Spuren am Fluss

Günther Schumann
Spuren am Fluss

Natur und Tierwelt an europäischen Flüssen
Verlag J. Neumann-Neudamm, Melsungen, 10/2008
HC, Sachbuch, Bildband, Natur, 978-3-7888-1216-4,128/1995
Titelfoto und Fotos im Innenteil von Günther Schumann
www.neumann-neudamm.de
www.enilef.de/

Der Naturfotograf Günter Schumann setzt sich schon sehr lange für den Naturschutz ein. Zu diesem Zweck organisiert er auch zahlreiche Ausstellungen und arbeitet an Bildbänden, wie der hier vorliegenden Titel „Spuren am Fluss“.

Europa ist von Flüssen durchzogen, die so klingende Namen tragen wie Wolga, Donau, Rhein, Elbe, Oder, Mosel und Weser, aber auch weniger bekannt sind wie die Borkviks-Älf, Voxnan oder Schwalm.

All diese Wasserwege waren schon in frühester Zeit die Lebensadern, an denen sich die Menschen niederließen, Ackerbau und Handel betrieben und schließlich sogar Städte und Industrieanlagen errichteten. Dementsprechend schrumpften die Natur belassenen Flächen und der Lebensraum für Tiere und Pflanzen von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Verunreinigungen veränderten Fauna und Flora, zwangen sie teilweise sogar dazu, sich aus den schwindenden Auen zurück zu ziehen oder auszusterben.

Damit nun nicht auch noch die letzten Gebiete verloren gehen, in denen die Natur halbwegs intakt zu sein scheint, macht Günter Schumann auf die stille Schönheit der Flussläufe und das Leben, das in und um sie herum existiert, aufmerksam. Mit viel Geduld und Sorgfalt fotografierte er Landschaften, Pflanzen und Tiere, klammerte den Einfluss der Menschen, so weit er konnte, aus.

Dabei gelangen ihm Aufnahmen von weiten Flussauen, verzaubernden Sonnenauf- oder Untergängen vor Wald und Bergen, Nebelschwaden über dem Wasser und in der Dämmerung, seltenen Pflanzen und nicht zuletzt allen möglichen Tieren. Aber die Bilder wirken nicht nur für sich allein.

Der Autor und Fotograf schildert, wie es zu den Aufnahmen gekommen ist, beschreibt die Erlebnisse und Beobachtungen bei den langen geduldigen Sitzungen. Dazu gehören Begegnungen mit Tieren wie Bibern und Elchen ebenso, wie die Schilderung der Tapferkeit einer Entenmutter oder der tragischen Zerstörung einer Reiherkolonie an der Weser.

So entsteht nicht zuletzt durch die Intensive Verknüpfung von Wort und Bild ein lebendiges Bild der jeweiligen Flusslandschaft und ihrer zahlreichen Bewohner oder Besucher. Es sind gerade die Vögel und Kleintiere, die die Wasserläufe lebendig machen, und nicht die großen, auffälligen Kreaturen.

Da er sehr persönlich schreibt, erhebt er für sich auch nicht den Anspruch, allgemeingültige Aussagen zu verfassen – es sind in erster Linie seine eigenen Eindrücke zu einem bestimmten Zeitpunkt. Weil er zudem für die Zusammenstellung des Buches mehrere Jahre brauchte, konnte er auch die eine oder andere negative wie positive Entwicklung mit einfließen lassen und dem Leser damit die Möglichkeit bieten, sein Resümee aus den Informationen zu ziehen.

Die Beschreibungen sind insgesamt sehr detailreich und lebensnah. Sie wirken manchmal durch die hin und wieder etwas umständliche Wortwahl ausgesprochen waidmännisch und fachspezifisch, sind aber auch für den Laien gut zu verstehen, da er unverständliche Begriffe sofort erklärt und ansonsten weitestgehend vermeidet.

Heraus kommt ein interessanter wie stimmungsvoller Bildband, der nicht nur zeigt, wie vielfältig die Flüsse Europas sein können, sondern auch deutlich macht, was verloren gehen könnte, wenn man sich nicht aktiv an der Bewahrung und Ausweitung der Naturschutzgebiete beteiligt.

So enthält „Spuren am Fluss“ mehr als nur schöne Bilder. Zwar kann man auch diese einfach nur genießen, wird aber letztlich durch das stille Plädoyer des Autors wachgerüttelt und auf die Bedrohung dieser Idylle aufmerksam gemacht. (CS)

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