Vogelhochzeit – Von der Balz bis zum Nestbau

James Parry
Vogelhochzeit – Von der Balz bis zum Nestbau

(sfbentry)
The Mating Lives of Birds, GB, 2012
Haupt Verlag, Bern (CH), 09/2012
HC im Großformat
Sachbuch, Natur & Tier, Bildband
ISBN 978-3-258-07743-7
Aus dem Englischen von Susanne Schmidt-Wussow
Titelfoto „Basstölpel (Morus bassanus) beim Balzritual von Edwin Giesbers
140 Farbfotos im Innenteil aus verschiedenen Quellen

www.haupt.ch

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Der Ornithologe James Parry beschreibt in „Vogelhochzeit“ die verschiedensten dokumentierten Balzrituale und Formen der Revierverteidigung über den Nestbau und das Zusammenleben der Vögel bis hin zur Brutpflege. Tatsächlich haben einige Vogelarten erstaunliche Strategien entwickelt, um einen potentiellen Partner anzulocken, ihn und das Gelege gegen Konkurrenten oder Feinde zu verteidigen und den Nachwuchs aufzuziehen.

Beispielsweise markieren Singvögel ihr Revier durch ihren Gesang und versuchen sowohl Rivalen dadurch abzuschrecken als auch Weibchen auf sich aufmerksam zu machen. Vögel, die nicht durch ihre Stimmen auffallen, werben oft durch farbenprächtiges Gefieder, überlange Schwanzfedern, leuchtende Kehllappen u. ä., die nach der Paarung an Intensität verlieren oder ausfallen. Tanzartige Bewegungen bei Schreitvögeln, Kämpfe zwischen den Rivalen und das Dekorieren des Nestes sind weitere Rituale, mit denen der Partner beeindruckt werden soll. Durch das Überlassen von Futter sowie gegenseitiges Putzen werden bei manchen Arten die Beziehungen vertieft. Meist, aber nicht immer, ist das Männchen der optisch auffallende und aktive Teil einer „Vogelhochzeit“.

Einige Vögel binden sich für ihr ganzes Leben, doch geht man davon aus, dass keine Zuneigung i. d. S. zwischen solchen Paaren besteht, sondern es sich vor allem um eine Beziehung zum Nistplatz handelt, der von Zugvögeln nach der Rückkehr wieder besetzt wird. Einige Arten suchen sich jedes Jahr einen oder sogar mehrere neue Partner, unabhängig davon, ob sie ein oder mehrmals brüten. Es kann sogar vorkommen, dass ein Gelege von einem Männchen zerstört wird, um das Weibchen zu einer neuen Partnerschaft zu zwingen.

Die Nester weisen ebenfalls die unterschiedlichsten Formen auf, angefangen bei Baumhöhlen und Erdlöchern, über aus Zweigen, Federn usw. geflochtenen oder geklebten Bauten bis hin zu kunstvoll angelegten, überdachten Konstruktionen. Des Weiteren gibt es Vögel, die ihr Gelege zwischen Steinen o. ä. verbergen oder die ihre Eier in fremde Nester legen und von deren Besitzern mit ausbrüten lassen. Die Nest-Hygiene wird entsprechend mannigfaltig gehandhabt. Nicht immer kümmern sich die Elterntiere gemeinsam um die Aufzucht der Brut. Es gibt Arten, in denen das Weibchen allein für das Brüten, die Ernährung und den Schutz verantwortlich ist; manchmal sind die Rollen aber auch vertauscht. Viele Vögel bevorzugen eine gewisse Distanz zu anderen Nestern; dann wieder stößt man auf Brutkolonien und gelegentlich sogar auf ein mit Versorgen der nachbarlichen Küken.

Die Eier sind, je nach Art, verschieden in Größe, Gewicht, Farbe und Muster. Nesthocker kommen blind und ohne Gefieder auf die Welt. Nestflüchter können sehen, haben Federn und sind meist schon fähig zu laufen und zu schwimmen. Einige werden innerhalb kürzester Zeit flügge und sind in der Lage, sich selbst zu versorgen; andere brauchen viele Wochen und werden irgendwann nicht mehr von den Eltern gefüttert, so dass sie das Nest verlassen und sich ein eigenes Revier suchen müssen.

James Parry schildert diese und weitere interessante Beobachtungen anschaulich und verständlich. Er geht nicht zu sehr ins Detail, was dazu beiträgt, dass sich die Ausführungen auch von Laien angenehm und überhaupt nicht langweilig lesen lassen. Tier- und insbesondere Vogelfreunde können vieles, was sie noch nicht wussten, in diesem Buch erfahren – und so manches versetzt den Leser in großes Erstaunen. Abgerundet werden die Texte von 140 wunderschönen Natur- und Tieraufnahmen, die wenigstens Kreditkartengröße haben und bis zu zwei Seiten einnehmen können. Gezeigt werden bekannte und weniger bekannte Vogelarten, die für die genannten Verhaltensformen typisch sind, z. B. der Kronenkranich, die Blaumeise, der Buntspecht, der Argusfasan, der Leierschwanz, das Birkhuhn, der Höckerschwan, der Weißkopf-Seeadler, der Schwarzbrauenalbatross, der Zwergflamingo u. v. m.

„Vogelhochzeit“ ist ein sehr schönes, informatives Sachbuch für Tierfreunde, das den Einstieg in die Ornithologie markieren kann. Im Anhang findet man ein Glossar, das die Fachtermini erklärt, sowie ein Verzeichnis weiterführender Bücher und Websites. Auch als ergänzendes Material im Biologie-Unterricht ist der Titel dank der anschaulichen Texte und gelungenen Fotos sehr geeignet.

Copyright © 2013 by Irene Salzmann (IS)

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