Ritter im Heilgen Land – Kreuzfahrerstätten in Israel

Hans Wolfram Kessler & Konrad Kessler
Ritter im Heilgen Land – Kreuzfahrerstätten in Israel

Verlag Philipp von Zabern, Darmstadt/Mainz, 05/2013
HC, Sachbuch, Archäologie & Geschichte, Bildband
ISBN 978-3-8053-4552-1
Titelgestaltung von Jutta Schneider, Frankfurt am Main unter Verwendung des
Fotos „Jerusalem, Zitadelle, Davidsturm“ von zatletic und des Motivs „Schild“ von Hans Wolfram Kessler
160 Farb-Abbildungen im Innenteil von Hans Wolfram Kessler und Konrad Kessler
Karte von Peter Palm, Berlin

www.zabern.de

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Das Zeitalter der Kreuzzüge ins Heilige Land umfasst in erster Linie die Jahre von 1095 bis 1291 (Fall von Akkon, der letzten Kreuzfahrerfeste). Nach einem Hilferuf von Ostrom/Byzanz, das von den Seldschuken bedroht wurde, rief Papst Urban II zur Befreiung des 638 von Muslimen eroberten Jerusalems und anderer christlicher Stätten auf. Auf seine und die Aufforderungen seiner Nachfolger reagierten zahlreiche Fürsten und reisten, meist unvorbereitet, mit ihren Heeren auf den gefährlichen Wasser- und Landwegen ins Heilige Land, das nur ein Teil der Soldaten erreichte. Es werden weitere Kreuzzüge bis 1444 genannt, die jedoch meist andere Ziele und Beweggründe hatten.

Die Motive der Kreuzfahrer waren vielfältig: Die religiösen Eiferer wollten das Christentum verteidigen und Rache für die Gräueltaten nehmen, die von Muslimen an christlichen Einwohnern, Pilgern und Händlern verübt wurden sowie für die Zerstörung christlicher Heiligtümer. Bald jedoch überwogen die machtpolitischen und wirtschaftlichen Aspekte, was zur Folge hatte, dass die Kreuzfahrer auch andere christliche Glaubensrichtungen – darunter die Ostkirche, die Kopten etc. – zu Ketzern erklärten und ihre Vertreter angriffen, um strategisch wichtige und reiche Städte einzunehmen. Das hatte zur Folge, dass sich das Christentum selbst schwächte, denn durch die Eroberung von Byzanz/Konstantinopel (während des vierten Kreuzzugs: Lateinisches Kaiserreich 1204 – 1261, danach wieder souverän bis 1453: Konstantinopel wird von den Osmanen eingenommen) verlor Europa ein wichtiges Bollwerk gegen den aggressiv vordringenden Islam.

Hinzu kamen interne Machtkämpfe zwischen den Fürsten, insbesondere nachdem sie Leitfiguren wie Friedrich II Barbarossa verloren hatten. Die Kreuzfahrer verübten ihrerseits Grausamkeiten an den Muslimen, nachdem sie Friedensverträge gebrochen hatten, die sie erfolgreicher als die Schlachten für sich entscheiden konnten. Das führte nach kurzfristigen Phasen der Ruhe und der Eroberungen zu dem erneuten Verlust all dieser Gebiete. Damit einher geht natürlich auch der kunsthistorische Aspekt: In den von Muslimen eroberten Regionen wurden jüdische und christliche Heiligtümer zerstört oder in Moscheen umgewandelt. Ruinen und erhaltene Bauwerke künden von den Schicksalen der Kreuzfahrer und den Anhängern der verschiedenen Religionen.

Auf diesen Punkt konzentriert sich das Sachbuch „Ritter im Heiligen Land“. Nach der geschichtlichen Einführung kommt der Schwenk zum Detail, dessen Fokus auf die Stadt Jerusalem, den Burgen der verschiedenen Ritterorden, der Bautätigkeit, dem Handel, den Hospitälern usw. gerichtet ist – aber immer im Zusammenhang mit dem wechselhaften geschichtlichen Kontext. Ergänzt wird mit einer Liste der Könige/Regenten von Jerusalem, denn die Namen gehen leicht in der Menge an historischen Fakten und gleichen Benennungen unter. Ein Glossar und eine Bibliografie runden ab.

Der Band ist sehr textlastig, doch ist das zweispaltige Layout angenehm, und die Informationen lesen sich, wenn man das Thema für interessant befindet, kurzweilig. Nicht auf jeder Doppelseite, aber regelmäßig lockern Fotos und Abbildungen die Erläuterungen passend auf. Die Bilder haben wenigstens Diaformat und können maximal eine Seite belegen. Sie zeigen das Land, Städte, Bauwerke, Ruinen und deren Details, berücksichtigen jüdische, christliche und muslimische Objekte gleichermaßen, doch liegt der Schwerpunkt auf dem, was an die Kreuzfahrer erinnert.

Das Buch ist sehr interessant, nicht nur für Archäologen, (Kunst-) Historiker, Theologen und Lehrer/Studenten der entsprechenden Fachbereiche, sondern auch für wissenschaftlich gebildete Laien, die sich mit dem Thema befassen, darunter Bildungsreisende, die die historischen Stätten besuchen wollen oder besucht haben.

Copyright © 2013 by Irene Salzmann (IS)

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