Tivoli und die Villa Hadrian

Dr. Helmut Schareika
Tivoli und die Villa Hadrian – Das „stolze Tibur“: Latinerstadt und Sommersitz Roms

Italien – Rom
Verlag Philipp von Zabern, Mainz, 03/2010
PB mit Klappbroschur
Sachbuch, Kulturführer zur Geschichte und Archäologie, Reiseführer
ISBN 978-3-8053-4158-5
Titelgestaltung von Max Bartholl, b3K text und gestalt GbR, Frankfurt am Main und Hamburg; Festporticus mit Wasserlandschaft (sog. „Kanopos“)
58 Farb- und 1 SW-Fotos und Abbildungen aus verschiedenen Quellen

www.zabern.de
http://didaktik.textus.de/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Tivoli, eine Stadt in Latium, ist der klangvolle Namensgeber für Theater, Vergnügungsparks, Spielhallen u. a. mehr, eine Anspielung, dass auch jener Ort den Römern zur Entspannung – als Sommersitz – diente. Eines der berühmtesten Bauwerke ist die vor der Stadt gelegene Villenanlage, die Villa Hadrian. Dr. Helmut Schareika, Altphilologe, Archäologe und Germanist, informiert in „Tivoli und die Villa Hadrian“ über den geschichtlichen Hintergrund der Stadt und des namhaften Bauwerks, über Kaiser Hadrian (76 – 138) und insbesondere über die Anlage und Architektur der Villa. Zudem gibt es Hinweise zum Anfahrtsweg und zu den wichtigsten zugänglichen Sehenswürdigkeiten, ein umfangreiches Literaturverzeichnis, ein Glossar und einen Überblick über die Villenanlage.

Dies alles wird ergänzt durch eine Vielzahl von stimmungsvollen Fotos und Abbildungen, die die Texte auflockern und veranschaulichen. Die Gründung Tivolis (Tibur) wird anhand von Funden und Legenden auf ca. 1215 v. Chr. datiert; somit wäre die Stadt älter als Rom. Spuren, die auf eine frühe Besiedelung dieser Region hinweisen, gehen sogar noch weiter zurück. Nachdem Tivoli die Vormachtstellung Roms anerkennen musste und sich seine Bewohner fortan als Römer betrachten durften, ging die wechselvolle Geschichte der Stadt weiter. Jedes Zeitalter hinterließ seine Spuren, auch architektonisch, doch wurde so manches leider von den Umwelteinflüssen, von Plünderern und im Zweiten Weltkrieg von den amerikanischen Bombern, die selbst zivile Ziele nicht verschonten, zerstört. Was noch übrig ist von den alten Anlagen, wird nun mühsam ausgegraben und rekonstruiert. Dabei bemüht man sich, die Villa Hadrian und ihre Bedeutung unter dem Aspekt zu betrachten, dass sie während der Blütezeit Roms von einem Kaiser erbaut wurde, der Amt und Vermögen geerbt hatte, aber auf keine Traditionen zurückblickte und somit seine Macht und die Legitimität seines Anspruchs demonstrieren musste durch z. B. ein gewaltiges Bauwerk.

Dabei holte er sich Anregungen, Kunstobjekte und Handwerker aus den Provinzen, wodurch das Bild der Villa nachhaltig geprägt wurde. Den ausführlichen Beschreibungen merkt man an, wie begeistert der Autor von der Region Latium, der Stadt Tivoli und all ihren historischen Gebäuden und Monumenten ist – und wie sehr er die Zerstörungen bedauert, die von Kunsträubern vor allem im 16. Jahrhundert, mehr aber noch von den Alliierten 1944 begangen wurden. Seinen fundierten Ausführungen lässt sich entnehmen, wie beeindruckend die Hadrians Villa einst war und noch immer ist. Der Leser erfährt Näheres über den aktuellen Stand der Forschungen und die Rätsel, die die Anlage der Fachwelt noch immer aufgibt.

Das Sachbuch ist spannend zu lesen und wendet sich an Schüler der Oberstufe und Lehrer, die sich mit (Kunst-) Geschichte befassen, an Studenten der Fachbereiche Geschichte, Archäologie und Kunst, sowie an die entsprechenden Berufsgruppen und interessierten Laien. Auch jene, die einen Urlaub in der Region planen und mehr sehen möchten als überfüllte Strände, laute Discos und teure Boutiquen, werden viel Freude an dem Titel haben.

Die Gestaltung des Buches ist sehr ansprechend: Paperback mit Klappbroschur, Kunstdruckpapier, übersichtliches Layout mit blau unterlegten Zusatzangaben (u. a. Zitate), anspruchsvolle, aber gut lesbare Texte und viele farbige Fotos, dank derer der Titel fast Bildbandqualität erreicht. „Tivoli und die Villa Hadrian“ ist ein sehr informatives Buch zur Geschichte und Kultur jener historisch bedeutsamen Stadt im Osten Roms, das man kunstgeschichtlich interessierten Lesern und Globetrottern sehr empfehlen kann.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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