit ihren prallen Kurven und feuchten Lippen die Fantasie anregen. Nein, es sind attraktive Persönlichkeiten, die das jeweilige Thema perfekt unterstützen. Modelle, Kostüme und Kulissen bilden eine gelungene Harmonie, fesseln den Zuschauer, so wie Fesselungen auch oft Bestandteil der Bilder sind.

Und diese Bilder sind herrlich arrangiert, wissen zu gefallen. Fred Berger bietet keinen Porno, eher im Gegenteil. Die Anzüglichkeit des Buches resultiert aus dem Pulp, den Posen und den gebrochenen Konventionen heraus. Es gibt keine nackten Tatsachen, keinen plumpen Porno, sondern nur sauber fotografierten, außergewöhnlichen Schund – ohne kulturelle Tabus. Da wird schon mal dem androgynen Deutschen in Lederhose eine dicke, lange Wurst in den Mund geschoben, an der er gefälligst zu saugen hat. Da holt der Kapitän seine Neunschwänzige aus der Hose, damit die Piratenschlampe genüsslich an seinen Fingern nuckelt.

„Pulp Fetish“ ist Poesie und Fantasie auf hohem Niveau. Es ist keine reine Ansammlung von Bildern, sondern es sind kleine Geschichten die erzählt werden wollen. Doch fernab der Realität und dem Konservativen. Es ist einfach nur Pulp, einfacher, dreckiger und geiler Schund, der den Leser – den Betrachter – förmlich anspringt und in seinen Bann zieht. Sicherlich, die Leserschaft muss das Thema mögen, diesen Fetisch lieben, sich darauf einlassen wollen und auch können. „Pulp Fetish“ ist kein Erotikbildband mit Akten für das normale Publikum. Es ist ein Bildband für Szenegänger, Kenner, Aufgeschlossene und Neugierige. Und genau für diese Klientel ist „Pulp Fetish“ eine klare Empfehlung!

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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